- Pappbilderbuch
- Verlag: München Goldmann, (1992)
- Sprache: Deutsch
- ASIN: B002202T32
- Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Produktinformation
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Gur bedient sich wie in ihren spaeteren Buechern des Genres Krimi um den/die Leserin auf spanndende Art in ein Thema einzufuehren, in diesem Fall die Psychoanalyse, spaeter die Beurteilung von Lyrik, die Musik oder das kommunitaere Leben im Kibbuz. Komissar Ochajon versucht in diesem Buch die Struktur des psychoanalytischen Insituts und letztlich der Psychoanalyse zu verstehen, um die moeglichen Motive des Moerders/der Moerderin zu erkennen, nachdem gewoehnliche materielle Habgier oder romantische Eifersucht offenbar schnell ausscheiden. Batya Gur spielt geschickt mit Tempoverschleppungen und -beschleunigungen und mit Ungleichzeitigkeiten im Erkenntnisstand des Lesers und Ochajon, die gelegentlich grosse Spannung erzeugen. Sie legt falsche Spuren und gelegentlich laesst das Tempo nach, weil man sich gemuetlich vom Patriarchen des Instituts mit Ochajon im Buch ausfuehrlich ueber die Psychoanalyse berichten laesst. Trotzdem und gerade deshalb ist ein unglaublich spannendes und fesselndes Buch, das einen nicht mehr loslaesst.
Wer vorhat, Batya Gur zu lesen, dem/der ist zu empfehlen, dass er mit diesem (da m.W. ersten)Buch anfaengt und dann chronologisch weiterliest, wie sich Ochajons Leben, sein Rabenvaterverhaeltnis zu seinem einzigen Sohn aus geschiedener Ehe weiterentwickelt. Gur setzt mit der gelegentlichen Beschreibung von Ochajons einsamen Leben, der keine Zeit fuer seinen einzigen Sohn aus ungluecklicher geschiedener Ehe hat, meines Erachtens einen gelungenen Kontrapunkt zum ewig netten, wohlgelungenen Familienleben der Brunettis bei Donna Leon. Da Gur in den spaeteren Ochajon-Krimis Rueckbezuege auf fruehere Begebenheiten zitiert, ist der Lesegenuss bei den folgenden Krimis noch groesser, wenn man die vorherigen kennt.
Zumindest die Krimis von Gur sind meiner Erfahrung nach hoechst empfehlenswert auch fuer Leute, die sonst mit Krimis nichts am Hut haben. Sie sind vielschaechtig, mehrdimensional mit spannenden Charkteren und viel mehr als ein blosser who's done it-Krimi. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Batya Gur wurde für diesen Roman mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Mann , einem Psychoanalytiker, und ihren drei Kindern in Jerusalem. Der vorliegende Roman spielt im Psychoanalytikermilieu. Man merkt , daß sich Batya Gur bestens auskennt in diesen Kreisen. Ein Mord an einer Psychoanalytikerin in einem psychoanalytischen Institut in Jerusalem ist Ausgangspunkt für den Kriminalfall. Hervorragend sind Batya Gurs Detailkenntnisse über das , was in psychoanalytischen Instituten und was in psychoanalytischen Therapien geschieht.Sie weiß, daß Psychoanalytiker meist unter sich bleiben, auch in ihrem geselligen Umgang. Psychoanalytische Gesellschaften sind elitäre Zirkel , zu denen kein Uneingeweihter Zugang bekommt. Die Eifersucht, der Neid, der elitäre Anspruch, die Konkurrenz , aber auch die Einsamkeit von Menschen, die die diesen Beruf ausüben, wird sehr gut dargestellt. Die besonderen äußeren Umstände machen die Aufklärung dieses Falles für Inspektor M.Ochajon delikat und außerordentlich schwierig. Daß es am Ende zur Aufklärung kommt ,versteht sich. Das Buch ist spannend geschrieben und überaus interessant für alle jene, die etwas über das besondere Gebiet der Psychoanalyse erfahren wollen.
Ich beginne zunehmend, Kriminalromane als literarische Gattung zu betrachten, die unter gewissen Bedingungen anspruchsvolle Leser durchaus anzusprechen vermögen. Wenn sie ,wie im vorliegenden Band, sprachlich differenziert geschrieben, psychologisch ausgefeilt und gesellschaftliche Zustände beschreibend sind, dazu womöglich nicht mal gar so entfernt vom wirklichen Leben , können sie einen ausgezeichneten Lesegenuß gewährleisten. Hier liegt ein solches Buch vor, das man wirklich empfehlen kann. Claudine Borries
Als er gerade aus seinem Zimmer noch ein paar Stühle holen will, findet er dort, im Analytikersessel, seine Supervisorin, Eva Neidorf - und nicht schlafend, wie er zunächst glaubt, sondern tot, erschossen.
Damit steht Inspektor Michael Ochajon von der Jerusalemer Kriminalpolizei vor einem Mordfall, wie er ungewöhnlicher nicht sein kann - denn alle Verdächtigen sind Mitglieder der Psychoanalytischen Gesellschaft und mit der Toten in einem engen Netz gegenseitiger Abhängigkeiten verstrickt.
Batya Gurs Buch läßt einen eine fremde Welt entdecken. Es ist nicht nur ein Kriminalroman, der stringent aufgebaut und packend ist, sondern gibt auch tiefe Einsichten über das mitmenschliche Zusammenleben und insbesondere das Milieu, die psychoanalytische Gesellschaft, die zunächst perfekt und glatt erscheint - aber diese Bild bekommt bald Risse ...
Das wird nicht mein letzter Roman von Batya Gur gewesen sein! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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