Die Tochter des einflussreichsten Bürgers einer Insel mit 12.000 Einwohnern wird ermordet, und es muss schnell ein Schuldiger gefunden werden.
Das Buch beschreibt die Entwicklung dieser Suche, in deren Zuge die ganze Gemeinde ihr wahres Gesicht zeigt: Nachbarn werden zu Feinden, Unschuldige zu Opfern, normale Bürger zu Verleumdern und Hetzern, und Menschen werden zu Sündenböcken, weil sie in den Augen der anderen anders sind. Das Ende ist zu erahnen, aber gerade in seiner Unausweichlichkeit so erschreckend: das ist keine Fiktion, so oder ähnlich kann es sich jederzeit zutragen, denn so sind die Menschen.
Jedoch reitet dieses Buch etwas zu sehr auf der Schwarz-Weiß-Malerei herum: die Inselbewohner, bis auf einige Ausnahmen, sind alles verbohrte, bigotte Kleingeister, deren Meinungen in der lokalen Zeitung immer fröhlich abgedruckt werden und denen man am liebsten durch das Buch seine Meinung entgegenschreien möchte. Dagegen bleiben sowohl das Mordopfer als auch der Sündenbock seltsam blutleer.
Obwohl das Leben nun mal zumeist auf der Seite der Mächtigen ist, hätte ich den Schluss gerne noch etwas weiter geführt sehen wollen, auf dass alle ihre gerechte Strafe bekommen.
Aber: das Leben ist grausam.