Sie werden sich sicherlich etwas wundern, aber ich habe das Buch schon vor einigen Jahren gelesen und kann nun auch keine genaue Schilderung der Handlung bieten. Ein Mann erzählt seine Lebenserinnerungen ausgehend von der Kindheit im ungarisch - rumänischem Outback der KuK-Monarchie bis hinein in die Jahre des Dritten Reiches. Humor, bitterer Realismus und Ernst, große Wahrhaftigkeit, Sinnlichkeit und eine düstere, bedrängende Schilderung der Nacht, in der Österreich der Anschluß ans Reich "gelang", sind mir ebenso in Erinnerung geblieben, wie seine Affäre oder Liebe zu einer jüdischen(!) Geschäftsfrau in Budapest, die mir so widersprüchlich und doch so geschlossen und nachvollziehbar schien, wie sein Antisemitismus, der eher ein dauerhafter, gewissermaßen selbstverständlicher und scheinbar rational begründbarer Bestandteil des Vielvölkerstaates Österreich war. Rezzori schildert Wirklichkeit. Wundern Sie sich bitte nicht, aber ich dachte mir beim Lesen: so ist es (das Leben). Punkt aus. Ganz große Klasse!