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Denn wir sind anders. Die Geschichte des Felix S
 
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Denn wir sind anders. Die Geschichte des Felix S [Gebundene Ausgabe]

Jana Simon
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Rowohlt, Berlin (März 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3871344397
  • ISBN-13: 978-3871344398
  • Größe und/oder Gewicht: 21,5 x 13,7 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 37.337 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jana Simon
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Für die Staatsanwaltschaft war er ein genauso brutales, aggressives und unkontrolliertes Subjekt, vor dem die Gesellschaft geschützt werden musste, wie seine Mitangeklagten: Felix S., aktenkundiger Hooligan und hauptberuflicher Türsteher, wurde im August 2000 in einem Aufsehen erregenden Prozess wegen Rauschgifthandels zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Richterspruch war unangemessen streng: Allen Prozessbeobachtern wurde schnell klar, dass hier nicht nur die angeklagte Straftat verhandelt wurde, sondern eine ganze Szene in ihren Grundfesten erschüttert und sogar ausgemerzt werden sollte: Das Ostberliner "Hooligan-Kartell", eine Gruppierung von kampfsporterprobten Schlägern, die nicht nur durch ihre Hooligan-Auftritte bei Fußballspielen aufgefallen waren (unter anderen waren sie auch 1998 in Frankreich dabei gewesen, als der Polizist David Nivel zum Krüppel geprügelt wurde), sondern die auch die Türen zahlloser Diskotheken im Berliner Umland "bewachten" und so den dortigen Drogenhandel kontrollierten.

Felix S. -- begeisterter, fast schon manischer Kickboxer, fasziniert von körperlicher Gewalt, beteiligt an zahllosen verabredeten Schlägereien mit rivalisierenden Hooligangangs und jahrelang als Türsteher beschäftigt -- gehörte zweifellos dieser Szene an. Und dennoch war er anders: ein sensibler, intelligenter junger Mann, der am liebsten Bach hörte, Gedichte von Erich Fried las und in Dogma-Filme ging. Er führte ein richtiggehendes Doppelleben -- auf der einen Seite überzeugter Hooligan, der stolz in seinem Tagebuch notierte, wie vielen Diskobesuchern er heute wieder die Rippen gebrochen oder die Zähne eingeschlagen hatte; auf der anderen Seite war er der Quasiintellektuelle, der Psychologie studieren wollte und mit seinen Großeltern über Apartheid diskutierte.

Der Journalistin Jana Simon, die in diesem ihrem ersten Buch die traurige Geschichte von Felix' Leben erzählt, das einen so unschönen Verlauf nahm und nach nur 30 Jahren jäh endete, gelingt es gut, diese gespaltene Persönlichkeit darzustellen und die Untiefen seines Wesens glaubhaft auszuloten. Sie weiß, wovon sie spricht: Jana Simon war Felix' erste große Liebe, sie kannte ihn seit seinem 16. Lebensjahr und traf ihn -- trotz evidenten Auseinanderlebens -- über die Jahre hinweg immer wieder. So kam und blieb sie ihm immer nah und konnte mitverfolgen, wie es so weit kommen konnte mit ihrem Freund, der es als Farbiger schon zu DDR-Zeiten schwer hatte und der sich nach dem Mauerfall seiner Identität beraubt und um seine Vergangenheit betrogen sah. Ihr Bericht ist das nachdenkliche, sensible und äußerst packende Porträt eines Getriebenen, das auch davon handelt, was Entwurzelung und das Gefühl des Andersseins mit einem anstellen können. --Christoph Nettersheim

Kurzbeschreibung

Seine Großeltern sind alte Kämpfer - der Großvater ein weißer Kommunist und Regimegegner, die Großmutter eine Farbige. Sie verliebten sich im Südafrika der fünfziger Jahre - nach den Gesetzen der Arpartheid eine verbotene Liebe. 1961 flohen sie über Ghana in die DDR. Dies ist die Geschichte von Felix, ihrem Enkel, der 1970 in Ostberlin geboren wurde. Als Farbiger ist er in der DDR von Beginn an ein Exot. Der kleine, schmale Junge wird häufig von anderen Kindern verprügelt. Mit 13 Jahren lernt er Karate, was in der DDR verboten ist. Er trainiert wie besessen. Schon bald heisst er in der Ostberliner Kampfsportszene "der kleine Bruce Lee". Sein Extremismus ist gefürchtet, er kämpft selbst mit gebrochener Hand weiter. Nach dem Mauerfall wird Felix deutscher Kickboxmeister. Er verdient Geld, indem er Türen bewacht - Türen von Nachtclubs, Puffs und illegalen Spielcasinos. Felix´Freundeskreis besteht fast nur aus Ostberlinern, eine letzte Insel der vertrauten Kindheit, der verblassten Erinnerungen. Sie alle haben irgendwie den Überblick über die Welt verloren und stellen ihre eigenen Regeln auf - Ehre, Vertrauen, Ritterlichkeit. Im November 2000 wird Felix verhaftet. In Berlin beginnt der erste große Prozess gegen eine Gruppe von Hooligans, Türstehern, Kampfsportlern, die mit allem handelten, was Geld brachte - Drogen, Autos, Frauen. Felix ist einer der Angeklagten. Nach dem Urteil nimmt er sich das Leben.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von bigfoot49
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
...wird er als Hooligan und im Rahmen deswegen wohl auch verurteilt. Jedoch wird in dem Buch eher sein Leben als Mitglied der Türsteherszene und immer wieder das Leben seiner Großeltern beschrieben. Auf seine Hooliganaktivitäten wird nur kurzweilig eingegangen.

Trotzdem sehr fesselnde und irgendwie auch mitreißende Geschichte über einen Menschen, der zuhören konnte, selber aber wenig erzählte. Der eine Heimat (Berlin hatte), jedoch irgendwie heimatlos war.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2 Tage 19. August 2004
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Dieses Buch ist innerhalb von zwei Tagen gelesen. Man legt es nicht mehr aus der Hand, weil man immer wissen will, wie es weiter bzw. aus geht.
Jana Simon, die Jugendliebe des Protagonisten, erzählt im Grunde zwei (wahre) Geschichten:
Zum einen die Geschichte der Generation der Anfang der Siebziger im Osten Geborenen. Die nicht lang genug in der DDR lebten, um ein Teil von ihr zu werden, aber zur Wendezeit schon zu alt waren, um das neue System BRD kompromißlos zu akzeptieren und somit auch nie Teil der BRD wurden.
Zum anderen erzählt sie die Geschichte ihres Freundes Felix. Eine Geschichte von inneren Konflikten und Widersprüchen, vom Streben nach Anerkennung und Zuneigung und von Kampf und Gewalt gegen andere aber auch gegen sich selbst.
Dabei gelingt es der Autorin Einblick in eine Szene zu geben, die der Öffentlichkeit sonst fest verschlossen bleibt. Die Türsteher- und Hooliganszene mit ihren eigenen Gesetzen, Pflichten und Ritualen. Sie tut das völlig zwanglos ohne moralische Verurteilung, ohne Verherrlichung. Auch aus diesem Grund ist dieses Buch eine lobenswerte Ausnahme: Es akzeptiert andere Menschen, wie sie sind und will den Leser NICHT in eine bestimmte Richtung drängen.

Der Titel „Denn wir sind anders" ist zum kleinsten Teil rechtfertigend. Er ist sicher auch provozierend, aber auch erklärend und entschuldigend.
Fünf Sterne für ein wirklich gutes Buch!

War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Innerlich zerrissen... 4. April 2007
Format:Taschenbuch
'...so hieß der Ort, an dem ich war - diese Zeile aus einem Onkelz-Song passt wie keine andere auf den hier rezensierten Roman. "Denn wir sind anders" ist die Geschichte des Felix S., erzählt von seiner Jugendliebe Jana Simon. Aber auch eine Geschichte über die Generation der "Wendekinder". Deren Vergangenheit im "real existierenden Sozialismus" mit einem Schlag ausradiert wurde. Die weder im Westen noch Osten sich richtig heimisch fühlen. Eine Geschichte über die Suche nach Identität und Anerkennung, aber auch über unzureichende Klischees. Über Gewalt und die Sehnsucht nach einem Zuhause.

Denn Felix S. ist eine zwiegespaltene Gestalt. Kickboxer, aktiver BFC-Hooligan, brutaler Türsteher, tief im Milieu verwurzelt, aber auch kulturinteressiert und eine sensible Seele. Einer, der für anderejederzeit ein offenes Ohr hat, jedoch selbst nicht über seine Gefühle sprechen kann. Jemand, der einen Hass auf die "Kanacken", die im Westen Berlins die "Türen kontrollierten", hatte, aber durch seine südafrikanischen Wurzeln selbst nicht aussah, wie der typische Deutsche. Ein Mensch, der sich außer in Ostberlin nirgendwo so richtig zuhause fühlte. Jana Simon beschreibt die Lebensgeschichte des Felix S., die so voller scheinbarer Widersprüche steckte, mit einer beeindruckenden Auffassungsgabe und geschliffenen Formulierungen. Im Laufe des Romans taucht der Leser immer mehr in Felix' Welt ein, immer aus der Sicht seiner Freundin Jana, die ihn seit dem 16.Lebensjahr kannte und nun sein Wirken nachrecherchiert. Ein Freundschaftsdienst lässt den jungen Ostberliner dann endgültig aus der Bahn geraten. 4 1/2 Jahre wegen Rauschgifthandels. Der Knast sollte das letzte bleiben, was er sehen sollte. Mit erst 30 Jahren nahm Felix' Leben ein trauriges Ende.

Dank der emotionale Nähe, die bei der Autorin zu ihrer Geschichte existiert, entsteht auch beim Leser eine gewisse Vertrautheit, eine imaginäre Verbindung zu der Person Felix S. Der gefühlvolle, aber dennoch kritisch-distanzierte Erzählstil des Romans, der auch einiges über die Vergangenheit von Felix' Familie zu berichten weiß, macht "Denn wir sind anders" zu etwas Besonderem. Wer allerdings Einblicke in die Hooliganszene, wie von manchen erwartet, verspricht, der ist bei diesem Roman Fehl am Platz. Der Bereich wird nur kurz angeschnitten, was die Bewertung zu diesem Buch allerdings nicht schmälert. Es ist jeden Cent wert! Interessant, aufrüttelnd, zum Nachdenken! Prädikat: Sehr wertvoll!
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Die neuesten Kundenrezensionen
Felix und Jana
Felix S. ' Wer ist das? Er lebte einstmals in der DDR ' er ist ein Schwarzer !!! Schon immer war er in der DDR als ein Exot angesehen. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Heidi Zengerling veröffentlicht
Wende & Heimat
Zukuenftigen Lesern dieses Buches moechte ich empfehlen, sich 'Denn wir sind anders' nicht nur unter dem Blickpunkt Berliner Hooligan-Szene anzusehen (was in den bisherigen... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von MegRyan veröffentlicht
Ein schönes Buch
Zum Inhalt haben sich die Vorrezensenten ja schon ausführlich geäußert, dass das Buch gut lesbar ist(einzige Einschränkung der Teil der die Großeltern... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. Oktober 2009 von Das_kauf-ich_Euch_ab!
Interessante Story aus dem Osten, Türstehermilieu, rechte Szene
sehr interessante Story, Geschichte eines jungen Mannes aus dem Osten, der aus der Türsteherszene in Berlin in die rechte Szene abrutscht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. August 2009 von Julia Pfalzer
sehr zufrieden
Ich habe dieses Buch für eine Freundin gekauft, sie war sehr zu fireden, wie neu war ihr Komentar! Super
Veröffentlicht am 9. Juni 2009 von Cornelia Tchorz
Felix S.
Dieses Buch hat mich sehr berührt. Ich hab es an einem Tag gelesen und mir kam es so vor, als wuerde ich Felix persönlich kennen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. Januar 2008 von Petze
Gute Geschichte, aber....
Die Geschichte ist schnell erzählt: ein Klein-Krimineller, der als Türsteher, Schläger, Geldeintreiber und Drogen-Dealer sein Geld verdient wird irgendwann... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Dezember 2007 von Harry
ein ehemaliges Modell vom Fotografen "Kingdome 19"
Das Buch erzählt von Felix S. - leider sieht man kein einziges

Bild von dem attraktiven Kickboxer. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. April 2007 von boris
Ein lieber Nachbarsjunge...
... war Felix S. sicherlich nicht. Aus den vorausgegangenen Rezesionen entschloss ich mich also dieses Buch, zwecks Interesse an der Hool-Szene, zu kaufen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Mai 2006 von catcher
Super Buch!!!!!
Also, das Buch liest man wirklich ruck-zuck durch, weil es so spannend und flüssig geschrieben ist. Lesen Sie weiter...
Am 25. Dezember 2005 veröffentlicht
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