Das Buch ist sprachlich einfach zu lesen und in vielerlei Hinsicht kurzweilig. Viel Glück hat er in seinen jungen Jahren gehabt, der Blacky, denn er war alles andere als ein pflegeleichtes Kind: für etwas Anerkennung von seinen Kumpels nimmt er auch mal bewusst nicht ganz legale Risiken auf sich. Ich habe keine längere Auseinandersetzung mit dem Dritten Reich erwartet: Er konnte sich als Kind kaum dagegen wehren mit reinzurutschen und das Glück, mit dem er vieles überlebt hat, scheint ihn letztlich auch Demut gelernt zu haben, selbst wenn der Übermut immer wieder durchblitzt. Sein Karrierebeginn ist eine Aneinanderreihung von "zur rechten Zeit am rechten Ort" und seiner Risikobereitschaft. Geplant war da jedenfalls nix und das war schon interessant zu lesen. Einblicke ins Privatleben werden bis zur Hochzeit mit seiner Gundel gewährt. Danach liegt der Schwerpunkt auf dem Beruf. Das bedauert der Voyeur in mir, ist aber sein gutes Recht. Name dropping gehört in einer Biographie dazu, ist für mich aber nicht immer nachvollziehbar, z.B. bei seiner Schilderung des Umfeldes von Romy Schneider. Was hat das mit seiner Biographie zu tun? Was ich wirklich vermisse sind die 60er Jahre, die in dem Buch einfach nicht stattfinden (es sei denn, in meinem Exemplar wurde ein ganzes Kapitel nicht gedruckt). Mit keinem Wort werden die Wallace-Filme erwähnt. Auch über die Talkshows hätte sich gewiß mehr erzählen lassen. Dafür nimmt Australien dann wieder zwei Kapitel ein.
Fazit: in zwei Abenden ausgelesen, prächtig amüsiert. Ein Kapitel über die Krimi-Zeit bitte noch nachreichen.