Balford-les-Nez ist der Schauplatz des neunten Krimis von Elizabeth George. Allerdings muß man hier ganz ohne die Spürnasen von Inspector Lynley oder seinem Freund St.James auskommen. Hier muß sich Sergeant Havers allein durchsetzen, da sie eigentlich im Urlaub ist, ebenso wie der flitternde Inspektor. Was nicht heißt, daß es keinen Vorgesetzen gibt, an dessen Meinung sie sich reiben kann. Der Vorgesetzte, der Havers Ansichten nicht immer teilt, ist weiblich, heißt Emily Barlow und ist eine frühere Freundin von Havers. Nun ist sie betraut mit der Aufklärung an dem Mord an einem Pakistani, der überraschend friedfertig gewesen zu sein scheint. Wer hat ihn ermordet? Seine Verlobte? Deren eifersüchtige Freundin, die im Falle einer Heirat ganz allein da stünde? Angehörige der pakistanischen Gemeinde, die herausgefunden haben, daß seine wahre Zuneigung eher Männern galt und diese Schande tilgen wollten? Havers und Barlow haben es nicht einfach und wie sich Havers am Ende gegen die Vorgesetzte auflehnt ist grandios in Szene gesetzt. Dieser Roman schreit eigentlich geradezu nach einer Verfilmung. Schade nur, daß man hier so gar nichts von Inspector Lynley hört - eine Postkart aus den Flitterwochen wäre doch nett gewesen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)