Elliot Goldenthal entfaltete seine beunruhigende Partitur zu "Alien III" unter dem versöhnlichen, christlichen Requiemtext "Agnus Dei". Mit seinem Score zu "Demolition Man" setzt er nun diese Konzeption mit einem eröffnenden "Dies Irae" fort und bläst recht kraftvoll zum Jüngsten Gericht (welches der Rezensent ob solcher Werke täglich erwartet). Themengerecht ("Tuba mirum spargens sonum") verzichtet die Partitur weitestgehend auf die Vortragsbezeichnung piano und präsentiert sich in "apokalyptischer", kruder Rhythmik.
Das einleitende, traditionelle "Dies Irae" findet seine Bearbeitung in einem diffusen Satz der Bläser über vibrierenden Streichern und entspricht damit dem ausladenden Hauptthema, das bereits "Alien III" dominierte. Ebenso setzt der Komponist den vielfältigen Einsatz elektronischer Mittel in asymetrischen Rhythmen fort. In diesem Momenten ist die Partitur am komplexesten und schafft ein annähernd unkonventionelles Hörbild.
Darüber hinaus liefert Goldenthal eher Bodenständiges. Die agilen Stücke, denen zum Teil eine Spur Witz nicht abzusprechen ist, verharren in gewohnter Action-Konvention, setzen sich durch handwerkliche Könnerschaft dennoch angenehm vom gewohnten filmmusikalischen Einheitsbrei ab. Weniger hörenswert nehmen sich die süßlichen, minimalistischen Abstecher des Komponisten aus, die aber immer noch angehmer sind als der gewohnte Kitsch, wie wir ihn am Ende um die Ohren geschlagen bekommen ("Silver Screen Kiss"). Dennoch ist "Demolition Man" ein angenehmer Würzstoff in Hollywoods neuzeitlicher Suppe der Tatenlosigkeit.