dm sind hier bereits die - respektvollen - Verwalter ihrer eigenen Legende, soll heissen: ja das sind alles typische dm songs, in einem leicht runderneuerten soundgewand, und man ist nach wie vor erstaunt mit welcher Zuverlässigkeit Martin Gore Hits wie ,'A Pain That I'm Used To', ,John The Revelator', oder das großartige ,Precious' aus dem Ärmel schüttelt; die wahre Neuerung an diesem Album, nämlich dass hier erstmals auch Dave Gahen songs beisteuert (unter anderem den Hit ,Suffer Well'), ist dann aber auch wieder keine, weil Gahan ganz offensichtlich das songwriting bei Gore gelernt hat, und sich die Gahan songs eben auch wie Gore songs anhören; das soll jetzt kein Vorwurf sein, aber eine mögliche Erweiterung des Spektrums wurde dadurch eben nicht erreicht. Auch hier gibt es leider wieder Füller (,Marco', ,I Want It All') und einige songs die sich erstmalig als ,nicht so leicht zugänglich' präsentieren und sich später aber tatsächlich als schwach herausstellen (,Damaged People', ,The Darkest Star'). Bedient werden hier fast alle Karriere Phasen - ,Precious' die frühen synthie pop boys, ,John The Revelator' die ,Violator' bis ,Ultra' Phase und ,A Pain That I'm Used To' und ,Suffer Well' die tanzbaren dm im Stil von ,Everything Counts' bis ,Enjoy The Silence'. Lustig eigentlich, dass dm ausgerechnet 2005 Tanzhits ablieferten, als dancefloor eigentlich tot war, aber die Substanz dersongs macht's eben doch aus.
Kein makelloses Album, kein Klassiker, aber für das 12 Studioalbum in 25 Jahren allemal ein starkes Werk.