Der Moderator, Speaker, Entertainer und Autor Bernhard Wolff will »mit Ideen verblüffen und für neue Ideen begeistern«, mit frischen Ideen für Gedächtnis und Kreativität. Wie kann ich meinen Wortschatz trainieren, mir Namen merken und richtig gute Ideen entwickeln?
Wolff unterteilt sein Buch in 5 Kapitel. Im ersten Kapitel gelingt ihm ein lockerer Einstieg in die Betrachtung von Sprache und Kommunikation. Er bringt Wortspiele, zeigt, wie man mit Wörtern improvisieren lernt und behandelt den Sinn bewusster Versprecher.
In den beiden folgenden Kapiteln geht es weniger ums Denken, sondern um das Memorieren, um Gedächtnistraining. Mentale Bilder wirken: wie kann man die Techniken des Visualisierens und (starkes) Assoziierens nutzen? »Eine Simulation im Kopf kann echte Gefühle und sogar körperliche Reaktionen auslösen, weil sie in ähnlicher Weise vom Gehirn verarbeitet werden wie ein reales Erlebnis.« Wolff beschreibt die 'Kettenmethode', die Weiterentwicklung einer einfachen Assoziation, sowie die 'Loci-Methode' als Beispiele für Mnemotechniken. Die zahlreichen Tipps und Tricks werden nicht nur in der Theorie vorgestellt, sondern in leichten, spaßigen Übungen trainiert. Das gilt auch und gerade für das dritte Kapitel, wo es um das Erinnern von Namen und Gesichtern geht. Denn »Wiederholung, Bildhaftigkeit und gute Verbindungen« helfen dem Gedächtnis. Gewöhnen Sie sich also an, immer Bilder und Assoziationen zu suchen!
Erst im vierten Kapitel geht es um Kreativität. Perspektivenwechsel ist angesagt. Ideen dürfen nicht nur gedacht werden, sie sollen in Innovationen umgesetzt werden. Dabei produziert Spiel Kreativität, kreatives Zerstören ist manchmal erforderlich, ebenso 'laterales Denken', umgangssprachlich auch 'Querdenken' oder 'um die Ecke denken' genannt. Dazu schenkt uns Wolff eine Wundertüte mit einem Dutzend Ideen.
Das letzte Kapitel ist sicherlich nur dem medialen Erfolg Wolffs beim Rückwärtssprechen geschuldet. Er zählt Palindrome auf und schildert eine Geschichte zu 'Geheimen Botschaften'.
Trotz der 2 Jahre als Texter bei Springer & Jacoby schafft es Bernhard Wolff, nur wenige überflüssige Anglizismen im Text unterzubringen. Er schreibt locker und mit Sprachwitz. Mit Anekdoten aus seiner beruflichen und privaten Erlebnissphäre bereichert er seine Ausführungen. Übungen in verschiedenen Abschnitten unterstützen seine Aussagen in spielerischer Weise. Die 1000 Merkbilder und Assoziationen auf 30 Seiten Anhang fand ich überflüssig und sprechen gegen die Entwicklung eigener Kreativität. Insgesamt liest sich das Buch amüsant, anregend, pointenreich und inspirierend. Auch wenn vieles nicht gerade überraschend neu ist.