Schuon, als Sohn deutscher Eltern in der Schweiz geboren, Orientalist und Religionsphilosoph der traditionalistischen, bzw. perennialistischen Schule, konvertierte als Erwachsener zum Islam und wurde von Scheich Ahmad al Alawi in seinen Sufi-Orden initiiert. Schuon war außerdem Schüler des traditionalistischen Gelehrten René Guénon.
Schon von seiner Biographie her ist Schuon wie prädestiniert (vielleicht sogar in der eigentlichen Bedeutung des Wortes), westlichen Lesern christlicher Prägung den Islam nahe zu bringen und von seinen spirituellen Wurzeln her zu erklären. Hierzu muss der Gelehrte erst einmal ein allgemeines System finden, das der Philosophia Perennis nämlich, in dem alle authentischen religiösen Traditionen der Welt beschreibbar sind, sodass es dem christlichen Leser gelingt, christliche Begriffe erst einmal in "perenniale" zu übersetzen und dann wiederum in islamische, sodass dem Leser, der tief in die Wahrheit seiner religiösen Tradition eingedrungen ist, gelingen kann, mit eigenen Anschauungen auch diese ihm fremde Überlieferung, nämlich die Muslimische, zu verstehen.
Aus dem Gesagten wird klar, das Schuons Buch geschrieben ist von einem Meister, der den Adepten anderer spiritueller Pfade die Legitimität - und gewiss auch die Schönheit - des islamischen Weges in aller Tiefe, ja, sogar: "nacherfahrbar" zu machen. Auf keinen Fall ist das Buch für "weltliche" und areligiöse Menschen gedacht, welchen zu den verwendeten spirituellen Begriffen keine eigene Erfahrung als "Referenten" (semiotisch gesprochen) zur Verfügung stehen. Ohne eigene spirituelle Erfahrung ist das Buch auch bei allergrößter orientalistischer Gelehrtheit und Gelehrsamkeit nichts weiter als eine Ansammlung von esoterischem Jargon - in Wahrheit aber ist es die gründlichste Erläuterung zu den tiefen geistigen Wurzeln des Islam, die derzeit auf dem Buchmarkt, mehr oder weniger, erhältlich ist.