Ich habe mir gerade das zweite Album der Gorillaz gekauft und muss zugeben, dass ich wirklich positiv überrascht bin! Die Idee, eine Band zu gründen, deren Identität vollkommen verschleiert bleibt und die sich nach außen hin nur in Form von Comicfiguren zu erkennen gibt, ist jedenfalls schon recht kultig.
Nach dem ersten Hören kann man eigentlich noch gar nicht soviel über die Songs sagen, denn es handelt sich hierbei um qualitativ hochwertige Musik, die mehrmals gehört werden muss um besser verstanden zu werden. Die Gorillaz haben sich meiner Meinung nach nicht wirklich weiterentwickelt, aber das Gute: Sie sind auch nicht schlechter geworden! Sie sind ihrem Stil treu geblieben und haben nun mit "Demon Days" (2005) neue Melodien mit neuer Thematik vorgelegt. Und siehe da... Gute Musik muss nicht immer nur von Liebe zwischen zwei Individuen handeln, sondern darf auch ruhig mal ein wenig gesellschaftskritischer daher kommen: Die Missstände in der Dritten Welt kontra Konsumüberfluss und menschliche Vereinsamung im Westen, sinnloser Krieg (es gibt wichtigere Dinge um die man sich kümmern könnte) steht in krassem Gegensatz zu ökologischen Problemen. Besonders beeindruckt hat mich auf Anhieb "Fire Coming Out Of The Monkey's Head", zu dem Ehrengast und Schauspielerlegende Dennis Hopper (Easy Rider) den Text spricht, während Damon Albarn den Refrain singt. Das ist Gänsehaut pur. Die letzten Lieder, die danach kommen, reihen sich fast nahtlos aneinander und erinnern auf diese Weise ein wenig an "Abbey Road" von den Beatles. Die Chorgesänge und Keyboardklänge erinnern aber eher an eine Hommage an "Good Vibrations" von den Beach Boys.
Fazit: Damon Albarn hat es wieder mal genial hinbekommen, intelligente Avantgarde-Musik, gespickt mit Starpräsenz, zu produzieren. Er schafft es immer wieder erstklassig, in seiner Musik die Seele der modernen Zeit widerzuspiegeln, sei es mit seiner Band Blur oder seinem "Seitensprung" The Gorillaz. Und den Musikdownloadern ist hiermit sogar auch ein Stein in den Weg gelegt worden, denn die Bilder im Coverbooklet sind wahre Kunst. Zu jedem Song gibt es eine passende Fotografie mit trefflich eingebrachtem Songtitel. Bleibt nur zu hoffen, dass die Sodomie, die Damon Albarn auf seinen Konzerten mit den Fans betreiben will, auch weiterhin wirkt und niemand in der Dunkelheit des Genusses die Steckdose für den Stecker findet!