Nachdem Falco in "Drei Hände im Brunnen" eine unerfreuliche Zusammenarbeit mit seinem besten Freund Petro zu bewältigen hatte, arbeitet er diesmal (widerwillig - zum Vergnügen des Lesenden) mit seinem ständige Intimfeind Anacrites zusammen, und das ist keineswegs der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Als dieser Schuft zuletzt seinem wohlverdienten (?) Ende in der Arena entgegen sieht - die Lage ist, so scheint es, aussichtslos - ist Falco keineswegs geschmeichelt, als er von seinem ständigen "Widersacher" den Grund dafür erfährt, warum sich dieser in eine solche Lage bringen ließ. "Der Kerl wollte, wie ich sein. Was bildete er sich eigentlich ein?" (Übrigens hält sich Lindsay in bezug auf Anacrites an die Maxime "Unkraut verdirbt nicht" - Falco wird sich also auch weiterhin über ihn ärgern dürfen.) Ein weiterer Pluspunkt neben der unfreiwilligen Zusammenarbeit mit Anakrites sind diesmal auch die Mordfälle, die aufgeklärt werden. Lindsay hat mit der Arena ein dankbares und attraktives Milieu gewählt, das ihr auch amüsante Seitenhiebe auf die Gegenwart (Starkult ...) erlaubt. Die Aufklärung erfolgt leider nicht zwingend, die Verbindung zwischen der Reise nach Afrika und der Auflösung der Verbrechen wirkt konstruiert, die übrigen Handlungsteile hängen nur lose damit zusammen. Fazit: Es gibt viel Rohmaterial, das aber zum Teil nicht wirklich ausgestaltet wurde. Insgesamt ergibt das ein stellenweise langatmiges, wenn auch lesbares Buch, das im Vergleich zu den meisten Falco-Romanen deutlich schlechter ist.