Ich bin kein grundsätzlicher Gegner von Pop-Science Büchern. Hafener ist weder Psychologe noch Wissenschaftler und das ist völlig okay.
Nun, zumindest wäre es solange okay, wenn die dargestellten Sachverhalte nicht derart falsch dargestellt werden würden. Entweder sind die Fakten schlecht recherchiert (z.B. hat Paul Watzlawick nicht die "selbsterfüllende Prophezeiung" entdeckt) oder logisch falsch (z.B. kann man mittels empirischer Methoden nichts "beweisen"). Hinzu kommt das Problem, dass zahlreiche psychologische Experimente krass vereinfacht dargestellt, deren Ergebnisse verfälscht und zu Hafeners Aussagen passend zurecht gedreht werden. Ich halte dies insofern für umso problematischer, da ein Verfasser, v.a. von Literatur psychologischen Inhalt und daher starken Potential zur Suggestion, eine gewisse Verantwortung gegenüber hat. Ehrlichkeit und Verantwortung scheint aber bei Hafener nicht groß geschrieben zu sein. Dies ist mir schon beim Buch 'Ich weiß, was du denkst' aufgefallen. Dieser traurige Sachverhalt wird in beiden Büchern nur noch einmal davon getoppt, dass Hafener anscheinend einen Zwang zur ständigen Selbstglorifikation hat - so stark, dass man sich als Psychologe ernsthaft Sorgen macht, ob er nicht unter gravierenden Minderwertigkeitsgefühlen leidet. Schade eigentlich, denn Hafener scheint ja ein toller Künstler zu sein, doch als Autor ist er weit über seinen Kompetenzbereich getreten...