Graßmann = Physiker. Das merkt man, und dies will er auch. Er schreibt nicht nur mit einem scharfen Verstand und klarer Geistesanwesenheit über die anscheinende "Eigenart des Menschen", sondern auch (und im Laufe des Buches immer mehr) sehr physikalisch.
Was mich an dem Werk ein wenig stört ist, dass die Strukturiertheit ein wenig zu wünschen übrig lässt. Des weiteren wird es manchmal sehr komplex, da ist es schwer zu folgen (obwohl das Thema dann doch nicht so überaus wichtig war). Und Graßmann wirft viele Fragen auf, die er (bewusst) nicht beantwortet. Schade!
Weiterhin hätte ich mir persönlich gewünscht, dass er es in Frage stellt, ob das Denken wirklich die Eigenart des Menschen sei. Das tut er zwar, doch leider nur sehr, sehr kurz, anschließend geht er darauf nicht mehr ein.
Was ich sehr positiv finde ist, dass das Buch anregt, selbst sich darüber Gedanken zu machen. Aber vor allem, dass es klar macht, dass Maschinen nicht denken können - hierzu sollte man das Buch aber wachsam gelesen haben, denn schließlich will das in der heutigen Zeit gut - sehr gut - argumentiert sein! - Man denke nur an "Menschmaschinen" von Rodney Brooks, der auch mit einer unglaublichen Logik und einem klaren Verstand genau das Gegenteil vertritt, und er tut es einem wahrlich schwer, Gegenargumente zu bringen. Graßmann ist ein Weg, um z.B. gegen Brooks argumentieren zu können, oder eben gegen jeden beliebigen der da behauptet Maschinen können den Menschen komplett ersetzen, Maschinen könnten denken.