Oft verstehen wir nicht, warum manche Menschen so reagieren, wie sie es eben tun. Mindestens genau so oft, geht uns das wohl mit unserem eigenen Verhalten ebenso. Dan Ariely versucht mit seinem Buch, uns nur zu gut bekannten menschlichen (und oft irrationalen) Verhaltensweisen auf den Grund zu gehen.
Dazu beschreibt der Autor zahlreiche Experimente, die er im Laufe des Jahre an und mit seinem Mitmenschen durchgeführt hat. Da Ariely an einer US-Uni forscht, ist sein Schreibstil dementsprechend unterhaltsam, nicht so trocken wie es wohl von einigen deutschen Gelehrten zu erwarten wäre. Oft erkennt sich der Leser wieder, oft fragt er sich, wie er selbst reagiert hätte. Die Experimente sind allesamt verblüffend, sowohl in ihrem Aufbau wie auch in ihrem Ausgang. Ob da wirklich verlässliche Erkenntnisse herausgekommen sind, erscheint manchmal fragwürdig. Dennoch ist davon auszugehen, dass die Planungen gründlich waren und (noch) detaillierte Beschreibungen vom Autor bewusst (im Sinne des Lesers) ausgespart wurden. Dafür muss man Herrn Ariely dankbar sein, ansonsten wäre das Buch wohl weniger gut zu lesen.
Aufgrund des Aufbaus, bei dem Experiment auf Experiment folgt, hat sich bei mir zumindest ein wenig Langeweile eingestellt. Dies machte sich dann so bemerkbar, dass ich immer nur ein Kapitel gelesen habe (und auch lesen wollte), das Buch dann aus der Hand gelegt habe. Am Stück lesen war für mich undenkbar (= minus 1 Stern). Nach einer Lesepause habe ich mich aber immer auf ein neues Kapitel gefreut und wurde nie enttäuscht.
Die Frage, ob man nach der Lektüre des Buchs schlauer ist (und klügere Entscheidungen trifft), kann man wohl getrost verneinen. Dennoch schärft Ariely auf nette Art und Weise den Blick fürs eigene Verhalten. Fazit: In kleine Happen durchaus lesenswert!