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Denken mit Georg Christoph Lichtenberg: Ausgewählt und mit einem Vorwort von Egon Friedell
 
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Denken mit Georg Christoph Lichtenberg: Ausgewählt und mit einem Vorwort von Egon Friedell [Broschiert]

Georg Christoph Lichtenberg
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Produktinformation

  • Broschiert: 252 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (24. Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 325723886X
  • ISBN-13: 978-3257238860
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,2 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Georg Christoph Lichtenberg
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) war Physiker, Mathematiker, Astronom, Kunsthistoriker und Schriftsteller und gleichsam der Erfinder des Aphorismus. Egon Friedell, ein Verehrer und Geistesverwandter Lichtenbergs, hat 1910 ein »verkleinertes Bild seines Gedankenlebens« zusammengestellt, das hier endlich wieder vorliegt, und eine Tour d'Horizon bietet zu Themen wie »Der Selbstdenker«, »Über Philosophie«, »Zur Naturgeschichte der Seele«, »Beobachtungen vom Menschen«, »Vom Lesen« bis »Zur Politik«, »Über Physiognomik« und »Lebensmaximen«.

Über den Autor

Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), war Naturwissenschaftler und Schriftsteller. Er zählt zu den geistreichsten Satirikern der deutschen Aufklärung. Lichtenberg war das 18. Kind eines Generalsuperintendanten. Nach dem Studium der Mathematik und Naturwissenschaften wurde er 1770 in Göttingen Professor für Experimentalphysik und Naturwissenschaften. Abgesehen von seinen Sudelbüchern äußerte sich seine literarische Tätigkeit u.a. in der Herausgabe des Göttingischen Taschen-Calenders (ab 1777 bis zu seinem Tod) und des Göttingischen Magazins der Wissenschaften und der Literatur (1780-1785). Wegen seines körperlichen Leidens (eine Rückgratverkrümmung, die Zwergwuchs zur Folge hatte) führte Lichtenberg bis zu seinem Tod ein zurückgezogenes Leben.Egon Friedell (bis 1916 Friedmann) wurde am 21. Januar 1878 in Wien geboren. Er studierte Philosophie und Germanistik und promovierte 1904 mit einer Arbeit über 'Novalis als Philosoph'. Als Dramatiker, Kabarettist und Theaterkritiker, als Freund von Peter Altenberg und Alfred Polar gehörte er zu den bestimmenden Persönlichkeiten des Wiener Kulturlebens. Von 1922 bis 1927 war er Schauspieler bei Max Reinhardt in Berlin und Wien, dann freier Schriftsteller. Berühmt machte ihn seine 'Kulturgeschichte der Neuzeit' (3 Bände 1927-1931). Kurz nach dem deutschen Einmarsch in Österreich nahm sich Friedell am 16. März 1938 das Leben.

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Broschiert
gehört meiner Meinung nach wohl die Kunst, Bücher zu beurteilen, ohne sie gelesen zu haben." ( Zitat: Georg Christoph Lichtenberg)

Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) war Professor für Mathematik und Physik in Göttingen, außerdem war er Schriftsteller. Er betrieb intensive naturwissenschaftliche Forschungen u .a . in der Elektrizitätslehre, Astronomie , Geophysik und Meteorologie. Sein Ruf als Schriftsteller beruht vor allem auf seinen ironisch geistvollen
" Sudelbüchern ", in denen er sich als Repräsentant der Aufklärung erweist.

"Denken mit Georg Christoph Lichtenberg " beinhaltet Essays und Aphorismen über Philosophie und Naturgeschichte der Seele, Gelehrte und Schriftsteller, Theater und Politik des großen Denkers. Das erhellende Vorwort hat Egon Friedell verfasst, der die Leser wissen lässt, dass Lichtenberg gegen die Gebrechen seiner Zeit nie leidenschaftlich Partei ergriffen hat, stattdessen stets in der Reservestellung eines kühlen Mentors blieb.

Vor wenigen Tagen las ich aus der gleichen Serie " Denken mit Oscar Wilde " und muss von daher vorsichtig sein in meinem Urteil, nicht zuletzt weil Lichtenberg nicht über die sprachliche Geschliffenheit eines Wilde verfügt. Im Denken steht er allerdings Oscar Wilde in nichts nach und darauf kommt es letztlich in der Beurteilung an.

Bei den Beobachtungen über den Menschen allerdings findet man Bonmots, die das Niveau Wildes auch sprachlich erreichen. So weiß er zu berichten, dass er immer gefunden habe, dass die sogenannten schlechten Leute gewinnen, wenn man sie genauer kennen lernt und die guten verlieren und sich bei den meisten Menschen der Unglaube in einer Sache auf dem blinden Glauben in einer andern gründet.
Lebt man schon ein wenig länger auf dieser Welt, weiß man um den schönen Schein und kennt die ideologische Verbohrtheit seiner Zeitgenossen. Im Grunde kann man immer nur noch positiv überrascht werden.
An anderer Stelle liest man eine kleine Sentenz " Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten. " Das kann ich bestätigen. Von frühester Kindheit an kannte ich Menschen, die zwölf Stunden am Tag mindestens arbeiteten und nie über Zeitnot klagten. Später sind mir auch Müßiggänger begegnet, die nicht die innere Freiheit besaßen, zu ihrem Müßiggang zu stehen. Diese jammerten ohne Unterlass keine Zeit zu haben. Bedauernswerte Personen.
Mich über Lichtenbergs Gedanken zu Technik des Dramas hier auszubreiten führt zu weit, - soviel nur: es lohnt, sich damit zu befassen -. Ich beschränke mich in meiner knappen Betrachtung auf seine seine Lebensmaximen, weil diese viel über den Schriftsteller aussagen.
" Wer in sich selbst verliebt ist, hat wenigstens bei seiner Liebe den Vorteil, dass er nicht viele Nebenbuhler hat. " Vielleicht ist ja die Angst von seinem Nächsten nicht angenommen, nicht geliebt zu werden, weil man sich für nicht würdig erachtet, das eigentlich Motiv mancher Menschen grenzenlos egozentriert zu handeln. Vielleicht fußt Egozentriertheit auf einem Minderwertigkeitskomplex. Psychologen wissen sicher eine Antwort.
" Wie glücklich würde mancher leben, wenn er sich um anderer Leute Sachen so wenig bekümmert, als um die eigenen ". Diesen Eindruck habe ich schon lange, wenn ich die Aufgeregtheiten all über all sehe und den Neid, der letztlich durch die Medien geschürt wird.
Die Menschen werden durch das pausenlose Schielen auf den Erfolg und die Habe ihrer Mitmenschen wie gelähmt. Ihre Kreativität gerät auf den Nullpunkt. Das ist sehr schade.
Um die Neugierde auf das Buch etwas zu potenzieren, möchte ich Lichtensbergs Vermächtnis in Sachen Lebenskunst noch zitieren:
" Jeden Augenblick des Lebens, er falle aus welcher Hand des Schicksals er wolle uns zu, den günstigen sowie den ungünstigen, zum bestmöglichen zu machen, darin besteht die Kunst des Lebens und das eigentliche Vorrecht eines vernünftigen Wesens. "
Ein kluger Mann.
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