Kurzbeschreibung
Das Enzan Wadeigassui Shû besteht aus einer Reihe von Gesprächen des großen Zen-Meisters Bassui Tokushô (1327-1387) mit seinen Schülern Mönchen, Nonnen und Laien. Manchmal sind Bassuis Antworten kurz, direkt und spontan, häufig nutzt er sie jedoch zu ausführlichen Lehrreden. Wir erkennen in ihnen nicht nur die Lehrmethode eines reifen Zen-Meisters, sondern auch die religiösen Vorstellungen Japans. Bassuis Stärke lag darin, komplizierte Sachverhalte anschaulich zu machen und stets leidenschaftlich alle Zuhörer auf das zu verweisen, was er als die Essenz des Zen ansah: die eigene Natur zu schauen. Wenn er gefragt wurde, wie das zu bewerkstelligen sei, forderte er stets: Betrachte den, der gerade diese Frage stellt.
Klappentext
TOC:
Umschlagtext
Tag für Tag. Von Helga Föger. 416 S. Gebunden. 17,2 × 23,5 cm.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
1327-1387
Auszug aus Den Menschen befreien : Gespräche eines Zen-Meisters von Bassui Tokushô, Guido Keller, Arthur Braverman. Copyright © 0. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Der Fragende: Ein alter Weiser sagte: Der eine Geist ist dieser Hautsack; dieser Hautsack ist der eine Geist. Ist das richtig?
Bassui: Ja, das ist richtig.
Der Fragende: Wer wird dann ein Buddha, wenn der Körper in die vier Elemente zerfällt? Wer versinkt im Ozean der Seelenwanderung? Und welchen Grund gäbe es, Gebote einzuhalten, die Verbrechen verhindern sollen?
Bassui: Wenn du an dieser Ansicht festhältst, die Ursache und Wirkung leugnet, wirst du wie ein Pfeil direkt in die Hölle fliegen. Hast du Träume?
Der Fragende: Wenn ich tief schlafe, dann träume ich meist.
Bassui: Was siehst du normalerweise in deinen Träumen?
Der Fragende: Es ist nicht immer das gleiche, doch üblicherweise sehe ich Dinge, die sich in meinem Geist und meinem Körper abspielen.
Bassui: Das Aufsteigen und Sinken nach dem Tode sind genauso. Alle Gedanken, die im Geist auftauchen, erstehen mittels der vier Elemente, die diesen physischen Körper bilden. Träume in der Nacht folgen gemäß der guten und schlechten Gedanken am Tag. Abhängig von der Schwere der drei karmischen Aktivitäten von Körper, Mund und Geist wirst du nach dem Tod aufsteigen oder sinken. Darum sagte ein alter Weiser: Du empfängst den Körper gemäß deines Karmas, und dieser Körper schafft wiederum Karma. Hier solltest du die Verbindung des Körpers in diesem Leben zu dem im nächsten Leben erkennen. Wenn du das wirklich verstehst, kannst du diese Aussage nicht anzweifeln: Der eine Geist ist dieser Hautsack; dieser Hautsack ist der eine Geist.
Der Fragende: Ich erkenne nun zum ersten Mal, dass Körper und Geist nicht getrennt sind. Die Bedeutung von die eigene Natur schauen ist Buddhaschaft verweist auf Blätter und Zweige. Wenn man einfach mit den schlechten Taten aufhört, die diesen physischen Körper betreffen, wenn man stattdessen zahlreiche gute Taten vollbringt, die Gebote einhält, sich reinigt und üble Gedanken auslöscht wird man dann nicht ein Buddha?
Bassui: Alle bösen Gedanken entstammen täuschenden Gefühlen. Wenn du nicht durchdringend deine eigene Natur schaust, wirst du obwohl du deine bösen Gedanken zu tilgen suchst wie einer sein, der mit dem Träumen aufzuhören will, ohne aus seinem Schlaf zu erwachen. Alle Taten sind in täuschenden Gefühlen verwurzelt. Wenn du die Wurzeln ausreißt, wie können dann Blätter und Zweige wachsen?
Der Fragende: Meint Ihr, dass jemand, der durchdringend seine eigene Natur schaut und täuschende Gefühle aus seinem Bewusstsein beseitigt, auch dann kein Sünder wäre, wenn er die Gebote verletzte?
Bassui: Wenn er seine eigene Natur durchdrungen hätte, wie könnte er dann noch daran denken, eine Sünde zu begehen, indem er Gebote bricht?
Bassui: Ja, das ist richtig.
Der Fragende: Wer wird dann ein Buddha, wenn der Körper in die vier Elemente zerfällt? Wer versinkt im Ozean der Seelenwanderung? Und welchen Grund gäbe es, Gebote einzuhalten, die Verbrechen verhindern sollen?
Bassui: Wenn du an dieser Ansicht festhältst, die Ursache und Wirkung leugnet, wirst du wie ein Pfeil direkt in die Hölle fliegen. Hast du Träume?
Der Fragende: Wenn ich tief schlafe, dann träume ich meist.
Bassui: Was siehst du normalerweise in deinen Träumen?
Der Fragende: Es ist nicht immer das gleiche, doch üblicherweise sehe ich Dinge, die sich in meinem Geist und meinem Körper abspielen.
Bassui: Das Aufsteigen und Sinken nach dem Tode sind genauso. Alle Gedanken, die im Geist auftauchen, erstehen mittels der vier Elemente, die diesen physischen Körper bilden. Träume in der Nacht folgen gemäß der guten und schlechten Gedanken am Tag. Abhängig von der Schwere der drei karmischen Aktivitäten von Körper, Mund und Geist wirst du nach dem Tod aufsteigen oder sinken. Darum sagte ein alter Weiser: Du empfängst den Körper gemäß deines Karmas, und dieser Körper schafft wiederum Karma. Hier solltest du die Verbindung des Körpers in diesem Leben zu dem im nächsten Leben erkennen. Wenn du das wirklich verstehst, kannst du diese Aussage nicht anzweifeln: Der eine Geist ist dieser Hautsack; dieser Hautsack ist der eine Geist.
Der Fragende: Ich erkenne nun zum ersten Mal, dass Körper und Geist nicht getrennt sind. Die Bedeutung von die eigene Natur schauen ist Buddhaschaft verweist auf Blätter und Zweige. Wenn man einfach mit den schlechten Taten aufhört, die diesen physischen Körper betreffen, wenn man stattdessen zahlreiche gute Taten vollbringt, die Gebote einhält, sich reinigt und üble Gedanken auslöscht wird man dann nicht ein Buddha?
Bassui: Alle bösen Gedanken entstammen täuschenden Gefühlen. Wenn du nicht durchdringend deine eigene Natur schaust, wirst du obwohl du deine bösen Gedanken zu tilgen suchst wie einer sein, der mit dem Träumen aufzuhören will, ohne aus seinem Schlaf zu erwachen. Alle Taten sind in täuschenden Gefühlen verwurzelt. Wenn du die Wurzeln ausreißt, wie können dann Blätter und Zweige wachsen?
Der Fragende: Meint Ihr, dass jemand, der durchdringend seine eigene Natur schaut und täuschende Gefühle aus seinem Bewusstsein beseitigt, auch dann kein Sünder wäre, wenn er die Gebote verletzte?
Bassui: Wenn er seine eigene Natur durchdrungen hätte, wie könnte er dann noch daran denken, eine Sünde zu begehen, indem er Gebote bricht?