Nicht nur die Hauptdarsteller Josef Hader, Roland Düringer und Joachim Bißmeier sollten einen aufhorchen lassen, sondern auch der Regisseur Florian Flicker. Er sollte österreichischen Filmliebhabern ein Begriff sein. Für den arbeitslosen u. geschiedenen Andreas gibt es offenbar keinen Ausweg mehr. Er hat kein Geld für das Geburtstagsgeschenk seines Sohnes, sowie die Alimente für die Muter u. plant daher aus Verzweiflung einen Supermarkt zu überfallen. Aus Panik flieht er aber in eine kleine Schneiderei ins Nebenhaus u. überfällt spontan den Schneider (Joachim Bißmeier) u. den zufällig anwesenden Kunden (Josef Hader).
Nachdem dieser aber beinahe kein Geld hat u. plötzlich auch noch die Polizei auftaucht, gerät die Situation außer Kontrolle. Die Polizei ist jedoch nicht hinter ihm her, sondern hinter einem anderen Räuber der kurz nach seiner geplanten Tat den Supermarkt überfallen hat.
Joachim Bißmeier verkörpert seinen Rolle als widerspenstiger u. borstiger Dickkopf ausgezeichnet. Josef Hader mimt den Herzkranken u. unschuldigen Kunden, der im Laufe der Story sogar Sympathie für den verzweifelten Familienvater entwickelt u. Roland Düringer gibt einen hervorragenden, verzweifelten, aber auch chaotischen Räuber ab, der eigentlich nur genug Geld zusammenkriegen muss, um seiner Ex-Frau die Alimente zu bezahlen.
Die Story nimmt im Laufe des Film ungeahnte Wandlungen. Der Täter-Opfer-Verhältnis beginnt im Laufe des Films zu bröckeln u. die menschliche Seite von Düringer kommt zum Vorschein. Auch wenn in dem Film wahrscheinlich 2 der besten Kabarettisten aufeinandertreffen ist der Film ein tragikomisches Kammerspiel. Der Ausgang des Films ist genauso überraschend wie die laufende Handlung. Immer wieder gelingt es Flicker ungeahnte Wendungen einzubauen, auf die kein Zuschauer gefasst ist. Vor allem die perfekt in Szene gesetzten Gedanken von Düringer, wie es womöglich weitergehen könnte, lassen einen immer wieder den Atem stocken.
Ich bin über diesen österreichischen Film sehr überrascht gewesen u. war vom Anfang bis zum Ende am Bildschirm gefesselt. Prädikat: sehenswert