Ein tolles Buch, in dem der Mensch Nietzsche im Vordergrund steht, dessen Leben gleichwohl immer wieder in Beziehung zu seinem Werk gesetzt wird, ohne dort allzu sehr ins Detail zu gehen. Der Autor ist Nietzsche in angenehmer Art und Weise zugewandt, er verfügt über viel psychologisches Einfühlungsvermögen und macht so auch Nietzsches inneres Drängen und seinen Willen zur Wahrheit sichtbar und erklärbar, ohne aber dessen Werk wie z.B. Alice Miller in erster Linie als Ausgeburt seiner verdrängten Gefühle u.a. gegenüber der Mutter zu marginalisieren.
Ross erinnert in seiner Art zu schreiben teilweise an Golo Mann. Der ist allerdings schon tot, und Ross ebenso. Ein Jammer!