...das sind Nils Koppruch und seine Songs. Das alles im besten Sinne des Wortes. Wer sich im letzten Jahrzehnt näher mit der deutschen Musikszene beschäftigt hat, dem wird der Bandname Fink etwas sagen. Nach Auflösung der Gruppe startete Nils Koppruch seine Solokarriere. Dabei hat der Hamburger Künstler nicht nur Musik im Kopf; auch im Ausstellungsgewerbe ist Koppruch ein gefragter Mann. Klar sind seine Songs nicht gerade in den Endlosschleifen der Radiosender zu Hause, aber vielleicht ist das sogar als Pluspunkt zu bewerten. So wie z.B. Gisbert zu Knyphausen scheint auch Koppruch ein paar Wurzeltriebe in Richtung Hannes Wader zu besitzen. Kein Wunder also, dass es momentan eine Zusammenarbeit der beiden Sänger gibt. Nils Koppruchs Musik ist ein Zusammenspiel aus Gitarre und Gesang, wie es nur wirklich gute Liedermacher auf die Bühne bringen können.
Anspieltipps: -Näher seit gestern- ist eine Ballade über die Hoffnung, den besten Tag des Lebens noch vor sich zu haben. Zwei Minuten lang hält einen -Komm küssen- ganz fest umschlungen. Locker, rhytmisch, melodisch und mit Worten, die einem die Lebensfreude direkt ins Ohr hauchen, singt Koppruch dieses Lied. Zur Gitarre gibt es als Beigabe ein paar wunderbare Streicher. Wie ein Mardi-Gras-Song kommt -Nicht die Bienen daher-. Wo wir wieder bei Hannes Wader wären. -Staub und Gold- könnte der Enkel eines Hannes Wader Songs sein. Diese Art Lied bringt Koppruch perfekt rüber. -In die Stille- ist eines meiner Lieblingslieder auf -Den Teufel tun-. Behutsam tastet sich Koppruch in den Song hinein. Ruhig und poetisch wird ein wunderbarer Text von der Gitarre begleitet. Das Ergebnis ist ein Stück Liedermachemusik vom Allerfeinsten.
Nils Koppruch wird es vermutlich niemals ganz oben in die Charts schaffen. Das ist(jedenfalls meiner Meinung nach) auch gut so. Denn es bleibt für Typen wie mich ein Stück selbstgemachter Musik übrig, das man genießen darf, ohne es mit Heerscharen von Fans und der Vermarktung eines Künstlers teilen zu müssen. Nicht, dass ich Nils Koppruch den Erfolg nicht gönnen würde. Aber wer weiß, ob sich diese Musik noch so anhören würde, wenn es ums ganz große Geld ginge...