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Die Demokratie verrät ihre Kinder. Ex-Greenpeace-Chef fordert die Mächtigen heraus
 
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Die Demokratie verrät ihre Kinder. Ex-Greenpeace-Chef fordert die Mächtigen heraus [Gebundene Ausgabe]

Thilo Bode
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 220 Seiten
  • Verlag: Dva; Auflage: 2 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342105679X
  • ISBN-13: 978-3421056795
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 386.845 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Weltweite Umweltzerstörung und eine immer tiefere Kluft zwischen Arm und Reich -- nach Ansicht von Thilo Bode, dem früheren Chef von Greenpeace International, läuft einiges falsch in der internationalen Politik. In seinem neuen Buch analysiert er, warum die Globalisierung derzeit mehr Probleme schafft als löst. Glücklicherweise vermeidet der Autor alle abgedroschenen Floskeln, die zu diesem Thema leider oft zu lesen sind. Bode verdammt die Globalisierung auch nicht in Bausch und Bogen: Denn für den Autor ist nicht die Öffnung von Märkten das Grundproblem. Er wirft den Industrienationen vielmehr vor, eine "koloniale Handelspolitik" zu betreiben: Der Norden schotte die eigenen Märkte mittels Zollschranken gegen Produkte aus Entwicklungsländern ab, begreife jedoch den Süden durchaus als Absatzzone für die eigenen Waren.

Detailliert und mit großem Sachverstand nimmt sich der Autor die drängendsten Problemfelder vor: Klimakatastrophe und Regenwald-Vernichtung, die Ausbreitung von Hunger und Krankheiten, der fatale Kreislauf von Perspektivlosigkeit, Terrorismus und Krieg in vielen Drittwelt-Ländern. "Um diese verhängnisvolle Entwicklung zu stoppen, braucht es eine globale Politik", schreibt der Autor. Allerdings, das weiß auch Bode, ist eine wirkungsvolle internationale Zusammenarbeit momentan nicht in Sicht. Und auch die Nationalstaaten versagen seiner Ansicht nach. Denn Politiker müssten stets den nächsten Wahltermin im Auge haben. Dieses "Anreizsystem belohnt kurzfristiges Denken" und blockiere ein Umsteuern zugunsten langfristiger Ziele.

Also fordert Bode eine "Reform der nationalen Demokratien": die Macht von Parteien und Lobbyisten will er beschneiden und gleichzeitig den Weg bereiten für mehr Engagement "von unten". Vor allem die so genannten Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) wie Umwelt- und Menschenrechtsgruppen sind für den Ex-Greenpeace-Mann Bode die geeigneten Hebel, um Veränderungen im politischen System in Gang zu setzen.

Bodes Analysen prangern nicht nur oberflächlich einige Missstände an, sondern fragen nach den Strukturen von Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen, die solche Fehlentwicklungen erst hervorbringen. So überzeugend und kenntnisreich wird selten über die Globalisierung geschrieben. --Christoph Peerenboom

Literaturtest.de

Bode, ehemaliger Chef von Greenpeace International, plädiert für eine Politik der "gerechten Globalisierung". Diese müsse drei Ziele verfolgen: die Bekämpfung von Armut, die Erhaltung der Umwelt und den Schutz vor Gewalt. Der offiziellen Politik traut er allerdings nicht zu, sie zu verwirklichen. Insbesondere die Industrienationen hätten bisher offenkundig versagt. In ihnen seien die Pflege des status quo und die friedliche Koexistenz mit Interessengruppen wie etwa der Agrarlobby oder den Banken noch immer die bevorzugten Mittel des Machterhalts. Internationale Organisationen folgen ebenfalls der "Rationalität der Kurzsichtigkeit", so dass auf dieser Ebene nachhaltige Politik noch schwieriger durchzusetzen ist und es mitunter zu grotesken Arrangements kommt; etwa wenn "Gerhard Schröder den Dieselsubventionen für niederländische und französische Spediteure zustimmt, um sich im Gegenzug dafür eine Verlängerung der deutschen Steinkohlesubventionen in Höhe von 25 Milliarden Euro für die nächsten 8 Jahre zu erkaufen".

Bodes Hoffnung ruht auf dem Einzelnen und seinem Engagement. Nur durch Druck von außen könne das politische System reformiert werden. Nur durch massiven und vor allem organisierten Protest könne sich die Demokratie von der Diktatur kurzfristiger Partikularinteressen befreien, die sie lähme. Es gelte, die gerechte Globalisierung durchzusetzen gegen die systematisch angelegte Kurzsichtigkeit, die Politiker wie Wirtschaftsunternehmen gleichermaßen beherrsche. Bodes Credo: "Zur Wahl gehen reicht nicht."

Analyse und Aufruf sind hier kaum voneinander zu trennen. Der moralische Impuls des Autors ist immer präsent. Das Interessante, ja mitunter Faszinierende an Bodes Buch ist aber, wie sich seine enorme Sachkenntnis immer wieder Bahn bricht und, beinahe gegen den Willen des Autors, den mitunter pathetischen Stil konterkariert: "Heute sind 51 der 100 größten Wirtschaftseinheiten der Welt multinationale Konzerne, die 500 größten Unternehmen kontrollieren 70 Prozent des weltweiten Handels, und etwa einem Prozent der Konzerne gehört die Hälfte sämtlicher Direktinvestitionen ins Ausland." Um solcher Informationen willen und wegen der Einblicke, die das Buch in die Verflechtungen von Politik, Interessenverbänden und Unternehmen gewährt, lohnt sich die Lektüre. --Roland Große Holtforth


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Enttäuschend 30. April 2003
Neugierig gemacht durch ein Radiobericht, habe ich mir das Buch bestellt. Die dort versprochene Hauptintention des Buches Lösungsvorschläge zu liefern fehlt meiner Ansicht nach fast völlig. Zwar beschreibt der Autor die aktuellen Mechanismen der Macht und seine eigenen Erfahrungen damit in hervorragender Form.
Wenn es um Lösungen geht, stellt er manchmal noch dar wie er aussehen müsste.

Die wichtigste in den Ankündigungen versprochene Antwort, wie man die schon vorhandenen Lösungsanzätze praktisch umsetzt, wird praktisch nicht behandelt.

Bezüglich der Problemanalyse gibt es aber schon unzählige mehr oder weniger wissenschaftliche Bücher. Etwas neues habe ich beim
Lesen leider nicht finden können.

Gerade von einem erfahrenen und sehr erfolgreichen Praktiker wie
Herrn Bode hätte ich mehr erwartet.

Damit es nicht zu einem völligem Verriß kommt. Die Beschreibung der aktuellen Macht und Entscheidungsstrukturen ist hervorragend und absolut präzise. Wer verstehen will wie unsere Gesellschaft in der Praxis funktioniert oder auch nicht; für den ist dieses Buch hervorragend.

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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Anhand einer Fülle von Detailinformationen zeigt Bode auf, wodurch die demokratischen Strukturen in unserem Land und in anderen europäischen Staaten, sowie in den USA allmählich ausgehöhlt worden sind und damit an Glaubwürdigkeit verloren haben. Ein Beispiel von vielen ist das leidige Lobbyisten-Wesen der Abgeordneten, welches dem Allgemeinwohl-Gedanken eklatant zuwiderläuft. Das Aushebeln demokratischer Grundsätzlichkeiten, insbesondere in der Außen- und Wirtschaftspolitik, so Bode, habe dazu geführt, dass die Demokratien westlicher Prägung seitens der Drittländer immer skeptischer beurteilt werden. Anstelle im Rahmen der wirtschaftlichen Globalisierung , die der Autor keinesfalls als Teufelswerk zeichnet, auch demokratische Globalisierungspolitik voranzutreiben , agiert der sogenannte demokratische Norden im Sinne vormaliger kolonialer Handelspolitiker. Drittländer werden als bloße Absatzmärkte begriffen, wodurch die dortige Armut, sowie ökologische Schäden etc. immer größer werden. Unzufriedenheit wächst und in der Folge entarten Terrorismus und Sicherheit zu einem unberechenbaren Risiko für alle.
Dabei verhalten sich Wirtschaft und Politik im Grunde sehr rational. Alle kommen den ihnen gestellten Aufgaben nach, alle handeln erfolgreich zweckorieniert! Die Ergebnisse allerdings erweisen sich, legt man , wie Bode, den Gerechtigkeitsgedanken zu Grunde, als wenig erfreulich.
Thilo Bode hofft über Kampagnen von Nicht-Regierungsorganisationen, wie " Greenpeace", " Ärzte ohne Grenzen" u.s.w. Reformen in Gang setzen zu können, deren Ziel es ist- weltweit- faire, demokratische Strukturen zu installieren, die sich letztlich für alle Bürger dieser Erde als vorteilhaft
erweisen könnten und schließlich dazu führen dürften den Vorwurf des Verrats der Demokratie an ihren Kindern nicht mehr thematisieren zu müssen.
Ein lesenswertes Buch!
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Wissen und die traurigen Wahrheiten die in diesem Buch gebündelt sind, sind meiner Meinung nach so wichtig, dass jeder Schüler nicht nur in Deutschland dieses Buch lesen muss - und nicht nur jeder Schüler.

Es ist für jedermann verständlich wenn von globalen Umweltproblemen, Menschenrechtsverletzungen bis zu unglaublichen Verschwendungen "westlicher" Länder & Bürger die Rede ist.

Dieses Buch regt nicht nur zum Nachdenken an, es führt Dich in die richtige Richtung: zu wissen worum es geht und was es schnell zu tun gilt!

"Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne" (Imanuel Kant, KpV, 140).

Dieses Bewußtsein muß auf breiter Front in die Köpfe der Menschen zurück kehren. Die Schule ist der wichtigste und frühst mögliche Ausgangspunkt dafür!!!

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