Dass wir eine Weiterentwicklung der Demokratie brauchen, weil die jetzige Parteiendemokratie zu einem Zerrbild von Demokratie zu werden droht, ist schon fast Allgemeingut. Da gibt es fast nur die Bestrebungen zu direkten Demokratie, die jedoch in ihrer Einseitigkeit nicht realistisch sind. Was Heinrichs bietet, ist eine praktische Synthese von direkter und parlamentarischer Demokratie: durch bereichsspezifische Wahlen für getrennte Kammern der Parlamente (auf Bundesebene wie auf Landesebene) für die Subsysteme und Wertstufen des sozialen Organismus: 1. Wirtschaft, 2. Politik im engeren Sinn der Machtverteilung durch Recht, 3. Kultur, 4. Grundwerte. Das ist in der Tat der genial einfache Weg, von der Regierung der Hochfinanz weg, hin zur Regierung des Volkes und zur Verwirklichung der Grundwerte zu gelangen, ebenso zur Verwirklichung der kulturellen Werte!
Heinrichs bemerkt, bisher sei die Demokratie erstens noch eine junge Angelegenheit, zweitens ein Export aus dem Westen. Zumal in Deutschland wird es Zeit ..., dass wir die Demokratie von einem Nachkriegs-Importartikel zu etwas eigenständig Durchdachtem und Gelebtem gestalten". Eine Demokratie aus dem Geist der deutschen Philosophie, der reflexionstheoretischen Tradition von Kant, Fichte, Hölderlin, Hegel, jedoch nicht die alten Denker und Lehrer konservierend, sondern sie weiterdenkend, nichts Geringeres wird hier vorgelegt! Der Graben von Politik und Kultur, von Geist und Macht, an dem die Weimarer Republik eigentlich gescheitert ist, hier ist er überbrückt. Es gibt im Buch Überlegungen, wie wir Deutschen das erfassen könnten. Aber hier liegt das noch ungelöste Problem.