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Der ökonomische Code: Wie wirtschaftliches Denken unser Handeln bestimmt
 
 
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Der ökonomische Code: Wie wirtschaftliches Denken unser Handeln bestimmt [Taschenbuch]

David Friedman , Sebastian Wohlfeil
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Kennen Sie den schon: Zwei Männer treffen auf einen hungrigen Bären. Einer schickt sich an, wegzulaufen. "Das ist doch hoffnungslos", sagt ihm der andere, "du kannst doch nicht schneller laufen als ein Bär." "Nein" gibt der andere zurück, "aber ich kann vielleicht schneller laufen als du." So amüsant kann Wirtschaftstheorie sein, vorgetragen vom amerikanischen Ökonom David Friedman.

Die Art, wie der Sohn des Wirtschaftsnobelpreisträgers Milton Friedman grundlegende Prinzipien der Wirtschaftswissenschaften anhand vieler -- zuweilen skurriler -- Beispiele aus dem Alltag dem Leser nahebringt, sucht seinesgleichen. Friedman gelingt es mühelos, schlüssig nachzuweisen, daß es so etwas wie einen ökonomischen Code gibt, der unser Alltagsleben gleich einem roten Faden durchzieht.

Dieser Code besteht letztlich aus dem grundlegenden Wirkprinzip "rational choice", sprich: Um ein Ziel zu erreichen wähle ich aus mehreren jene Alternative aus, die mich dieses Ziel erreichen läßt. Baustein für Baustein fügt der Autor aufeinander, bis das komplette Haus einer funktionierenden Volkswirtschaft errichtet ist. Preisbildung, Marktgesetze, Wert-Begriff, Grenznutzentheorie werden am Beispiel erklärt, aber auch problematisiert. Friedmans Buch räumt mit vielen Vorurteilen auf. Seine Verweise auf Wirtschaftstheoretiker wie David Ricardo oder Adam Smith wirken nicht als Fremdkörper, sondern als Beleg für die Aktualität der ökonomischen Lehre. In Zwischenbilanzen fängt Friedman den Leser immer wieder ein, gibt ihm Denksportaufgaben zu lösen und weist auf vertiefende Literatur hin. Seine Ausflüge in die "Ökonomie von Liebe und Ehe" oder in die "Ökonomie des Gesetzesbruchs" verdeutlichen, wie alle Lebensbereiche vom ökonomischen Code gleichsam durchtränkt sind.

Dieses Buch ist ein Stück fundierte Essayistik vom feinsten, geeignet als Pflichtlektüre nicht nur für BWL- und VWL-Studenten. --Manfred Schwarzmaier -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Neue Zürcher Zeitung

Ein «Hurra»

für den Imperialismus

Warum die Ökonomie alles erklären will

Hm. Warum Zölle schädlich sind, warum tiefe Grenzsteuersätze mehr Geld in die Staatskasse bringen und warum es sich lohnt, eine langfristige Beziehung mit einem Ehepartner einzugehen – das alles (und mehr) lässt sich mit dem Instrumentarium der Ökonomie trefflich und logisch konsistent erklären. Der in Kalifornien Wirtschaft und Jura lehrende David Friedman führt dies auf durchaus vergnügliche Weise vor. Von seinem methodischen Ansatz her ist er ein «ökonomischer Imperialist», was heisst, dass er die wirtschaftswissenschaftliche Analyse auf Fragen ausweitet, die traditionell als nichtökonomisch angesehen wurden. So will er das geistige Territorium zurückerobern, «das gegenwärtig von Politologen, Soziologen, Rechtswissenschaftern und anderen beansprucht wird». Er steht damit in einer Tradition, die vom Erzvater aller Ökonomen, Adam Smith, begründet und in ihrer modernen Form u. a. durch die Nobelpreisträger Gary Becker und George Stigler in Chicago verfeinert wurde. Ganz offensichtlich fiel der Apfel nicht weit vom Stamm, gehört doch der ebenfalls mit einem Nobelpreis bedachte Vater Davids, Milton Friedman, zum Gestirn der Chicago-Schule.

Bei genauerem Hinsehen erweist sich das leichtfüssig geschriebene Werk als kompromisslose Einführung in die Theorie der rationalen Wahlhandlungen (Mikroökonomie), wobei der Leser von den ersten Seiten an mit Indifferenz- sowie Angebots- und Nachfragekurven konfrontiert wird. Dabei zeigt Friedman, was im Zentrum dieser analytischen Ökonomie steht: Sie will Kriterien aufstellen für die effiziente Allokation von Gütern. Es geht ihr mit anderen Worten um die Frage, welche Güter durch welche Faktoren produziert werden und wohin sie gelangen. Die zumeist von Nichtökonomen aufgeworfene Frage nach der Distribution («wer bekommt wieviel?») steht dagegen im Hintergrund, nicht etwa weil sie unwichtig wäre, sondern weil die Ökonomen darüber wenig zu sagen haben. Dass dagegen allein mit Theorien von der effizienten Allokation ganze Bände zu füllen sind, ist gleichwohl Beleg für die produktive Kraft der ökonomischen Rhetorik.

Wenn nach der Lektüre des Buchs dennoch ein schaler Geschmack zurückbleibt, so hat das mit der Präsentation der Mikroökonomie als einer Ansammlung von Puzzles zu tun, die alle mit cleverem Rekurs auf rationales Verhalten gelöst werden können. Aber zuweilen steht sich Friedman selber im Wege, wenn er etwa das Marktgleichgewicht von Verbrechen berechnet, und dabei vor lauter Klugheit übersieht, dass Diebstahl quer zu jener – zentralen – Grundannahme steht, wonach von effizienter Allokation nur dann gesprochen werden darf, wenn alle Transaktionen freiwilliger Natur sind. Der wohl bewusste Irrtum lässt sich mit dem in der Mikroökonomie typischen Einsatz der partiellen Analyse unter oft zu vereinfachten Annahmen erklären. So trifft auch Friedmans Behauptung, alle Spekulation sei stabilisierend, nur als Reaktion auf reale, nicht aber auf monetäre Schocks zu, wie wir etwa aus der Analyse von Währungsspekulationen wissen. Der uninformierte Leser kann solche Limitationen allerdings nicht erkennen; er wird lediglich mit dem Feuerwerk einer scheinbar unverrückbaren Logik konfrontiert, was den informierten Leser verstimmt.

Natürlich weiss auch Friedman um die Grenzen seiner Analyse. Ganz am Schluss plädiert er für eine ökonomische Theorie, die nicht bloss zum Spass und mit Blick auf Eleganz und Konsistenz entwickelt werden dürfe. Die Theorie müsse neben nützlich und unterhaltsam auch an der wirklichen Welt überprüfbar sein. Allein, davon ist die von Friedman dargestellte Mikroökonomie (noch) weit entfernt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Eines der amüsantesten und spannendsten Bücher über die Grundlagen der Ökonomie.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kurzbeschreibung

Die Logik der Ökonomie bestimmt unser gesamtes Verhalten bis hin zur Partnerwahl: Um ein Ziel zu erreichen, wähle ich aus mehreren jene Alternative aus, die mich dieses Ziel erreichen läßt. David Friedman beschreibt die unzähligen Entscheidungen, die wir täglich ganz ökonomisch treffen und die genauso in Politik und Wirtschaft stattfinden – bis hin zu den komplexen Gebilden einer funktionierenden Volks- und Weltwirtschaft. Eine ebenso intelligente wie kurzweilige Einführung in das ökonomische Denken.

»Eines der amüsantesten und spannendsten Bücher über die Grundlagen der Ökonomie.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

Über den Autor

David Friedman, Sohn des Wirtschaftsnobelpreisträgers Milton Friedman, hat in Harvard und Chicago Chemie und Physik studiert und ist seit 1995 Professor für Jura und Wirtschaftswissenschaften an der Santa Clara University, Kalifornien – über den Campus hinaus bekannt für seine mitreißenden Vorlesungen.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Sie haben eingekauft und nähern sich, die Arme voller Lebensmittel, den Schlangen an den Supermarktkassen. Sollten Sie jetzt von Schlange zu Schlange wanken und die kürzeste suchen oder sich einfach an der nächstgelegenen anstellen?
Die erste und einfachste Antwort sagt, daß alle Schlangen ungefähr von gleicher Länge sein werden, daher lohnt es sich nicht, nach einer kürzeren zu suchen. Warum?
Kunden, die sich an einer Stelle befinden, von der aus sie zwei verschiedene Schlangen überblicken können, werden zu derjenigen gehen, die ihnen kürzer erscheint. Indem sie das tun, verlängern sie diese Schlange; der Prozeß setzt sich fort, bis beide Schlangen die gleiche Länge erreicht haben. Dasselbe geschieht mit jedem Paar benachbarter Schlangen, also werden alle Schlangen ungefähr gleich lang sein. Eine aufwendige Suche nach der kürzesten lohnt sich nicht.
Das setzt allerdings voraus, daß jeder ohne Mühe feststellen kann, welche Schlange kürzer ist. Aber ausschlaggebend dabei ist nicht die räumliche Länge der Schlange, sondern ihre zeitliche Länge; Sie stehen lieber hinter zehn Kunden, von denen jeder nur wenige Dinge gekauft hat, als hinter acht mit vollen Einkaufswagen. Abzuschätzen, welche Schlange Sie am schnellsten aus dem Laden bringt, erfordert ein gewisses Maß an mentaler Anstrengung. Wenn das System so gut funktionierte, daß alle Schlangen exakt dieselbe Länge hätten (in Zeit gerechnet), so würde sich die Mühe niemals lohnen, also gäbe es auch nichts, was die Schlangen auf gleicher Länge hält. Im Schnitt wird die zeitliche Länge der Schlangen sich gerade um soviel unterscheiden, daß sich der Aufwand lohnt, herauszufinden, welche gerade kürzer ist. Wenn sich die Schlangen deutlicher unterschieden, würde jeder nach der kürzesten suchen und alle Schlangen bekämen die gleiche Länge. Unterschieden sie sich weniger, würde niemand es tun.
Nehmen wir an, daß nicht alle Kunden gleich sind; einige wissen, daß die Kassiererin an der Kasse drei doppelt so schnell ist wie die anderen. Diese Experten stellen sich an Kasse drei an. Schlange drei ist jetzt länger als die anderen Schlangen - aber noch immer schneller. Nichtexperten meiden Schlange drei, bis sie auf die Länge der übrigen Schlangen zusammengeschmolzen ist. Die Experten (und einige Nichtexperten, die mit Schlange drei Glück gehabt haben) kommen doppelt so schnell aus dem Geschäft wie alle anderen.
Das spricht sich herum; die Zahl der Experten wächst. Schließlich gibt es genug von ihnen, um die Schlange zu füllen. Je zahlreicher sie werden, desto länger wird Schlange drei. Wenn es genug Experten gibt, um Schlange drei doppelt so lang wie die anderen Schlangen zu machen, läßt sich kein Gewinn mehr daraus ziehen, Experte zu sein, und die Schlange hört auf zu wachsen.
Eine weitere, indirekte Annahme in meinem Beispiel ist, daß Kunden ein Interesse daran haben, den Laden so schnell wie möglich zu verlassen. Nehmen wir an, das Lebensmittelgeschäft liegt in einer Wohngegend wie Westwood, L.A. , wo viele berufstätige Singles wohnen, und wird zum heimlichen Kontaktzentrum des Viertels: Die Leute kommen, um in langen Schlangen zu stehen, Klatsch und Tratsch mit ihren Freunden und über sie auszutauschen, und neue Beziehungen zu knüpfen. Da sie nicht so schnell wie möglich herauskommen wollen, versuchen sie auch nicht, sich an der kürzesten Schlange anzustellen, also bricht der gesamte Gedankengang zusammen..."

Auszug aus Der ökonomische Code. Wie wirtschaftliches Denken unser Handeln bestimmt. von David Friedman. Copyright © 1999. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Sie haben eingekauft und nähern sich, die Arme voller Lebensmittel, den Schlangen an den Supermarktkassen. Sollten Sie jetzt von Schlange zu Schlange wanken und die kürzeste suchen oder sich einfach an der nächstgelegenen anstellen? Die erste und einfachste Antwort sagt, daß alle Schlangen ungefähr von gleicher Länge sein werden, daher lohnt es sich nicht, nach einer kürzeren zu suchen. Warum? Kunden, die sich an einer Stelle befinden, von der aus sie zwei verschiedene Schlangen überblicken können, werden zu derjenigen gehen, die ihnen kürzer erscheint. Indem sie das tun, verlängern sie diese Schlange; der Prozeß setzt sich fort, bis beide Schlangen die gleiche Länge erreicht haben. Dasselbe geschieht mit jedem Paar benachbarter Scvhlangen, also werden alle Schlangen ungefähr gleich lang sein. Eine aufwendige Suche nach der kürzesten lohnt sich nicht. Das setzt allerdings voraus, daß jeder ohne Mühe feststellen kann, welche Schlange kürzer ist. Aber ausschlaggebend dabei ist nicht die räumliche Länge der Schlange, sondern ihre zeitliche Länge; Sie stehen lieber hinter zehn Kunden, von denen jeder nur wenige Dinge gekauft hat, als hinter acht mit vollen Einkaufswagen. Abzuschätzen, welche Schlange Sie am schnellsten aus dem Laden bringt, erfordert ein gewisses Maß an mentaler Anstrengung. Wenn das System so gut funktionierte, daß alle Schlangen exakt dieselbe Länge hätten (in Zeit gerechnet), so würde sich die Mühe niemals lohnen, also gäbe es auch nichts, was die Schlangen auf gleicher Länge hält. Im Schnitt wird die zeitliche Länge der Schlangen sich gerade um soviel unterscheiden, daß sich der Aufwand lohnt, herauszufinden, welche gerade kürzer ist. Wenn sich die Schlangen deutlicher unterschieden, würde jeder nach der kürzesten suchen und alle Schlangen bekämen die gleiche Länge. Unterschieden sie sich weniger, würde niemand es tun. Nehmen wir an, daß nicht alle Kunden gleich sind; einige wissen, daß die Kassiererin an der Kasse drei doppelt so schnell ist wie die anderen. Diese Experten stellen sich an Kasse drei an. Schlange drei ist jetzt länger als die anderen Schlangen - aber noch immer schneller. Nichtexperten meiden Schlange drei, bis sie auf die Länge der übrigen Schlangen zusammengeschmolzen ist. Die Experten (und einige Nichtexperten, die mit Schlange drei Glück gehabt haben) kommen doppelt so schnell aus dem Geschäft wie alle anderen. Das spricht sich herum; die Zahl der Experten wächst. Schließlich gibt es genug von ihnen, um die Schlange zu füllen. Je zahlreicher sie werden, desto länger wird Schlange drei. Wenn es genug Experten gibt, um Schlange drei doppelt so lang wie die anderen Schlangen zu machen, läßt sich kein Gewinn mehr daraus ziehen, Experte zu sein, und die Schlange hört auf zu wachsen. Eine weitere, indirekte Annahme in meinem Beispiel ist, daß Kunden ein Interesse daran haben, den Laden so schnell wie möglich zu verlassen. Nehmen wir an, das Lebensmittelgeschäft liegt in einer Wohngegend wie Westwood, L.A., wo viele berufstätige Singles wohnen, und wird zum heimlichen Kontaktzentrum des Viertels: Die Leute kommen, um in langen Schlangen zu stehen, Klatsch und Tratsch mit ihren Freunden und über sie auszutauschen, und neue Beziehungen zu knüpfen. Da sie nicht so schnell wie möglich herauskommen wollen, versuchen sie auch nicht, sich an der kürzesten Schlange anzustellen, also bricht der gesamte Gedankengang zusammen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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