Bei dem Namen "Elizabeth George" erwarte ich einen intelligenten und packenden Thriller, doch dieses Mal muss ich ein paar Rezensenten hier recht geben, es ist sicher nicht ihr bestes Buch. Sprachlich gesehen natürlich wie immer auf höchstem Niveau, aber es kommt erst nach Seite 250 langsam spannend auf, und die Länge von ca. 600 Seiten macht es nicht unbedingt besser. Alle Charaktere werden zu oberflächlich behandelt, man bekommt wenig Gespür für Beweggründe, Gedankengänge oder ähnliches... man sympathisiert einfach mit niemandem und hat dann wenig Lust weiterzulesen.
Was mir ebenfalls nicht gefallen hat, ist, dass die Dialoge vollkommen überzogen (teilweise weltfremd) sind und ich konnte außerdem das Gefühl nicht loswerden, dass Elizabeth George bei der Idee der Geschichte willkürlich in einen Topf gegriffen hat, und dass die Geschichte somit nach dem Zufalls-Prinzip zusammengestellt wurde: Pfarrer stirbt - Kräuterhexe - noch eine Hexe - kleine englische Schlampen-Teenager - Gift - Schneefall - usw. Leider führt dieses ganz große Drama leider zu nichts, was ich besonders spannend fand.