Das Buch besteht aus zwölf Essays zu den Themen Philosophie, Kultur und Wissenschaft. Zu den bekannteren Autoren gehören Nelson Mandela, der Theologe Hans Küng und der Publizist Gabor Steingart. Bei den Schriften von Mandela handelt es sich um Auszüge aus älteren Briefen und Gesprächen sowie aus unveröffentlichten autobiografischen Texten aus seiner Zeit im Gefängnis.
In "Eine handliche Geschichte des Universums" beschreibt Christopher Potter Grundlagen der Kosmologie in einem historischen Abriss von Galileis Relativitätsprinzip bis zu Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie und den kosmologischen Folgerungen. Für Leser, die sich erstmals mit dieser Materie beschäftigen, kann dieser kleine Einstieg hilfreich sein. Anderen Lesern würde ich eher Bücher von John Gribbin, Thomas Bührke, Hoimar von Ditfurth, Brian Greene oder Nigel Calder empfehlen.
Frédéric Lenoirs Ausführungen zu Sokrates, Jesus und Buddha haben mir gefallen, weil der Autor in verständlicher Weise auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser drei Lebenslehrer eingeht. "Und ich meine, alles in allem überwiegen doch Letztere", so der Autor. Es geht um Glück. Kann der Mensch glücklich sein, wenn der Dreh- und Angelpunkt einer Zivilisation das "Haben" ist? Muss der Mensch nicht, wenn seine Grundbedürfnisse befriedigt sind, auf eine andere Logik, nämlich die des "Seins" umschwenken? Der Autor hat sich intensiv mit philosophischen Fragen beschäftigt.
Gabor Steingart thematisiert in seinem Beitrag das Ende der Normalität und meint damit die erkennbaren gesellschaftlichen Veränderungen. "Erstmals wächst eine Generation heran, die nicht wie ihre Vorfahren einem Netzwerk von Beherrschungsverträgen unterworfen ist", so Steingart zu Beginn seines Essays. "Erst verlieren Familienverbände, Glaubensgemeinschaften und Firmenkulturen ihren Zwangscharakter, dann geraten auch die nächsthöheren Etagen der Gemeinschaft, der Staat und die ihn beherrschenden Parteien, später die Nationen und ihre Beziehungen zu anderen Nationen, in den Sog der Ereignisse." In dieses Thema passt das Buch "Der entgrenzte Mensch" von Rainer Funk, wenn man sich für die psychologische Seite der gesellschaftlichen Veränderungen interessiert.
Hans Küng appelliert in "Anständiges Wirtschaften" an ethische Traditionen in allen Kulturen. "Menschen, nicht Institutionen, sind moralische Akteure", so der Autor. Es geht auch in diesem Beitrag um Veränderungen. Hier ist es eher die Rückbesinnung auf Werte, die im Fokus steht. Mit diesem Beitrag kritisiert Küng, und diese Kritik ist nicht neu, schädliche Auswüchse des Kapitalismus.
Fazit: Es wird in diesem Buch nicht primär etwas neues vermittelt, sondern die Leser werden neugierig gemacht, sich mit den angerissenen Themen intensiver zu beschäftigen.