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Der öffentliche Mensch: Medienstars und Medienopfer
 
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Der öffentliche Mensch: Medienstars und Medienopfer [Taschenbuch]

Mario Gmür
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Februar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342336260X
  • ISBN-13: 978-3423362603
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 228.038 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Mario Gmür
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Medienopfer gehören zum beruflichen Alltag Mario Gmürs, der als Psychiater und Psychotherapeut davon zahlreiche in seiner Praxis betreut hat. Neben solchen über Schizophrenie und Suchtkrankheiten hat er mehrere Untersuchungen auch zum so genannten Medienopfersyndrom vorgelegt. Auf den ersten Blick scheint also klar, worum es geht in diesem Buch. Natürlich um die, die sich im Glanz der öffentlichen Aufmerksamkeit sonnen -- und um die, die vom gleißenden Licht dieser Aufmerksamkeit gleichsam verbrannt werden. Doch ganz so einfach liegen die Dinge nicht. Die Geschichten rund um Medienstars und Medienopfer dienen dem Autor in dem vorliegenden Buch lediglich als symptomatische Belege für das, was er als "total isovalente Gesellschaft" am Horizont aufziehen sieht.

Der von ihm geprägte Begriff der Isovalenz, also "Gleichwertigkeit", ist laut Gmür nicht nur Kennzeichen einer spezifischen gesellschaftlichen Entwicklung, sondern Signet einer neuen Epoche, einer zugespitzten Postmoderne, die er als "isovalentes Zeitalter" bezeichnet. Dieses ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass es auf die inhaltliche Werthaltigkeit von Informationen immer weniger ankommt, sondern darauf, dass etwas überhaupt, und zwar von einer möglichst großen Öffentlichkeit wahrgenommen wird. So werden etwa "die moralische Empörung und auch das Gegenteil, die moralische Selbstzufriedenheit, sowie die Bewirtschaftung von Trauergefühlen zu einem wichtigen Faktor im Aufmerksamkeitswettbewerb". Und die ins Unermessliche beschleunigte technische Entwicklung eröffnet immer schneller immer neue Möglichkeiten für eben diesen Wettbewerb, dem am Ende die "total isovalente" Gesellschaft insgesamt selbst zum Opfer zu fallen droht.

"Die Strategien einer umfassenden Vereinnahmung und Rekrutierung von Medienkonsumenten verleihen den Medien eine Dominanz, der sich keiner, der etwas zu sagen hat oder bewirken möchte, entziehen kann" schreibt der Autor an einer Stelle. Dies, so möchte man einwerfen, gilt auch für Mario Gmür selbst, dessen Begriffsschöpfung der "isovalenten Gesellschaft" wohl nicht zuletzt dem Ziel dient, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Eine Aufmerksamkeit freilich, die das Buch durchaus verdient hat. --Andreas Vierecke

Pressestimmen

»Das sehr lesenswerte Buch über Stars und Opfer der Medien ruft nach einer lohnenswerten Analyse über die Urheber dieser das Intime zerstörende Medienkultur und ihrer Tatmotive sowie über deren Verantwortung gegenüber ihren Opfern.«
Schweizer Archiv für Neurologie

»Gmür geht wissenschaftlich heran, reflektiert die technische Entwicklung der Medien und deren Auswirkung auf die Wahrnehmung. Zur Illustration dienen kräftige Beispiele.«
Thüringer Allgemeine

»Läsen alle Journalisten dieses Buch, wäre der Journalismus anders.«
Roger de Weck

»Das Buch ist von bleibendem Wert, weil es die Diskussion über fragwürdige Auswüchse der heutigen Medien angestoßen hat.«
Ralf Mielke, Berliner Zeitung

»Man kann Mario Gmür nur gratulieren: Sein Buch zeigt die dunkle Seite der schönen neuen Medienwelt. Klug, analytisch, sensibel gegenüber den Opfern eines zunehmend aggressiven Boulevardjournalismus.«
Prof. Dr. Bernhard Pörksen, Universität Tübingen


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Format:Taschenbuch
Der "öffentliche Mensch" wird als solcher erstmals erwähnt im 9. Kapitel. Die vorangehenden Kapitel sind ein lebhaftes Präludium, bestehend aus einer Vielfalt von Aspekten unseres noch post-modernen Zeitgeistes, Krankheitspotentialen und Psychiatrischer Krankheiten, die dieser mit sich bringen kann. Sie tangieren alle den Status des veröffentlichen Menschen, oder haben Teil an ihm. Gehenderweise werden Philosophen mit illustrierenden Einsichten oder Meinungen zitiert, wie Jürgen Habermas, Umberto Eco und Elias Canetti. Dass Herrn Dr Mario Gmür als Psychiater in der Freud'schen Psychoanalyse aufwuchs, verbirgt er nicht, indem er auf dessen Lehrsätze gelegentlich zurückgreift oder auf diese hinweist.
Das Buch, das ich als ein Kunstwerk in der Gattung der Lehrbücher der Psychiatrie betrachte, endet mit einer kontrapunktischen Schlussfolgerung: Eine totale isovalente Gesellschaft, durch die Medien mitrealisiert, kann nicht nur eine harmlose Utopie sein, sondern eine Untergangskomödie, in der Medienstars und Medienopfer als fröhliche oder tragische Aushängeschilder funktionieren, bzw schicksalsmässig zu funktionieren haben.
"Medienstars sind jene, die ihre wahre oder vermeintliche Intimität aus eigenem Antrieb an die Oeffentlichkeit bringen, Medienopfer jene, welche aus dem Keller der Privatheit an die Oberfläche der grell belichteten Oeffentlichkeit gezerrt werden." (Zitat aus dem letzten Kapitelchen des Buches)
Der Autor lässt Hoffnung durchschimmern auf einen rechtschaffenen Zeitgeist, den wir als kreative Menschen vor allem selber mit zu gestalten haben.
Der Ausklang des Buches ist so schön und vollkommen geschrieben, dass ich die Uebersetzung in der eigenen Gefühlswelt nicht vornehme...
Das Buch lässt sich gut lesen und ebenso beiseite legen: Die 22 Kapitelchen sind mit einer Länge von durchschnittlich 8 Seiten kurz gehalten, deren Inhalte berührend und einleuchtend geschrieben sind, zugleich aber nichts an Lehrcharakter einbussen.
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