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Denken mit Karl Kraus: Sprüche und Widersprüche über Moral und Politik, Phantasie und Künstler, Frauen und Psychologen, Journalisten und Dummköpfe
 
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Denken mit Karl Kraus: Sprüche und Widersprüche über Moral und Politik, Phantasie und Künstler, Frauen und Psychologen, Journalisten und Dummköpfe [Broschiert]

Karl Kraus
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Produktinformation

  • Broschiert: 153 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257236409
  • ISBN-13: 978-3257236408
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Karl Kraus
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Karl Kraus war eine der widersprüchlichsten und zugleich einflußreichsten Persönlichkeiten der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts, ein einsamer Kämpfer gegen den Zeitgeist, der oft Ungeist war, ein monomanischer Publizist und Schriftsteller, der immer gegen etwas anschrieb.

Über den Autor

Karl Kraus, 1894-1936, gilt heute als einer der bedeutendsten Sprach- und Kulturkritiker des 20. Jahrhunderts. Mit seiner Zeitschrift 'Die Fackel' und seinem literarischen Schaffen war er unbestechlicher Kommentator des kulturellen und politischen Zeitgeschehens.

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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen " Die Sprache ist die Mutter, nicht die Magd des Gedankens." ( Karl Kraus), 4. März 2009
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Denken mit Karl Kraus: Sprüche und Widersprüche über Moral und Politik, Phantasie und Künstler, Frauen und Psychologen, Journalisten und Dummköpfe (Broschiert)
Das Buch " Denken mit Karl Kraus " beinhaltet Sprüche und Widersprüche über Moral und Politik, Phantasie und Künstler, Frauen und Psychologen, Journalisten und Dummköpfe, wie man dem Buchdeckel bereits entnehmen kann.

Wer war dieser Karl Kraus?

Roger Willemsen sagt " Karl Kraus war ein ironischer Meister, sein Werk ist pointendicht wie kaum ein zweites in deutscher Sprache. Mit einem Unterschied. Es war ihm ernst. Er maß seine Zeit am Ideal des Humanen, um seine Ironie war Sprechform der Enttäuschung, der Klage wie der Anklage."

Der österreichische Schriftsteller Karl Kraus (28.4.1874- 12.6.1936) schrieb meistens satirische Aphorismen, Epigramme, Essays, Glossen und Gedichte.

Die von ihm gegründete kulturkritische Zeitschrift " Die Fackel " (1899 bis 1936) wurde für Kraus zum Forum des Kampfes gegen die " Verlotterung der Sprache ", für ihn Ausdruck der Korruption und geistigen Unwahrhaftigkeit der Gesellschaft, des Verfalls der Kultur überhaupt. Er entwickelte ein Verfahren der Sprachkritik mithilfe des Zitats, in dem der Text zum Zeugen gegen seinen Urheber wird. In seinem dramatischen Hauptwerk " Die letzten Tage der Menschheit " sind dokumentarisch belegte Wirklichkeitsfetzen in mehr als 200 Einzelszenen zu einer Apokalypse des ersten Weltkriegs montiert. Seine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus erschien erst 1952. Seine zahlreichen Gegner , unter ihnen Alfred Kerr, sahen in ihm einen verbitterten Misanthropen.

Die Anmerkungen von Kurt Wolff und Hans Weigel über Karl Kraus lassen erahnen um welchen Menschen es sich bei Kraus gehandelt hat.

Kraus ist sehr skeptisch, was die Bildung seiner Mitmenschen anbelangt, denn er konstatiert, das Bildung das sei, was die meisten empfangen, viele weitergeben und wenige haben.

Messerscharf erkennt er, dass in der deutschen Bildung die Bescheidwissenschaft den ersten Platz einnimmt und hoffnungsfroh mutmaßt er " Wenn einer universell gebildet gilt, hat er vielleicht noch eine große Chance im Leben: dass er es am Ende doch nicht ist."

Kraus beobachtet die Politiker genau und kennt das Geheimnis des Agitators, das nach seiner Ansicht darin besteht, sich so dumm zu machen, wie seine Zuhörer sind, damit sie glauben sie seien so gescheit wie er. Verstellung dieser Art kann man nicht nur in der Politik beobachten. Sie funktioniert immer, weil sie der Eitelkeit schmeichelt.

Die Einstellung von Kraus gegenüber Frauen scheint ambivalent gewesen zu sein. Gefallen hat mir das Zitat " Wenn Frauen, die sich schminken, minderwertig sind, dann sind Männer, die Phantasie haben, wertlos ", weniger hingegen: " Hüte dich vor den Frauen! Du kannst dir eine Weltanschauung holen, die dir das Mark zerfressen wird ".... und noch weniger die Sentenz " Die schöne Frau hat so viel Verstand mitbekommen, dass man alles zu ihr und nichts mit ihr sprechen kann ", gleichwohl erkennt Kraus auch " Mancher rächt sich an einer Frau durch Gemeinheiten, was er durch Torheit an ihr gesündigt hat. " Kraus scheint kein Liebling der Frauen gewesen zu sein, im Gegensatz zu Kerr. Sehen wir ihm also seine diesbezüglichen Biestigkeiten nach.

Gefallen haben mir seine Definitionen des Begriffs Aphorismus. Die sind eine ausgezeichnete Lesehilfe für seine Aphorismen. " Ein Aphorismus braucht nicht wahr zu sein, aber er soll die Wahrheit überflügeln. Er muss mit einem Satz über sie hinauskommen."

Das Gesagte bringt er am besten auf den Punkt durch nachstehende Sentenz: " Die Zeitungen haben zum Leben annähernd dasselbe Verhältnis, wie die Kartenaufschlägerin zur Metaphysik."

Ziemlich bösartig gegenüber Journalisten meint er: " Keinen Gedanken haben und ihn ausdrücken können- das macht den Journalisten ". Kraus verstand es sich unbeliebt zu machen.

Sein Verhältnis zur Psychoanalyse irritiert. Hier ist er Kind seiner Zeit, wenn er sagt " Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält." In auffallend vielen Sätzen wehrt er sich gegen Psychoanalyse, zwar stets witzig, aber er dokumentiert letztlich seine Angst vor ihr.

Ich will Kraus nicht an seinen intellektuellen Fehleinschätzungen messen, die auf gewisse Defizite in seiner Persönlichkeit hinweisen. Diese gilt besonders für sein Verhältnis gegenüber Frauen, sondern an seiner Brillanz, wenn er politische Themen fokussiert.

Bemerkenswert klug ist der Satz. " Jeder Staat führt den Krieg gegen die eigene Kultur. Anstatt gegen die eigene Unkultur."

Motive für Krieg bringt er mit folgender Sentenz gekonnt auf den Punkt: " Als zum ersten Mal das Wort " Friede " ausgesprochen wurde, entstand auf der Börse eine Panik. Sie schrien auf im Schmerz: Wir haben verdient! Lasst uns den Krieg! Wir haben den Krieg verdient. "

Ich habe die Aphorismen von Karl Kraus mit großem Interesse gelesen, finde sie sind gut ausgewählt und gebe 5 Sterne, weil Kraus ähnlich wie Wilde seine Gedanken witzig und mit viel Esprit in wenigen Worten auf den Punkt zu bringen vermag.

Mit Kerr teile ich die Meinung, dass Kraus ein ziemlich verbitterter Mensch war. Die Sentenzen sprechen für sich. Da braucht man nichts hineinzudeuteln.
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