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Denn die Seele ist in deiner Hand: Ein Inspektor-Ochajon-Roman [Taschenbuch]

Batya Gur , Barbara Linner
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

1. März 2005
Auf dem Speicher eines verlassenen Wohnhauses in der Jerusalemer Altstadt wird die Leiche der 22-jährigen Zohra entdeckt. Bei seinen Ermittlungen stellt Inspektor Ochajon fest, dass die schöne junge Frau Geheimnisse in ihrem Leben barg, von denen niemand etwas ahnte. Wenig später verschwindet auch noch die zehnjährige Nesja spurlos, die Zohra vergötterte und sie stets genau beobachtet hat. Offensichtlich weiß das Kind mehr über die Hintergründe der Tat – und schwebt nun selbst in höchster Gefahr...




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Produktinformation

  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (1. März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442458439
  • ISBN-13: 978-3442458431
  • Originaltitel: Rezach baderech beit lechem
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 313.036 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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"Ein terroristischer Hintergrund?" -- In einem Staat, in dem dies die erste Frage ist, die jemandem einfällt, wenn die Polizei zu ihm kommt und die Nachricht vom Tod eines Menschen überbringt, in einem solchen Staat ist einiges im Argen. Und tatsächlich bekommen wir das Israel der Gegenwart, das uns Batya Gur in ihrem Kriminalroman Denn die Seele ist in deiner Hand schildert, als einen Staat vorgeführt, in dem die inneren Probleme fast unlösbar scheinen.

Der Mord, den Michael Ochajon, Kommissar bei der Jerusalemer Kriminalpolizei, aufzuklären hat, ist allen zunächst ein Rätsel: Eine junge Frau ist brutal ums Leben gebracht worden, eine selbstbewusste, lebenslustige, bildhübsche Frau, die in der Nachbarschaft nur "Zohra, die Glänzende" hieß, so umwerfend war ihre Ausstrahlung. Als die Beamten herausfinden, dass Zohra schwanger gewesen war, glauben sie, auf der richtigen Fährte zu sein. Doch bald tun sich andere Spuren auf: Von einem seit Jahrzehnten schwelenden Nachbarschaftsstreit ist immer wieder die Rede. Und warum hat Zohra in der Zeit vor ihrem Tod so intensiv der Vergangenheit ihrer aus dem Jemen eingewanderten Familie nachgeforscht?

In ihrer bewährten Manier benutzt Gur vordergründig eine Krimihandlung, um die gesellschaftlichen Zustände des gegenwärtigen Israel plastisch darzustellen. So ist das eigentliche Thema dieses Romans der Melting Pot Jerusalem, in dem es nicht nur zwischen Juden und Arabern immer wieder zu heftigen Konflikten kommt (das sowieso!), sondern in dem sich auch die Juden selbst je nach ihrer geografischen Herkunft wie verfeindete ethnische Gruppen verhalten: die Nordafrika-Juden (wie Ochajon einer ist) gegen die Jemeniten; die "Holocaust-Juden" aus Europa gegen die alteingesessenen Jerusalemer.

Wie immer bei Gur, bekommt man in diesem Buch ungeheuer viel vom Inneren des heutigen Israel mit. Wie schon öfters, bleibt dabei aber die Krimihandlung phasenweise auf der Strecke: Ganze Kapitel, in denen beispielsweise die Zusammensetzung eines Jerusalemer Stadtviertels beschrieben oder der Leidensweg der Jemeniten diskutiert wird, tragen nichts zum Fortgang des vordergründigen Plots bei. Das beiläufige Nebenbei, mit dem uns etwa Henning Mankell in seinen Wallander-Krimis die schwedische Realität nahe bringt, gelingt Gur nicht wirklich; man merkt an manchen Stellen zu deutlich, dass die Krimihandlung nicht der Kern, sondern nur die Hülle des Romans ist. Daher ist dieses Buch in der Hauptsache den Lesern ans Herz zu legen, die auf unterhaltsame und durchaus spannende Weise etwas über Israel erfahren möchten. --Christoph Nettersheim -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Batya Gur ist die Pathologin einer Gesellschaft, deren Innenleben schon ohne Mord und Totschlag spannend ist wie ein Krimi." (Spiegel)

"Batya Gurs Detektivromane eröffnen deutschen Zeitungslesern den Zugang zu einem Israel, das sie aus den Nachrichten der letzten Jahre nicht kennen gelernt haben. Man wünscht sich noch mehr Begegnungen mit diesem Kommissar Ochajon." (Die Welt)

"Ein besonders mitreißendes Buch von Batya Gur, mit dem sie einmal mehr beweist, was sie eigentlich gar nicht mehr beweisen muss - dass sie die beste Krimiautorin Israels ist!" (Ma' ariv)

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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Verifizierter Kauf
Es ist einige Jahre her, dass ich die ersten Romane mit Inspektor Ochajon gelesen habe. Was sich in diesen ersten Büchern schon andeutete, setzt sich in „Denn die Seele ist in deiner Hand" fort. Kurz nach Beginn der zweiten Intifada 2001 spielt dieser Roman, in dem eine junge Frau mit zerschmettertem Gesicht aufgefunden wird und ein kleines Mädchen als wichtige Zeugin plötzlich verschwindet.
Der Fall entwickelt sich, aber viel stärker als zuvor beschreibt Gur ihre Figuren auf dem Hintergrund der israelischen Gesellschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts, die geprägt ist von tiefen Spaltungen zwischen Juden und Palästinensern, frommen und säkularen Juden, Aschkenasim( Juden europäischer Abstammung) und Juden aus dem arabischen Raum. Diese Spaltungen spiegeln sich auch im Ermittlungsteam, das trotz aller Schwierigkeiten schlussendlich zum Erfolg kommt.
Wen zum Teil sehr detaillierte Schilderungen von innerjüdischen und innerisraelischen Skandalen nicht abschrecken, wen der Zustand der israelischen Gesellschaft mitten in der zweiten Intifada interessiert, wer zudem wissen will, wie die Geschichte von Michael Ochajon und seinem Team weitergeht, dem sei dieser Roman sehr empfohlen. Hauptsächlich für ein innerisraelisches und jüdisches Publikum geschrieben, leidet das Buch allerdings daran, dass die Dialoge oft zu ausufernd gestaltet sind und dass die neue Übersetzerin nicht immer ein glückliches Händchen hatte.
Ein Kriminalroman der Extraklasse, dem es gelingt, dem Leser ein Gefühl und Verständnis für die soziale und sozialpsychologische Situation seines Herkunftslandes zu vermitteln. Eine Qualität, die manch anderem Krimi zu wünschen wäre.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillanter Plot 28. Februar 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Eine schöne junge Frau wird mit zerschlagenem Gesicht auf einem Dachboden aufgefunden. Ihr Name ist Zohra und sie war gläubige Jüdin und Tochter jemenitischer Juden, die ein großes Leid hinter sich haben. Batya Gur versteht es ausgezeichnet, nicht nur den Konflikt im Dauerkriegsgebiet Naher Osten miteinzubeziehen, sondern auch eine sehr persönliche Geschichte um die Jemeniten und deren historisches Schicksal einzuflechten. Der Roman ist sehr spannend, manchmal nicht ganz einfach zu verstehen, aber intelligent und lehrreich geschrieben. Batya Gur erzählt nicht wirklich, sondern sie läßt ihre Protagonisten Dialoge führen, bei denen der Leser wie ein heimlicher Zuhörer agiert. Ein glänzender Krimi und ein politisches Sittenbild.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Inspektor Ochajon mag ich 22. Mai 2008
Format:Taschenbuch
Batya Gur (1947 - 2005) behandelte in allen Romanen, nicht nur in diesem, recht offen und durchaus kritisch den, auch bei vielen Israelis, umstrittenen Umgang mit den Palästinensern.

Die Krimis mit dem charismatischen Inspektor Ochajon, einem eingewanderten, marokkanischen Juden, sind spannend, aber nicht reißerisch geschrieben.
Man erfährt sehr viel über das Land Israel, seine Einwanderer und die daraus resultierenden Animositäten der unterschiedlichen Herkünfte.
Jedes ihrer Bücher zieht einen in eine abgeschlossene, kleine Welt, aus der es erst auf der letzten Seite ein Entrinnen gibt.

Keine 0/815 Krimi-Kost und kein typischer Krimi!
Spannungsroman wäre die richtige Bezeichnung.
5 Sterne habe ich für die Art und Weise, wie die Schriftstellerin ihre Themen behandelte und ihren Schreibstil abgegeben, nicht unbedingt für den Plot dieses interessanten Buches.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Typisch Gur 1. Mai 2003
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Wieder ein typisches Gur-Buch, das einen in den israelischen Alltag entführt und viel Wert auf die Beschreibung und Darstellung der Gefühle und Befindlichkeiten der Protagonisten legt. Das am Schluss die eigentliche Tatbegehung offen bleibt (nicht jedoch der Täter) tut ein übriges dazu.
Nur am Rande: Leider hat der/die Übersetzerin in einigen Passagen offensichtlich noch nichts vom deutschen Genitiv gehört, dafür kann allerdings die Autorin nichts.
Wer die anderen Bücher Gurs gern gelesen hat, dem wird dieses Buch auch gefallen.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschender Gur-Krimi 14. Oktober 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Wer Batja Gur aus ihren früheren Romanen kennt, wird durch "Denn die Seele ist in deiner Hand" enttäuscht. Entgegen den vorherigen Romanen ist es Batja Gur diesmal nicht gelungen, einen interessanten Kriminalfall mit einem anderen Themengebiet erfolgreich zu verknüpfen. An einigen Stellen des Romans wird die aktuelle politische Situation Israels in Spiel gebracht, jedoch weder eingehend beschrieben noch als fester Bestandteil des Romans manifestiert. Der Krimi an sich ist ebenso langweilig wie sehr schnell durchschaubar und die Fülle von ausufernden Dialogen erschwert das Lesen ungemein. Der Leser hat zudem das Gefühl, dass seit dem letzten Ochajon-Fall Jahre ins Land gegangen und daher Wissenslücken um die Protagonisten entstanden sind. Die Übersetzung des Buches lässt abschließend sehr zu wünschen übrig.
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