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Denken mit Fernando Pessoa: Sätze, Reflexionen, Verse und Prosastücke über Leben und Traum, Seele und Herz, Vernunft und Absurdes, Ästhetisches und Mystisches
 
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Denken mit Fernando Pessoa: Sätze, Reflexionen, Verse und Prosastücke über Leben und Traum, Seele und Herz, Vernunft und Absurdes, Ästhetisches und Mystisches [Broschiert]

Fernando Pessoa
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 151 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 2., Aufl. (August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257237405
  • ISBN-13: 978-3257237405
  • Originaltitel: Wenn das Herz denken könnte....
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,2 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 22.475 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Fernando Pessoa
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Wenn das Herz denken könnte, stünde es still." In diesem Spannungsfeld von Gefühl und Verstand sind die Reflexionen, Betrachtungen und kleinen Prosastücke von Fernando Pessoa angesiedelt, die in diesem Buch aus seinem gesamten Werk gesichtet und zusammengetragen sind. Ein Hauptanliegen seines Schreibens war gewiss, die beiden Ortungssysteme der menschlichen Erkenntnismöglichkeit in ihrer Qualität immer weiter voranzutreiben. Und umgekehrt hinterfragt er unter Aufbringung all seiner Formulierungskraft das Phänomen der Gefühle. Trotz der Pessoa eigenen Melancholie war dem Autor - nicht ohne Sendungsbewusstsein - daran gelegen, seine Erforschungen an die Leser zu bringen. Diese Auswahl möchte dabei ein Lotse sein.

Über den Autor

Fernando Pessoa (1888-1935), der wohl bedeutendste moderne Dichter Portugals, ist auch bei uns mit dem Buch der Unruhe plötzlich bekannt geworden. Er gehört zu den großen literarischen Erneuerern, ist nicht nur der Begründer der modernen Dichtung seines Landes, sondern eine der Schlüsselfiguren in der Entwicklung der zeitgenössischen Dichtung überhaupt. Er schuf nicht nur Gedichte und poetische Prosatexte verschiedenster, ja widersprüchlichster Art, sondern Verkörperungen der Gegenstände seines Denkens und Dichtens: seine Heteronyme. Er gab seinem vielfältig gespaltenen Ich die Namen Alberto Caeiro, Ricardo Reis, Álvaro de Campos und eben Pessoa, das im Portugiesischen so viel wie "Person, Maske, Fiktion, Niemand" bedeutet.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
"Immer wieder, denn wir sind nicht mehr die, die wir gestern waren."

Vor 120 Jahren wurde Fernando Pessoa (1888-1935) in Lissabon geboren. "O Lissabon, du meine Heimstatt" (S.46) zeigt einzig, wo er sich geborgen fühlt. Seine Gedanken, Reflexion dagegen sind von so einer Unentschiedenheit, dass das Suchen des Ganzen ihnen immanent ist. "Ach, dass ich nicht alle Menschen bin und von allem ein Teil" (S.17) zeigt diese Ambivalenz und auch die Frage, wo bin ich mehr. Der Abgrund ist die Blindheit des Sehens, sagt er und darin kann die Idee des Sich-Selbst-Verlierens liegen, um sich zu finden. "Von den Gespenstern des Glaubens überzulaufen zu den Gespenstern der Vernunft ist nur ein Gefängnistausch", nur wer sich von Altem befreit, kann auf Neues mit gleichen Ideen verzichten. Darum denkt Pessoa in Aphorismen, die kurz nur zeigen, was bewegt: Verwirklichung. "Wir verwirklichen uns nie. Wir sind zwei Abgründe - ein Brunnen, der in den Himmel schaut". Ein Landvermesser, der das Schoss sieht und seine Unerreichbarkeit. "Schluss mit den Halb-Göttern" dieser Welt, den Götzen, denen wir dienen, "wo sind Menschen", so sein vehementes Auftreten für das Eigentliche, dem Wahren, um doch wieder zu suchen nach Schutz, sich "an den Schreibtisch zu lehnen wie an ein Bollwerk gegen das Leben".

Das Spannungsfeld zwischen Vernunft und Gefühl, Rationalität und Metaphysik ist für Pessoa ein Feld der Reflexionen. Dieser Dualismus der Menschen hält ihn gespalten und doch ist Pessoas Streben, eine Einheit herzustellen, wenn auch nur durch gegenseitigen Respekt. "Wenn das Herz denken könnte, stünde es still" sind mahnende Worte genug, sich nicht auf das Eine zu verlassen, sondern beides ins Leben zu integrieren. "Im Traum gelingt alles mühelos." (S.37) So wird Pessoa ein stiller und wichtiger Taschenbegleiter in Buchform.

Was seine Liebe zu Lissabon angeht, kann der Rezensent nur zustimmen, gerade im September. Eine Stadt am Meer und am Fluss ist immer etwas besonderes. Belém, der Ausgangspunkt der Entdecker, Fado, der Gesang der Sehnsucht zur Ferne wie zur Heimat. Sintra, eine Stadt im schönsten Garten, angrenzend an den westlichsten Punkt des kontinentalen Europas. Englische Romanciers, die im Reisen vor dem Weltschmerz (Saudade)Frieden finden Byron / Childe Harold wie portugiesische Könige wussten wo das Paradies ist.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Broschiert
Nachdem bereits zwei Top- Rezensenten das Buch " Denken mit Fernando Pessoa " rezensiert haben, bin ich neugierig geworden.Wer ist Fernando Pessoa?
Verschiedenen Kurzbiographien habe ich entnommen, dass er als der bedeutendste portugiesischer Lyriker der neueren portugiesischen Literatur gilt, zwischen 1888 und 1935 lebte und unter vier Pseudonymen( " Heteronymen ") unterschiedliche thematische und formale Möglichkeiten der Dichtung erprobte.Psychische Probleme soll er gehabt haben, ähnlich wie Nietzsche soll sein Denken nihilistisch-existentiell gewesen sein. Pessoa, der Literatur an der Universität in Lissabon studierte und bis zu seinem Tode unscheinbar als Handelskorrespondent gearbeitet hatte, war Alkoholiker und starb an einer Leberzirrhose.

Der Diogenes-Band beinhaltet Sätze, Reflexionen, Verse und Prosastücke über Leben und Traum, Seele und Herz, Vernunft und Absurdes, Ästhetisches und Mystisches aus der Feder dieses Portugiesen.

Ich möchte mich Pessoa intellektuell ganz behutsam anhand der Gedanken nähern, die ich dem vorliegenden Buch entnehmen kann und herausfinden, wer dieser große Lyriker war, vor allem will ich wissen, was ihn psychisch krank machte? Waren es seine Gedanken? War es eine bestimmte Haltung zum Leben?Er sagt und dies möchte ich gleich zu Anfang meine Textanalyse zitieren: " Ich habe es stets abgelehnt, verstanden zu werden. Verstanden werden heißt sich zu prostituieren. Ich ziehe es vor, als derjenige, der ich bin, ernst genommen und als Mensch mit Anstand und Natürlichkeit verkannt zu werden. "

Eine solche Haltung zeugt von Stolz und Trotz aber auch von akzeptierter innerer Einsamkeit. Ein Mensch, der nicht verstanden werden möchte, hat ein Kommunikationsproblem. Wieso teilt er sich anderen überhaupt mit, wenn eher nicht verstanden werden möchte? Pessoa weiß, dass wir alle im " Zwielicht des Bewusstseins leben, uns nie dessen sicher, was wir sind, oder dessen, was wir zu sein glauben."

Kann ein Mensch mit dieser inneren Haltung erwarten, dass man ihn ernst nimmt?
Er kann, wenn er Pessoa heißt und über ein solch überbordende Phantasie und Gefühlsintensität verfügt wie er und damit seine Leser in den Bann schlägt. Wer sollte einen Menschen, der so intensiv denkend zu fühlen in der Lage ist, nicht Ernst nehmen? Der Dichter geht davon aus, dass für den Normalmenschen fühlen leben heißt und denken, zu leben verstehen, bedeutet. Für Pessao heißt denken leben und das Fühlen ist nur die Nahrung für sein Denken. Pessoa fühlt mit seinem Denken, so seine Worte.

Für ihn war die Phantasie seine Erzieherin. An ihrer Hand reiste er stets. Er liebte, hasste, sprach und dachte immer als ihr Zögling und er entdeckte - wie man alles Wertvolle erst im Verlust entdeckt, dass er Zuneigung braucht, wie die Luft , die man atmet, ohne sie wahrzunehmen. Ob er sie bekommen hat, lässt sich anhand der Texte nur schwer ausloten.

Der Satz " Fragt mich, ob ich glücklich bin, so antworte ich: nein ", deutet ebenso wenig darauf hin, wie der Vers " Einmal habe ich geliebt, im Glauben, ich würde / wiedergeliebt, / Doch ich wurde nicht geliebt aus dem einzigen großen Grund; / Es sollte nicht sein. "/ Der Dichter schreibt weiter : " Erlebte ich die große Liebe, ich könnte nie von ihr sprechen." Dieser Satz erstaunt doch sehr. Befürchtet er, dass ihm die Worte fehlen, um über seinen Gefühlszustand Auskunft zu geben? Wohl er nicht. Seine Bedenken scheinen damit zusammenzuhängen, dass Schreiben ( seine Form des Sprechens) für ihn vergessen bedeutet und er dann, wenn er die große Liebe erlebte das Leben auf keinen Fall mehr vergessen beziehungsweise ignorieren möchte.

Nach nichts sehnt sich Fernando Pessoa so sehr wie nach der große Liebe. Das ist eindeutig und ihrer nicht teilhaftig geworden zu sein hat Seele krank gewiss gemacht. Dieser Lyriker ist von ganz außerordentlicher Empfindsamkeit. Das kommt in vielen seiner Sentenzen zum Ausdruck und in nachstehenden besonders deutlich: " Je höher die Sensibilität und je subtiler die Fähigkeit zu fühlen, desto absurder vibriert und erschaudert sie bei den kleinen Dingen. Es bedarf einer ungewöhnlichen Intelligenz, um von einem dunklen Tag Angst zu empfinden. Die Menschheit, die recht unsensibel ist, spürt keine Angst vor dem Wetter, denn Wetter ist immer; sie nimmt den Regen nur wahr, wenn er ihr aufs Haupt regnet."
" Meine Seele ist ein verborgenes Orchester; ich weiß nicht, welche Instrumente, Geigen und Harfen, Pauken und Trommeln es in mir spielen und dröhnen lässt. Ich kenne mich nur als Symphonie...."

Wie reagiert ein solcher Dichter, wenn ihm die große Liebe nicht begegnet?
Ich vermute genau so, wie Fernando Pessoa reagiert hat.

Empfehlenswert.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Broschiert
Nicht ganz untypisch stiess ich durch einen Kalenderspruch auf Fernando Pessoa. Der Zweizeiler zog mich damals so an, dass ich sofort "Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares" kaufte. Überrascht, aber alles andere als enttäuscht stellte ich dann fest, wie anspruchsvoll die Lektüre ist. Kein Buch, das man vor dem Einschlafen liest und dann wieder weglegt. Eher eine Art Fibel, in die ich immer wieder eintauche, um kleine und grosse Schätze zu bergen. Das hatten auch Antonio Mora und sein Übersetzer Steffen Dix vor über 25 Jahren gemacht, stöberten jedoch das ganze Werk von Pessoa durch. Was damals unter dem Titel "Wenn das Herz denken könnte..." erschien, wird nun als Sammlung von Denkanstössen neu herausgebracht.

Falls die 151 Seiten auch andere Leser dazu verführen können, sich intensiver mit Pessoa zu beschäftigen, hat sich das Unternehmen gelohnt. Aber man muss einfach wissen, dass die Lektüre schwierig und einfach zugleich ist. Ich meine, dass mir die Kenntnisse anderer Werke und der Biografie von Pessoa den Zugang zu dieser Sammlung wesentlich erleichterten, auch wenn ich noch nie in Lissabon war. Aber wenn ich Berichte von Städtereisenden höre, denke ich, dass Pessoas Lissabon ohnehin nur noch in Erinnerungen existiert. "Was schon könnte man an Lohnenswertem oder Nützlichem bekennen? Was uns widerfahren ist, ist entweder allen widerfahren oder uns allein, in dem einen Fall ist es nichts Neues, im anderen unbegreiflich." Solche Erkenntnisse sind es, die das Einlassen auf Fernando Pessoa so lohnend machen.

Mein Fazit: Eine Auswahl von Gedanken und Erkenntnissen eines Schriftstellers, der bei uns erst in den letzten Jahren die verdiente Beachtung findet. Kein Bändchen, das man unbedarft verschenken sollte, da die Lektüre anspruchsvoll ist. Aber eine Sammlung, die dazu verführen könnte, sich vertiefter mit dem Werk von Fernando Pessoa zu beschäftigen.
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