Nils Koppruch? Da war doch was? Richtig, Nils Koppruch war Motor, Kopf und Bauch einer der bedeutendsten und innovativsten Gruppen im deutschen Sprachraum. Die Synthese von Americana und Altona, Country folk und urbanem Leben.
"Fink" -laut Internetwörterbuch Leo amerikanisch für "Saftsack" oder "Streikbrecher"- gibt es nicht mehr. Nils Koppruch, ohnehin Fink-an-sich mit wechselnden Musikern, jedoch macht weiter. Und wie!
Erwartet man nach dem hervorragenden "Bam Bam Bam" Abschluss von Fink nun die Fortsetzung skurriler Texte, Dancing Beats und kauzigem Gesang, dann liegt man nicht ganz falsch, aber eben auch nicht richtig.
Nils Koppruch solo ist anders als Fink. Eine CD, die mit dem Hören wächst. Die schöner wird von mal zu mal. "Den Teufel tun" reift. Bewegt sich, fernab jeglicher Liedermacherromantik, im Spektrum von Talking Blues ("Staub und Gold") bis Rockriff ("Heimweh") und ist vor allem eins: Einfach nur gut. Volle Punktzahl.
Nils Koppruch gelingt mit "Den Teufel tun", was bislang keinem gegönnt war: Urbaner Folk. Aus tiefstem Herzen. Musik für die City. Musik für diejenigen, deren Prairie die Großstadt ist.