Vor mir liegt "Den Himmel in den Alltag holen" von James Bryan Smith. Untertitel wie "Wege zu einem erfüllten Leben" faszinieren mich inzwischen genauso, wie sie auf der anderen Seite Skepsis auslösen.
Letztlich zur Auseinandersetzung mit dem Titel motiviert hat mich Smith's Widmung: "für meine Lehrer Dallas Willard und Richard J. Foster".
Die Aufgabe seines Buches beschreibt Smith gleich in der Einführung: "Wir alle sind unseren Narrativen - unseren Glaubensüberzeugungen - ausgeliefert. Oder mit anderen Worten: unser Denken bestimmt unser Leben. (...) Viele falsche Vorstellungen über Gott und Mensch kursieren in unserer Gesellschaft und manchmal sogar in unseren Gemeinden. Die Lösung besteht darin, einmal unser die Lupe zu nehmen, welche Glaubensüberzeugungen Jesus eigentlich hatte - welchen Narrativen er gefolgt ist -, und zwar noch bevor wir uns ansehen, was er im Einzelnen tat."
Angeregt von Dallas' Idee, einen "Lehrplan für geistliche Übungen" aufzustellen, machte sich Smith an die Ausarbeitung eines regelrechten Kurses. Mitten im ersten Praxistest stellt er fest: "Es ist wirklich möglich, sich zu verändern; man kann Christus ähnlicher werden." Damit wird klar: es handelt sich um ein Arbeits-Buch, kein Lese-Buch zur Auferbauung nebenbei. Jedes seiner zwölf Kapitel, die sich schwerpunktmäßig mit der Bergpredigt auseinandersetzen, endet mit einem "Soul Training", das heißt einer Aufforderung zur persönlichen Auseinandersetzung, mehr Einübung mit konkreten Handlungsempfehlungen mit Testcharakter.
Smith empfiehlt die gemeinsam Beschäftigung im Rahmen einer Kleingruppe. Im Anhang - auf immerhin 40 Seiten - werden konkrete Stundenentwürfe inklusive Zeitraster vorgestellt. Kleingruppenleitern wird dadurch die Erarbeitung des Stoffes wesentlich erleichtert. Und wirklich: ich lese zustimmend seine Ausführungen, doch die Umsetzung wäre in einer gegenseitigen Rechenschafts-Situation eine wesentlich höhere.
Ein bemerkenswertes Buch, das ich ein zweites Mal zur Hand nehmen werde. Dann mit der Fragestellung: mit wem möchte ich diesen Weg gemeinsam beschreiten?