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Denken mit Oscar Wilde
 
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Denken mit Oscar Wilde [Broschiert]

Oscar Wilde , Wolfgang Kraus
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Produktinformation

  • Broschiert: 115 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 2 (24. Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257238878
  • ISBN-13: 978-3257238877
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,2 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Oscar Wilde
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Als der junge Oscar Wilde mit seinem ersten, von der Kritik nicht sonderlich wohlwollend aufgenommenen Gedichtbändchen in der Tasche zum ersten Mal nach Amerika einreiste, antwortete er dem Zollbeamten auf seine Frage, ob er etwas zu verzollen habe: »Nur mein Genie, weiter nichts.« Oscar Wilde war ein fleischgewordenes Bonmot, er schockierte und entzückte seine Zeitgenossen durch Paradoxien, die oft nichts anderes waren als verfrühte Wahrheiten der Zukunft, und die für uns heute weitaus näher und ernster sind als für die Gesellschaft, die sie belachte. Wolfgang Kraus hat aus Oscar Wildes Werk die besten, verblüffendsten Aphorismen und deren gibt es viele herausgesiebt. Das Ergebnis ist ein Brevier für den Dandy, für den Wilde-Liebhaber, für jeden, der extravagant denkt.

Über den Autor

Oscar Wilde, geb. 1854 in Dublin, studierte erst am Trinity College in Dublin, dann in Oxford, wo er sich mehr und mehr einem Ästhetizismus zuwandte, den er nicht nur in der Kunst, sondern auch im Leben zum Maß aller Dinge machte. 1884 heiratete er in London; zwei Söhne wurden geboren. In den folgenden Jahren entfremdete er sich zunehmend von seiner Frau und wurde sich wohl seiner homoerotischen Neigungen deutlicher bewusst. Gleichzeitig nahm sein Ruhm stetig zu; in rascher Folge entstanden Essays, sein einziger Roman 'Das Bildnis des Dorian Gray', die Märchen, Erzählungen und mehrere Theaterstücke. 1895 wurde er wegen seiner Liebesbeziehung zum jungen Lord Alfred Douglas in einen Prozess mit dessen Vater verwickelt, der ihm zum Verhängnis wurde: Wilde wurde zu Zwangsarbeit verurteilt und war nun gesellschaftlich, aber auch künstlerisch erledigt. 1897 aus seiner Einzelzelle entlassen, floh er nach Frankreich, unternahm noch einige Reisen und starb 1900 resigniert in Paris.ris.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Broschiert
Das vorliegende Buch enthält Aphorismen, Sentenzen, Bonmots, aber auch einige Gleichnisse des englischen Erzählers und Dramatikers Oscar Wilde (1854-1900) .
Der in Irland geborene Schriftsteller lebte ab 1879 in London, wo er durch seine extravagante Lebensführung bekannt wurde; 1895 wurde er wegen Homosexualität zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Reading verbüßte. Wie Wolfgang Kraus im Vorwort unmissverständlich zum Ausdruck bringt, wurde Wilde nicht durch seinen Freund Lord Alfred Douglas ins Unglück gestürzt, sondern durch jene Figuren , die von den Todfeinden des erfolgreichen Dichters auf die Zeugenbank gestellt wurden.
Wilde war der bedeutendste Vertreter des Ästhetizismus in England. In diesem Sinn versucht der Held seines Romans " Das Bildnis des Dorian Gray " sein Leben als Kunstwerk zu gestalten, scheitert aber an seinem Gewissen. In Wildes Märchen werden die gesellschaftlichen Missstände romantisch verklärt und zugleich sozialkritisch enthüllt. Seine erfolgreichen Gesellschaftslustspiele leben vom geschliffenen Dialog und geistreichen Witz. Die Tragödie " Salomé " auf die Kraus auch zu sprechen kommt, vertonte Richard Strauss 1905.

Diverse Bonmots im Buch sind sicher nicht nur Wilde-Lesern bekannt, so etwas gleich zu Beginn der Satz: " Mir sind Menschen lieber als Prinzipien, und Menschen ohne Prinzipien das liebste auf der Welt. " Wilde schätzte demnach Freigeister, Menschen, die so waren wie er selbst. Viele hat er im viktorianischen England davon damals nicht gefunden.
Es spricht für Wildes psychologisches Einfühlungsvermögen, dass er im Ehrgeiz die Wurzel aller Hässlichkeit ausmacht und erkennt, dass selbst der Mutigste unter uns Angst hat - Angst vor sich selbst. Er nimmt vieles von dem, was Psychologen später sagen, vorweg, so auch wenn er konstatiert, dass wir für unsere Entsagung büßen. Er weiß, dass jeder Trieb, den wir unterdrücken, in unserem Inneren weiter keimt und Gift ist. Er folgert, dass immer dann, wenn der Körper sündigt, er durch das Sündigen gereinigt wird, weil Tat immer Reinigung ist. Zurück bleibt, so der Analytiker Wilde, nur Erinnerung an der Lust und die Wollust der Reue.
Der Gedanke, dass Reue durch das Gefühl der Wollust besetzt sein kann, wurde sicher zu seinen Lebzeiten als Blasphemie betrachtet.
Wilde ist ein bewusster Individualist, der erkannt hat, dass die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft von der Entwicklung des einzelnen abhängt." Wo man die individuelle Entwicklung aufgegeben hat, senkt sich das geistige Allgemeinniveau sofort. " Dieser Erkenntnis stimme ich ohne Einschränkung zu.
Das Buch ist in verschiedene Kapitel untergliedert. Die Gedanken aus dem Kapitel " Magie der Schönheit " zeigen, dass Wilde am meisten von der Schönheit und der Jugend inspiriert wurde.
Für ihn steht fest, dass in uns ein Sinn für Schönheit lebt und zwar von den anderen Sinnen getrennt und über ihnen schwebend, getrennt von der Vernunft und edler als sie, getrennt von der Seele und an Wert ihr gleich. Denkt man an den " Goldenen Schnitt" wie auch das harmonische Quadrat, so erhält man eine Idee von der Schönheit der Zahlen. Auf Zahlen lässt sich alles zurückführen und sie bilden die Grundvoraussetzung so genannter Sphärenmusik. Möglichweise dachte Wilde genau daran als er zur Erkenntnis kam, dass der Sinn für Schönheit über allen anderen Sinnen schwebt. Aber Wilde geht noch einen Schritt weiter und kommt zum Ergebnis, dass das Höchste, was wir erlangen können, darin besteht Schönheit zu begreifen. Dies sehe ich ganz ähnlich, weil eine solche Erkenntnis demütig und friedfertig macht. Schönheit findet ihren Ausdruck in Harmonie und führt insofern fast immer zur Freude, wenn man sich ihr vorbehaltlos öffnet.
Man liest von Wildes Liebe zu den Griechen, insbesondere zu deren feinem künstlerischen Instinkt. In der Folge sind Betrachtung über die Kunst ein großes Thema für ihn. Sehr bemerkenswert finde ich seinen Gedanken, dass Kunst Leidenschaft sei, weil in ihrem Bereich die Empfindung den Gedanken, der sich fester Bestimmung entzieht, färbt. " Hier herrschen die zarten Stimmungen kostbarer Augenblicke und nicht die Strenge wissenschaftlicher Formeln oder der Zwang theologischer Dogmatik. Die Kunst spricht von Seele zu Seele" ....und an anderer Stelle weiter: " Betrachtet ein Mensch das Leben vom künstlerischen Standpunkt, so hat er das Gehirn im Herzen. "
Mich berührt am meisten, wie sehr dieser brillante Kopf immer wieder die Psyche in alle Betrachtungen mit einbezieht. " Wollen wir unser Temperament bilden, müssen wir uns an die Künste halten, die uns berühren, nicht an Künste, die bloß belehren."
Seine Überlegungen zur Liebe, haben mich lange innehalten lassen. Von allen Sentenzen zu diesem Thema haben mich folgende am meisten gefesselt: " Das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes " und schließlich nachstehendes gedankliches Vermächtnis Wildes mit, welchem ich diese Rezension abschließen möchte:

" Liebe ist besser als Weisheit. "
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Psychogramm eines Ästheten 23. Februar 2009
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
"A thing of beauty is a joy forever, Its loveliness increases;
it will never pass into nothingness."
John Keats, Endymion: A Poetic Romance

Oscar Wilde (1854-1900) ist ein Name, der die Leichtigkeit des Seins, die Vielfältigkeit der Beziehungen, die Tiefe der Erotik und das Fluide der Dauer verkörpert. Er ist am 16.10. geboren im Sternkreis der Waage. Er ist Renaissance-Mann, denn alles Leben ist Kunst und wie ein Maler eine leere Leinwand sein Leben nennt, ist es für Wilde das Leben selbst, welches seiner Farbe bedarf. Eine Welt, die von ihm erschaffen eine immerwährend idealistische ist. Liberal in den Auffassungen und doch voller Prinzipien, Pionier auf jedem Gebiet und verliebt in die paradoxe Form der gebundenen Unabhängigkeit, Oscar Wilde verkörpert dies alles in seinem Leben. Und noch vielmehr in seinen Werken. Hohe Ideale, Ästhetik und sein sinnliches Verlangen nach Nähe überträgt er seinem Dorian Gray. Oscar Wilde ist von der Venus regiert, seine venusischen Qualitäten sind hellenistisch: Schönheit, Klugheit, Einheit. Und doch ist der Venus-Mann der eigentliche Cupido, wenn er den gewüschten Kuss Salome gierig verlangend bis zum Tode gönnt.

Wilde selbst fühlt sich wie der Gott des Lichts, wie Apoll steht er da, gepaart mit der Intelligenz und starken Vernunft. Und doch auch voller Leidenschaft. Wie Apollo, der erst spät auf den Pantheon kam, gewinnt er mit Leichtigkeit die Musen der Musik, der Kunst, des Tanzes und des Lichts. Doch nicht nur scheinen wie Helios genügt ihm, er will gesehen werden. Das Licht repräsentiert spektral die Zahl sieben, Apollos heilige Zahl und so ist Oscar Wilde in allem die Personifizierung erleuchteter Eigenschaften.
Wilde ist der Aktive im Leben, der die Verwechselung als Spass erkennt (siehe Bunbury), der die Weisheiten der Welt in Aphorismen packt, der Liebe in welcher Form auch immer seiner gegensätzlichen Gesellschaft offenbart. Sein Bonvivantismus kann bis ins pathologische reichen, seine Phantasie ist hyperaktiv und seine Liebe zur Kunst und zum Leben grenzt an eine Art Performance, die ihn selbst zur Künstlichkeit verändert. Sein Leben nimmt er als Leichtgewicht, das Motto des ewigen Lebens wird zum Motto der ewigen Lebendigkeit, seine zahlreichen Talente sind ohne Spezialisierung, was er anfasst wird Gold, Gold, dass in anderen Neid erzeugte.

Angeklagt und verurteilt im Jahre 1895, zwei Jahre Haft in Reading und dann die Zeit in Paris. Einsam, allein, krank und dann tot zur Jahrhundertwende. Er war ein neuer Don Quijote, sein Leben war eines nach Wunsch und Vorstellung, dass Ende die Konfrontation mit der Realität, der Vorhang der befohlenen Vernunft fiel vor sein der Schönheit zugewandtes Talent. Nimmt man die griechische Herkunft talenton, das lateinische Synonym Talentum ist man bei Gewicht oder Waagenschale, wieder bei der Waage, das Symbol des Sternzeichens des Oscar Wildes. Der Kreis schliesst sich zum Ende eines Mannes, den das Blubbern unter der Oberfläche niemals interessierte. Ein Mann als personifizierte Idee der Schönheit. Ein großer Dichter, ein Genius.
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