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Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2000
Schon durch den Titel fühlt sich Anja-Rosa Thöming "irritiert" und auch der Inhalt des Buches überzeugt sie nicht. Sie wirft dem Autor "eingeschränkte Sicht" vor, da er die Oper ausschließlich unter ihrem politischen, "gesellschaftsverändernden" Aspekt betrachte und den emotionalen Gehalt des Musikdramas außer Acht lasse. Diese Sichtweise, die von wichtigen Opernregisseuren der DDR geprägt sei, tadelt die Rezensentin als allzu einseitig. Ganz besonders stört sie sich an dem "Soziologendeutsch", das auch interessante Gedanken übertöne, zudem bemängelt sie Widersprüche in den Überlegungen des Autors zur Wirkung Wagners.
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Kurzbeschreibung
Mário Vieira de Carvalho macht das Opernhaus in Lissabon zum Ausgangspunkt einer für den gesamten südeuropäischen Raum gültigen Untersuchung über kulturideologische Konstellationen, Machtstrukturen und soziale Verhältnisse von der Aufklärung über die Rezeption Wagners bis zum Faschismus. Er analysiert die Lebensformen, die sich in Theaterverhältnissen herauskristallisieren, und beschreibt die Oper als ein strukturell mit der Gesellschaft verbundenes Kommunikationssystem. Das Buch zeichnet ein äußerst ungewöhnliches, aber realistisches Bild der südeuropäischen »Opernwelt« der letzten drei Jahrhunderte.