Ellie Cavanough möchte also die Schuld des Mörders ihrer Schwester beweisen, nachdem er die Höchststrafe für Mord schon abgesessen hat. Nur damit der Kerl und seine Familie ihren Namen nicht rein waschen können, oder so ähnlich. Gefolgt von einem hin und her, hier wird geredet, da wird geredet. Ab und zu lauert Ellie ein Bösewicht auf der ihr mit erhobenen Zeigefinge anmahnt dass sie ein böses Mädchen ist und verschwinden soll. Dann brennt auch mal ein Haus ab. Natürlich brennt es überall, nur auf dem Weg zum Ausgang und zum gesammelten Beweismaterial nicht, so dass Ellie rausspatzieren kann, und nur ein paar Branntblasen an den Fußsohlen davonträgt. Zudem ist Ellie fast nur Umgeben von schönen und erfolgreichen Menschen, und wer nicht Erfolgreich ist, ist dafür doppelt so schön -und andersrum-. Nur sie selbst ist groß, hat eine mannsartige Figur, Schuhgröße 41, isst ständig nur Sandwiches und ist nur mittelmäßig Erfolgreich. Natürlich kommt der Erfolg nach Auflösung des Falls, den sie fast ganz allein, ohne jede Hilfe, nur mit ihrer Kraft und ihren Emotionen gelöst hat. Und letztendlich triumphiert das hässliche Entlein über all die schönen und erfolgreichen dummen Menschen um sie herum. Natürlich kriegt sie auch nur wirkliche Rückendeckung von gleichgeschlechtlichen Personen. Die Männer im Buch sind zum einen der Mörder, dann der Vater der sich nie um sie bemüht hat, zwei Cops die Ellie nicht leiden können, ein paar böse Typen aus dem Knast, der hinterhältige Anwalt des Mörders, der ebenso hinterhältige Vater des Mörders und zu guter Letzt ein guter Freund und zugleich Chef von Ellie, der sie aber auch feuern muss, bzw. ihr nicht wirklich helfen kann ihren Job zu behalten. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Bei jedem Zusammentreffen mit einem Menschen folgt erstmal grundsätzlich ein innerer Monolog wie: "Er wirkt nervös", "Ihre Stimme klingt zittrig", "Sein Auftreten lässt darauf schließen dass...". Absolut nervig. Das Ende war absolut vorhersehbar, genau wie alle Personen im Buch. Die zu Anfang recht spannende Story, die wirklich hätte was werden können, wird sehr schnell platt und langweilig, ohne jegliche Spannung. Selbst Sachen wie ein Hausbrannt und das Zusammentreffen mit Fieslingen werden so platt und spannungslos beschrieben, dass man denkt man lese einen Polizeibericht. Auch die hervorragende Sprecherin Franziska Pigulla kann diesem Hörbuch keine spannende Note verleiehen.
2 Sterne für den guten Anfang, die nette Idee und Franziska Pigulla in der Hörbuchversion.