Buchheim schafft es wieder einmal wie in "Das Boot" und "Die Festung" sowie seinen dokumentierten Bildbänden, mich in den Bann seiner Erzählung zu ziehen. Auch in diesem Buch finden sich seine großartigen Beschreibungen von Objekten, der Szenerie, den Gefühlen und den handelnden Personen.
Die Geschichte ist tatsächlich eine Art Abschied von Buchheims in den zuvor erwähnten Romanen beschriebenen Lebensabschnitten und rundet die Werke teilweise ab bzw beschließt sie endgültig, sofern man sie als zusammenhängend betrachtet. Aus diesem Grund habe ich "Der Abschied" mit Begeisterung gelesen und bin in meinen Erwartungen nicht enttäuscht worden.
Ich vergebe allerdings deshalb nur vier Sterne, weil ich der Meinung bin, daß man mit dem Buch, ohne die Vorgeschichte(n) Buchheims zu kennen, nicht viel anfangen kann. Die Figur des "Alten", wie auch andere Persönlichkeiten aus "Das Boot" oder "Die Festung" werden nicht mehr wirklich herausgearbeitet, vielmehr setzt Buchheim auf bereits Geschriebenem auf. Ebenso werden ansatzlos Rückblicke und Seitenhiebe auf Ereignisse und Personen gemacht, die ohne Kenntnis der anderen Bände wie aus dem Zusammenhang gerissen erscheinen müssen.
Wer "Das Boot" und "Die Festung" aufgrund Buchheims Schreibstil geliebt hat und über dort angerissene und offen gebliebene Geschichten bruchstückhaft in eine Rahmenhandlung eingebettet, mehr wissen will, der ist mit "Der Abschied" gut bedient.