Ich mag die Bücher von Gabriel Barylli. Nur mit diesem Buch habe ich meine Schwierigkeiten. Eine schöne Frau, die nicht treu sein kann. Ein Mann, der sich trotz aller Warnungen in genau diese Frau verliebt. Eine Hochzeit, um das Glück festzuhalten. Doch das Leben läßt sich nicht anhalten.
Und plötzlich ist die Frau weg, das Haus weg, der Job weg, und das Einkommen auf zehn Jahre verpfändet. Was bleibt ist der Hass. Soweit konnte ich dem Buch noch folgen. Die Phase der naiven Verliebtheit ist schön zu lesen, die Phase des Hasses ist sehr einleuchtend.
Doch in der Hälfte des Buches kommt eine zweifelhafte Wende. Während der Protagonist über Selbstmord nachdenkt, kommt ein Unbekannter und erklärt, dass nicht Selbstmord sondern Mord die Lösung sei. Der Unbekannte erzählt, wie er mit Mord, Folter und Terror an all jenen Gerechtigkeit übt, die ihm oder der Welt Unrecht taten. Zufall oder nicht, eine zerstörte Liebe hat den Unbekannten auf den Weg der Rache gebracht. Der Unbekannte händigt dem leidenden Protagonisten seine Waffe aus und bittet ihn, sein Werk fortzusetzen.
Die Gewalt in diesem Buch stößt an die Grenzen des Geschmacks, die Moral ist zweifelhaft. Jemanden Töten als Alternative dazu, sich selbst eine Kugel in den Kopf zu jagen, klingt beinahe krank, wenn nicht sogar schwachsinnig. Und wenn am Ende des Buches, als sich die Wege der beiden Männer wieder trennen, im Park die weißen Tauben aufsteigen, ist das der Gipfel das Makabren. Butterbrot und Honigmond, wußte Barylli, was er mit diesem Buch tat?