Wissen und Diskussion auf den neuesten Stand, so die Formulierung zum Lesebuch aus Philosophie, Kultur und Wissenschaft. Mit dieser Trias ist so ziemlich alles verbunden und so ist auch dieses Buch voll von interessanten Themen der aktuellen Zeit. Aktuell meint natürlich, dass die Zeit, die zur Reife und Erkenntnis der Aussagen geführt hat, vergangene ist. So sind die Thesen eine provokante Einführung, allein schon mit der Aufforderung, den Männern den Koran wegzunehmen, zu beginnen, erfordert Mut, wie schon manche These auf niederländischen Boden zeigte. Und so geht es in Thesen munter weiter, führt zu den nicht mehr neuen, aber immer wieder gern verwendeten Erkenntnissen über Deutschland, ein Land, dass auch für die Zukunft von Schüle neu vermessen wurde.
Philosophie und Religion, Hans Küngs Buch vom Anfang der Dinge findet Verwendung, nicht ganz; und der Anfang und das Ende mutet für manche schwer, denn Kants Beweise, dass weder Gottes Existenz noch seine Nicht-Existenz bewiesen werden kann, sind teil des Ausschnitts. Diesem folgt der Diener in Gottes Weinberg, so wie Benedikt XVI sich selbst gern nennt. Oschwald startet den Versuch, Gründe für die Wahl zu finden und Perspektiven der und dessen Zukunft aufzuzeigen. Und nichtsdestotrotz ist es weiterhin wahr, dass etwas unvollständig ist, nein sein muss, denn Gödel hat nach wie vor recht mit seinem Satz über eben diese Unvollständigkeit. Kurt Sontheimer berichtet fundiert über das Vita activa der Hannah Arendt, gerade auch im Kontext der deutschen Vergangenheit und den Interpretationen.
Insgesamt eine lohnenswerte Lektüre für das ausgehende Jahr. Der Piper-Verlag zeigt mit der Veröffentlichung bereits im August 2006 Mut und stellt sich damit ganz offen und früh der Frage nach der Zukunftstauglichkeit dieser lesenswerten Denkanstösse.
Seit 1986 hat Piper diese Serie aufgelegt. Und seit dem bin ich eifriger Leser dieser Reihe, die Freude zum Jahresanfang garantiert.