Dass, wenn sich zwei unglaubliche Musiker der zwei überhaupt größten und besten Bands aller Zeiten, ein gutes Album raus kommt ist nicht sonderlich schwer zu erraten. Dass dieses Album jedoch ein absoluter Klassiker wird und bis auf ein paar kleine Kinderkrankheiten genial ist, wundert dann doch ein bisschen. Sonderlich da man, oder zumindest ich, mir vorher kaum vorstellen hätte können, das Hansi's stimme so gut zu dem doch recht hartem und schnellen (ok der ist bei Blind Guardian auch, aber trotzdem klingts anders) Sound von Jon Schaffer passt.
Doch die zwei haben mich vom Gegenteil überzeugt:
Schon bei dem Intro merkt man wie gut alles zusammenpasst. Der fast schon kirchliche Touch in Kürschs Stimme und die harten Gitarrenchords fließen perfekt ineinander über. Nach diesem fast ein Minute dauerndem Intro „Rites of Passage" geht's dann sofort los mit dem Ernst des Lebens. „Heaven Denies" ist ein absolutes Meisterwerk. Sofort kommt einen Iced Earth in den besten Zeiten in den Sinn wenn man den Anfang hört. Jon Schaffer in Höchstform zeigt gleich wie schnell man aus so einer E-Gitarre Powerchords raushauen kann. Und dann Kürsch pur. Ohne viele Chöre im Hintergrund zeigt uns der Ausnahmesänger was wirklich in seiner Stimme steckt. So kraftvoll hörte man sie bis jetzt selten. Der Song wird dann gegen Ende zu einem „netten" Song der jedoch nie an Ernsthaftigkeit oder gar an Stimmung verliert, eher gewinnt er durch diesen sehr ruhigen Part noch einmal an Dichte.
Nach diesem kommt leider der größte Schwachpunkt der CD. „Poor Man's Crusade" wurde meiner Meinung nach recht schwach. Klingt irgendwie zu 08/15 mäßig. Auch die Lyrics sind eher schwächer und der Song verliert dann auch durch zu viele kurze Tempowechsel das nötige Feeling. Auch entsteht kein Mitsingdrang.
Jedoch sollte man sich trotzdem weiter trauen, man kann nichts verlieren. Denn mit dem nächsten Song wurde die Metal Ballade nach „The Bard's Song" neu erfunden. Durch eine ganz simple Gitarrenbegleitung und einem recht zurückhaltenden (meistens) Drummer wurde eine Lagerfeuerstimmung heraufbeschworen. Sie entführen einen in eine andere Welt aus der man nicht mehr entfliehen möchte. Mit „Fiddler On The Green" wurde ein langsames Meisterwerk erschaffen welches nur sehr schwer zu toppen ist, nicht nur von den Demons & Wizards selbst sondern allgemein im Metal bis jetzt für mich kaum erreicht wurde.
Weiter im Programm kommt gleich ein richtig guter Headbang Sound. Schnell, aggressiv, und kraftvoll (so wie es sich für Powermetal gehört eben). Trotzdem wieder der Mitsingeffekt. Genannt wurde der Song „Blood On My Hands" und ist ein sehr guter Song wenn er auch nicht an die besten schnelleren Songs des Albums herankommt.
„Path Of Glory" der nächste der Langsameren. Wunderschön herübergebracht, perfekt produziert und mit sehr positiver Grundstimmung. So richtig zum wohl fühlen. Für mich haben hier auch die zwei Songwriter unglaubliche Arbeit besonders bei den Lyrics geleistet. Habe selten so wirklich passende Lyrics im Powermetal Bereich gehört, die sich ums wirkliche Leben drehen und doch etwas von dem Helden usw. „Kram" haben. Sehr guter Song. Auch „Winter Of Souls" ist ein sehr schöner Song man hätte jedoch etwas mehr herausholen können. Trotzdem recht gut, besonders der Refrain gefällt mir sehr gut.
„The Whistler" und „Tear Down The Wall" gefallen mir wiederum sehr gut. Beide nicht so sonderlich schnell aber trotzdem mit der Kraft die normalerweise Iced Earth so besonders macht und natürlich mit den wunderbaren Harmonien und schönem Gesang des Blind Guardian Frontmann.
Das Niveau bleibt sehr hoch oben „Gallows Pole" ist ein weiterer Höhepunkt. Sonderlich der Anfang hat es mir sehr angetan. „My Last Sunrise" heißt der wahrscheinlich traurigste Song auf dem Album, der jedoch trotzdem sehr schön klingt und sich nicht völlig in Trauer verschlingt. Es herrscht weiterhin ein recht kraftvoller Umgangston.
Chant ist ein gut gewähltes Outro. (passend zum Intro)
Der Bonus Track „White Room" gefällt mir auch recht gut. Obwohl er leider zum restlichen Album fast überhaupt nicht passt. Man muss ihn wirklich als eigenen Track nicht zum Album dazunehmen. Aber im Allgemeinen ist er recht gut geworden.
Fazit:
Gutes Album gewaltiger Musiker. Wenn man hier dran bleibt kann einiges daraus werden nicht nur mal so ein Nebenprojekt der zwei Metalheads. Bis auf „Poor Man's Crusade" wurden eigentlich alle Tracks recht gut gemacht auch wenn nur ein paar die Gelegenheit zu wirklich grandiosen Songs zu werden genutzt haben. Für das erste Album dieser Zusammensetzung ist es sehr gut und man hofft sofort auf mehr.
Auch die Special Edition ist sehr schön gemacht worden und der Bonus Track ist gut anzuhören, auf jeden fall wert es zu kaufen.
Für Fans von den jeweiligen Hauptgruppen ist es wahrscheinlich ein Pflichtkauf, für Einsteiger in den Metal eher nicht sonderlich zu empfehlen, hier würde ich eher „Nightfall In Middle-Earth" von Blind Guardian oder „Horror Show" von Iced Earth empfehlen. Erst danach ist dieses Album zu genießen.
Bewertung:
Produktion: 9/10
Wiederspielwert: 8,5/10
Abwechslung: 8,5/10
Gesamt: 8,5/10