Dieses Buch ist auch heute noch wohl eines der am häufigsten zitierten wenn es um den Prozeß des Lernens und die Voraussetzungen dafür geht. Zum Teil ist dies auch noch berechtigt, da in einigen der enthaltenen Themengebieten seit der Erstausgabe des Buches 1978 keine schwerwiegenden neuen Erkenntnisse vorliegen. Für viele Inhalte sollte man sich allerdings modernere Literatur suchen. Im ersten Kapitel, in dem es um die "Hardware" des Gehirns geht, wird der Aufbau des Gehirns gut verständlich beschrieben, die wichtigsten bekannten Funktionen des Gehrins werden erklärt. Das zweite Kapitel handelt von der "Software" des Gedächtnisses', von Ultrakurzzeit-Gedächtnis, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis. Der Leser sollte beachten, daß es auf diesem Gebiet inzwischen neuere Erkenntnisse gibt. Im dritten Kapitel wird die Rolle von verschiedenen biologischen Faktoren beim Lernen behandelt. In diesen ersten Teilen geht Vester oft auch intensiv auf die rechts-links Teilung des Gehirns ein, die heute nicht mehr so absolut betrachtet werden kann. Das vierte Kapitel hat sicherlich nicht so viel Aktualität eingebüßt, es beschreibt sehr gründlich und kleinschrittig ein Modell dessen, wie Lernen vonstatten gehen könnte. Ein neu hinzugefügtes fünftes Kapitel handelt vom Sinn des Spielens als Lernhilfe, gerade für Lehrer sind hier sinnvolle Informationen zu finden. Was mir an dem Buch gut gefällt, sind die im Anhang enthaltenen Regeln aus der Lernbiologie, die gleichzeitig eine Art Zusammenfassung des Buches sind. Als erster Überblick über die Biologie des Lernens ist dieses Buch recht gut geeignet, wer sich hauptsächlich für die Vorgänge im Gehirn interessiert, sollte sich andere Literatur suchen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)