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Der Abituriententag: Die Geschichte einer Jugendschuld
 
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Der Abituriententag: Die Geschichte einer Jugendschuld [Gebundene Ausgabe]

Franz Werfel
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 177 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 1., Aufl. (22. September 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100910583
  • ISBN-13: 978-3100910585
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 483.888 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Franz Werfel
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Franz Werfel traf 1926 mit seinen früheren Klassenkameraden Willy Haas und Ernst Deutsch zusammen - das mag Inspirationsmoment für diese "Geschichte einer Jugendschuld" gewesen sein. Die Erlebnisse von damals im Klassenzimmer, auf dem Tennisplatz, bei Gartenfesten, in Nachtcafés, bei spiritistischen Séancen wurden wach und suchten ihren Ausdruck. Aus Abenteuerlust, Freiheitsdrang und jugendlichem Übermut entwickelt sich im Roman zunächst ein Kräftemessen Ernst Sebastians, des Erzählers, mit dem intellektuell frühreifen Klassenbesten, schließlich ein immer stärker ins Verbrecherische gleitendes Bekämpfen und Verführen. Es ist zugleich auch der Kampf des Christen Ernst Sebastian mit dem Juden Franz Adler, der seinen moralischen Tribut fordert - ein Thema, das Werfel wieder und wieder beschäftigt hat.

Über den Autor

Franz Werfel, 1890 in Prag geboren, veröffentlichte schon 1909 erste Gedichte. Nach einem Volontariat in einer Speditionsfirma und dem Militärdienst auf dem Prager Hradschin verließ er seine Heimatstadt und arbeitete ab Oktober 1912 als Lektor im Leipziger Kurt Wolff Verlag. Während des Ersten Weltkrieges als Soldat an der ostgalizischen Front, wurde er im Spätsommer 1917 ins Wiener Kriegspressequartier vesetzt. In den 20er und 30er Jahren avancierte Werfel zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren. 1938 wanderte er über Frankreich und Spanien in die USA aus, wo er am 26. August 1945 im Alter von 55 Jahren in Beverly Hills, Kalifornien, starb. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Im "Abituriententag" von Franz Werfel findet eine Schultragödie statt: Ein kleiner schmächtiger Junge, höchst intelligent, wird von einem Mitschüler in der Klasse zum Außenseiter und vor den Lehrern unmöglich gemacht, bis er gedemütigt nicht nur die Schule sondern auch das Land verläßt. Jahrzehnte später, kurz vor einem der unvermeidlichen Klassentreffen, steht vor dem Täter von einst - inzwischen ein Untersuchungsrichter geworden - ein schmächtiger Mann, der ihn an den Jungen von damals erinnert. Getrieben von dem Zusammentreffen dieser beiden Zufälle, begibt der Richter sich daran, die Ereignisse aus der Schulzeit niederzuschreiben. Kein ungewöhnlicher Stoff, der schon in unzählbaren Romanen über Aufarbeitungen des immer wieder selben Themas von Ausgrenzen und Ausgegrenztwerden, Schuld- und Rachegefühlen ständig neu zubereitet wurde. Doch Werfel selbst kommentiert den Stoff, den er 1928 niederschrieb, folgendermaßen: "Der Schuldige in dieser Geschichte ist ein höherer Beamte, das Opfer ein Jude [...] weil diese Rasse das geheimnisvolle Schicksal hat, die anderen an ihr schuldig werden zu lassen, das Grausame und Böse in ihnen hervorzulocken." Dieses Zitat, das durchaus kontrovers diskutiert werden kann, läßt die allgemeine Schülergeschichte nun als Parabel der Geschichte des deutschen und jüdischen Volkes erscheinen. Der Bericht des Untersuchungsrichters wird zu einem Bekenntnis, das erkennen läßt, daß er um seine Schuld weiss, sie aber immer noch nicht alleine auf sich nehmen will. Vor psychologischem Hintergrund gewinnt diese Geschichte eine Tiefe, die über die einfache Schulgeschichte hinausgeht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
..., die ein Drama offenbahrt, das psychologisch dermaßen packend und feinfühlig geschildert wird, daß man das Buch schwer zur Seite legen kann, bevor man es nicht zu Ende gelesen hat.

Erzählt wird aus der Sicht des Doktor Ernst Sebastian, seines Zeichens Landesgerichtsrat, der einen Untersuchungshäftling zu vernehmen hat, der des Mordes an einer Prostituierten beschuldigt wird. In diesem meint er einen ehemaligen Schulkollegen zu erkennen, an dem gerade er als Untersuchungsrichter sich in seiner Jugend schuldig gemacht hat und ihn somit in die heutige Lage gebracht zu haben glaubt.

Zeitgleich findet ein Klassentreffen statt, das ihn seine Schülerzeit - die er bisher mit Erfolg verdrängen konnte - schmerzhaft Revue passieren läßt. Er erinnert sich an sämtliche Schandtaten, Quälereien und Intrigen, die er aus Neid, Mißgunst und Minderwertigkeitsgefühlen dem armen - vom Schicksal sowieso schon benachteiligten - Klassenkollegen Franz Adler angetan hat, die schließlich darin gipfelten, den von allen Verstoßenen zur Flucht ohne Wiederkehr zu treiben.

Als nun aber der verschollen Geglaubte bzw. "Gehoffte" plötzlich vor ihm zu stehen scheint, bricht die alte Schuld wieder auf. Wie unter Zwang bringt er in einer einzigen Nacht seine Erinnerungen zu Papier, die ein umfangreiches Schuldbekenntnis darstellen.
Er muß nun, spät aber doch, einen Weg zur Gerechtigkeit finden....

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mobbing anno 1902 13. Juni 2007
Von Colin Wood TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Am Tag seines Klassentreffens nach 25 Jahren bestandenen Abiturs muss der Untersuchungsrichter Dr. Ernst Sebastian darüber entscheiden, ob ein Delikt, dass einem gewissen Franz Adler vorgeworfen wird, zur Anklage kommen soll oder nicht.

Sebastian glaubt, in Adler den Schulkameraden wiederzuerkennen, an dem er schuldig wurde. Als Sebastian 1902 neu in die Gymnasialklasse kam, hatte Adler eine führende Position unter den jungen Männern inne. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, seinen Platz in der Klassengemeinschaft zu finden, verdrängt Sebastian Adler aus seiner Stellung, indem er ihn bloßstellt, blamiert, demütigt, sich über ihn lustig macht, aber alles auf eine Art, dass es nicht offensichtlich ist und alle, Adler eingeschlossen, zunächst darüber lachen. Sebastian stört das Gleichgewicht in der Klasse, und bedingt durch Gruppenzwang stellen sich bis auf einen Mitschüler nach und nach alle auf seine Seite, so dass Adler seine Position verliert und zum Verlierer wird. Dabei bezeichnet Sebastian Adler immer als seinen Freund, dem er nicht schaden wolle. Er scheint aus einem inneren Zwang heraus zu handeln, an dem seine eigene Familiensituation möglicherweise nicht ganz unschuldig ist: sein Verhältnis zum Vater ist gespannt, dieser interessiert sich nicht besonders für den Sohn, setzt jedoch gewisse Erwartungen in ihn, die Sebastian nicht erfüllen kann. Die Situation mit Adler eskaliert, am Ende sorgt Sebastian dafür, dass er nicht nur die Schule, sondern sogar das Land verlässt, um von einem eigenen Vergehen ab- und den Verdacht auf Adler zu lenken.

Sebastian ist sich seiner Schuld bewusst. Aus Angst, Adler irgendwo wieder zu begegnen, hat er sich nie getraut, die Stadt seiner Schulzeit zu verlassen. Auch ist er auf der Karriereleiter nicht besonders hochgeklettert, sondern, entgegen den Erwartungen seines Vaters, Untersuchungsrichter geblieben. Das Auftauchen Adlers am Tag des Klassentreffens lässt ihn die Ereignisse von damals Revue passieren und in einer Nacht wie im Fieberwahn niederschreiben.

Nicht gut herausgearbeitet wird der auf dem Klappentext erwähnte Umstand, dass Adler, das Opfer, Jude, und Sebastian, der Täter, Christ ist. Für die Handlung spielt dies überhaupt keine Rolle und findet im Buch auch keine nennenswerte Erwähnung.

Die Geschichte ist autobiografisch, wobei, erzählt aus der Sicht Sebastians, nicht dieser Werfels Alter Ego ist, sondern Adler. Perspektivisch gesehen, weil untypisch, ist dies sehr interessant.

Heute würde man Sebastians Verhalten gegenüber Adler als Mobbing bezeichnen. Diesen Begriff gab es damals noch nicht, auch kein adäquates Synonym, wohl aber, wie man sieht, den Tatbestand.

Der Abituriententag ist ein sehr gutes, wenn auch kein schönes Buch. Man kann nicht sagen, dass es Spaß macht, es zu lesen, ganz im Gegenteil. Sebastians Verhalten gegenüber Adler ist furchtbar. Dies als Jugenddummheit oder Jugendsünde zu bezeichnen, ist zu schwach. Im Alter von 17 Jahren, zumal vor einhundert Jahren, ist man durchaus erwachsen und für sein Tun verantwortlich. Gleiches gilt für die Klassenkameraden, die es geschehen lassen und sogar unterstützen.
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Veröffentlicht am 14. Dezember 2004 von F. Martin
Eine Jungendummheit und ihre Spätfolgen
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wie die Feuerzangenbowle. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Juli 2004 von Dr. Oliver Strebel
Nun ja
Da das buch vor und nach dem 1. Weltkrieg spielt , sollte man doch den zeitgeist dieser zeit wissen und so merkt man auch das verhalten der lehrer und schüler zu... Lesen Sie weiter...
Am 18. März 2001 veröffentlicht
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