Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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80 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
"Die Intelligenz auf dem Planeten ist konstant - aber die Bevölkerung wächst..., 16. Mai 2009
...Um so vehementer halten Menschen an Meinungen fest, als wäre mein Ung ein Besitzanspruch. Dabei ist der Kopf ja rund, damit das Denken die Richtungen ändern kann." So lauten einige der Sätze im Vorwort dieses Taschenbuchs von Dr. med. Eckart Von Hirschhausen.
Vince Ebert steht in diesem Buch mit seinem "Um drei Ecken - Denk - Humor" ganz in der Tradition des erfolgreichen Dieter Nuhr oder des oben zitierten Newcomers Dr. Von Hirschhausen. Vince Ebert, eigentlich Holger Ebert Jahrgang 1968, ist ursprünglich studierter Diplom - Physiker und arbeitete erst nach einigen experimentellen Jahren als Kabarettist. Somit unterhält Vince Ebert via Wortwitz und Komik sowohl Laien als auch naturwissenschaftliches Fachpublikum.
"Denken Sie selbst!" ist ein humorvolles Plädoyer für die Nutzung des eigenen Kopfes. Ich schließe mich den abschließenden Worten des Verlags an: Dieses Buch ersetzt endlich nervige Halbbildung durch sympathisches Dreiviertelwissen. Dabei spielt er gekonnt mit den Begrifflichkeiten "Glauben, Denken, Wissen" hin und her. Zur Klärung der Ursache der manchmal seltsamen Gedankenwege unterzieht er zunächst unser Hirn im ersten Kapitel mit der Überschrift "Harte Fakten über die Hardware" einer kritischen Reflexion, die natürlich auch einige weniger kluge Gedanken, wie z.B. den Glauben an den großen Lottogewinn, evolutionsbiologisch entschuldigt.
Darüber hinaus widmet sich der Autor bedeutenden Fragestellungen, wie z.B.: Was passiert im Kopf von Verliebten? Spielt das Klima verrückt oder die Klimaforscher? Was halten Vegetarier von fleischfressenden Pflanzen? Und was läuft im Kopf von Esoterikern schief? Oder hat die vom Bundesgesundheitsministerium diagnostizierte deutsche Volksverfettung eventuell Einfluss darauf, dass die Erdachse aufgrund der Unwucht ins Trudeln gerät? Warum glaubt man, dass ein katholischer Abt, der sich nur durch Zellteilung vermehrt, Profunderes zur Stammzellenforschung beiträgt als ein Molekularbiologe? Oder, warum man davon ausgeht, dass Günther Grass mehr von Globalisierung versteht als ein Ökonomieprofessor? Hilft das Lernen zu lernen gegen Volksverblödung? Wie sehen sich Handwerker den Pfusch weg? Sind Frauen wirklich intelligenter als Männer? Welchen Einfluss hat das Hodenvolumen auf die Intelligenz des Mannes? Es gibt folglich viel zu lachen.
Es werden allerdings auch recht ernsthafte Themen angeschnitten, wie man z.B. mit der Statistik lügt (man denke dabei nur an die logarithmische Teilung von Koordinatenachsen!) Wie drückte es Hitler einst aus: "Eine Lüge muss nur oft genug wiederholt werden. Dann wird sie geglaubt." Vermutlich war dies sein einzig wahrer Satz.
Auch der bis heute nicht nachgewiesene Einfluss der CO2 Emissionen auf den Klimawandel wird fokussiert. Nicht nur die unabhängigen und damit ernstzunehmenden Naturwissenschaftler machen kein Geheimnis mehr daraus, dass sie den Einfluss von C02 auf den Klimawandel für sehr unwahrscheinlich halten, aber dass man den Umweltschutz diesbezüglich berücksichtigen müsse wegen eines möglichen geringen Restrisikos, gemeint ist damit der wissenschaftliche Irrtum. Schade, dass er in diesem Zusammenhang nicht die EnEv (Energieeinsparverordnung) berücksichtigt, denn diese ist eben nicht das Resultat von überspannten Umweltaktivisten und deren Anhängern, sondern wurde vor allem von der Industrie unterstützt, gemeint ist die chemische Industrie, die z.B. auch Dämmstoffe herstellt. Aus politischer Sicht war es auch eine Konjunkturankurbelung der Bauindustrie. Vor allem sind viele Bauschaffende im Bereich des Denkmalschutzes Sturm gegen die EnEv gelaufen. Dazu zählten auch viele Hochschulprofessoren. Mediziner wiesen auf krankmachende Häuser hin, die nicht mehr atmen und wegen falscher Lüftungsgewohnheiten zu Schimmel führen. In den USA verkauft man sogenannte Umweltzertifikate. Das muss man sich in etwa so vorstellen wie ein Ablassbrief aus der Kirchengeschichte. Ich kaufe mir ein Zertifikat, um damit eine Berechtigung zu erwerben, die Umwelt mit einer bestimmten Menge Schadstoff zu verunreinigen. Man findet zu diesem Thema auch noch einige hochinteressante und wissenschaftlich fundierte Beiträge im Internet. Erstaunlich ist es andererseits, dass es kein politisches Interesse daran gibt, Personen, die an gefährlichen Arbeitsplätzen tätig sind, gesundheitlich zu schützen. Hier werden gnadenlos Werte von Betriebsärzten gefälscht oder verheimlicht, ebenso die medizinischen Gutachten, die von Berufsgenossenschaften in Auftrag gegeben werden.
Zurück zum Buch: Natürlich ist es auch ein weitverbreiteter Aberglaube, dass genmanipulierte Tomaten gesundheitsschädlich sind. Die eigentliche Gefahr liegt nach Meinung einzelner Wissenschaftler darin, dass sich genmanipulierte Pflanzen in unserer Natur selbstständig weiter verbreiten und damit andere Arten in ihrer Existenz gefährden können. Wenn Ebert hier in die Rolle eines lehrmeisterhaften Naturwissenschaftler mit ernstem Tonfall wechselt, muss er auch solche Zusammenhänge erkennen und benennen. Typische Beispiele sind der genmanipulierte Raps, der z.B. schon vielfach am Mittelstreifen von Autobahnen blüht und sogar das Unkraut verdrängt. Ebenso wurde von den Engländern durch das Ansiedeln europäischer Tierarten in Australien zum Zweck der Jagd ein negativer Einfluss auf die heimische Tierwelt ausgeübt, die vorwiegend aus Beuteltieren besteht. Erstaunlich ist aber dennoch, dass erst kürzlich Genmais im Futter von Kühen verboten wurde (gemeint ist der Anbau von MON 810) mit der Begründung der Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, dass dieser für Konsumenten von Milch gesundheitsgefährdend sei. Und das, obwohl eine zweijährige Forschungsstudie der TU München etwas ganz anderes aussagte.
Zum Darwinjahr fehlt es auch nicht an Beiträgen zur Evolutionstheorie, zum Intelligent Design oder dessen Vätern, den Kreationisten, ganz zu schweigen vom Weltbild der Religionen. Allerdings bleibt auch Vince Ebert dem Leser die Antwort schuldig, warum sich zahllose Atome darum bemühen Amöben, Meerschweinchen oder Tony Marschalls zu erschaffen. Allerdings haben sich auch bekannte Wissenschaftler, wie Prof. Harald Lesch in seinen Veröffentlichungen oder Beiträgen der Space Night (Bayern III) bewusst mit Philosophen oder Theologen, die an Hochschulen dozieren, auseinandergesetzt. Dabei stellten sie fest, dass die biblische Geschichte und die Theorie des Urknalls sich teilweise nur in den beschriebenen Zeiträumen unterscheiden. Wer hat denn da von wem abgeschrieben?
Insgesamt rüttelt das Buch aber auf humorvolle Weise auf und mittendrin entdeckt der Leser zwischen genialer metaphorischer Wortakrobatik und sinnlosen Psycho- und Persönlichkeitstesten auch witzige handgekritzelte Cartoons, wie z.B. die bildliche Darstellung eines Dezi - Bells anhand von zehn bellenden Hunden. Das Buch orientiert sich in Struktur und Aufbau an die Vorbilder Nuhr und Von Hirschhausen, sprich Sandwich Humor: Humor ist der leckere Belag zwischen zwei Scheiben relevanten Inhalt.
Fazit: Sehr unterhaltsam, Lachmuskel aktivierend, leicht verdaubar und nebenbei noch recht informativ, wenn auch die Darstellung der Sachverhalte manchmal einseitig erscheint und Theorien nicht ernsthaft mit stichhaltigen Argumenten untermauert werden. Vielleicht passt aber auch zu viel Wissenschaft wiederum nicht ins Kabarett. Jedenfalls ist es angesichts erschreckender Pisaergebnisse (Wer hat diese denn wohl manipuliert?) erfreulich, dass Unterhaltung wieder an Niveau gewinnt. In diesem Sinne wünsche ich Vince Ebert, dass er schnellstmöglichst wieder den Bleistift spitzt, um schnellstmöglichst einen Bestseller nachzureichen.
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51 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Stimme der Vernunft, 8. Oktober 2008
Dieses Buch ist nicht nur eine konsequente Weiterführung der herrlich intelligenten Bühnenshows von Vince Ebert, sondern es eröffnet neue Einblicke in die schräge Welt seines Humors. Allein die Cartoons sind so verblüffend genial, daß man unweigerlich an Gary Larson erinnert wird. Und die skurril-unernsten Psychotests sind sicher wesentlich aufschlußreicher und vor allem unterhaltsamer als die öden vorhersehbaren Dinger in sämtlichen Frauenzeitschriften. Gespickt mit witzigen persönlichen Erlebnissen und überraschenden wissenschaftlichen Fakten ist "Denken Sie selbst" ein ebenso dringliches wie charmantes Plädoyer für die Vernunft. Ein absolutes MUST READ.
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55 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
gedacht und gelacht, 30. September 2008
Endlich hat sich beim Schreiben einer was gedacht. Viel Hintergrund übers Denken, verpackt in kurze Geschichten. Schon allein beim Inhaltsverzeichnis mußte ich lachen. Am meisten habe ich mich über die nervigen Eltern amüsiert, die auf Partys allen auf den Geist gehen. Und endlich kapiere ich, was Männer beim Autofahren denken. Auch wer wie ich das Bühnenprogramm schon kennt, wird sich nicht langweilen - es ist nicht eines der Bücher von Comedians, das nur den Programmtext bietet, sondern es ist viel mehr. Ich werde das Buch auf jeden Fall noch ein paar mal kaufen und verschenken. Und wenn ich hier mehr als 5 Sterne hätte geben können, hätte ich es getan.
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