Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein herrlich ketzerisches Buch, das zum Nachdenken anregt, 23. Januar 2005
Von Ein Kunde
Der Autor Hans-Hermann Hoppe, der in Frankfurt am Main habilitiert hat und an der University of Nevada in Las Vegas lehrt, ist wohl der bekannteste lebende Vertreter der österreichischen Schule der Nationalökonomie. In diesem Buch, das im Original "Democracy - The God That Failed" den Untertitel "The Economics and Politics of Monarchy, Democracy, and Natural Order" trägt, vergleicht er zunächst die heutige westliche Demokratie mit der europäischen Monarchie des ausgehenden 19. Jahrhunderts, verkörpert z.B. von Österreich-Ungarn. In diesem Vergleich schneidet nicht nur die Demokratie in den meisten Hinsichten nachvollziehbar deutlich schlechter ab, es wird auch klar, daß der erste Weltkrieg im Grunde genommen eine Auseinandersetzung dieser beiden Systeme war, die den Niedergang der Monarchie (der übrigens zumindest zeitlich mit dem Niedergang des klassischen Liberalismus einhergeht) besiegelt hat. Ausgehend von diesem Vergleich konstruiert Hoppe ein System, das die Nachteile beider Systeme zu vermeiden versucht, nämlich den radikal-liberalistischen "Libertarianism" bzw. den "Anarcho-Kapitalismus", wie er auch von Murray N. Rothbard vertreten wurde, der vollständig auf Privateigentum beruht und dem Eigner einer Sache das uneingeschränkte Verfügungsrecht darüber gibt. Während die Kapitel zum "Libertarianism" m.E. nicht viel beinhalten, was nicht schon Rothbard oder von Mises angemerkt haben, liegt die Qualität des Buches vor allem in der fundamentalen Kritik an der Demokratie - ein Thema, das unter dem Diktat der "Political Correctness" einen Tabubruch darstellt und kaum angesprochen werden darf, ohne daß der Verfasser des "Faschismus" bezichtet wird (vgl. hierzu die obenstehende Leserrezension!). Von uns schon als natürlich akzeptierte und noch nie in Frage gestellt Dinge werden in einem neuen Licht betrachtet, vermeintliche Errungenschaften der westlichen (Umverteilungs-) Demokratie als Enteignung und Bevormundung entlarvt und ihr parasitärer Charakter belegt. Selbst wenn man mit dieser radikalen Schlußfolgerung nicht einverstanden ist, lohnt es dennoch, sich mit diesem Buch zu beschäftigen - auch als überzeugter Demokrat darf man die Augen vor den Mängeln dieser Staatsform nicht verschließen.
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48 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Gedanken sind frei., 3. Juni 2005
In einer Zeit, in der die Weltmacht Nummer Eins in den Krieg zieht, um den noch nicht bekehrten Rest die Demokratie zu bescheren, ein Buch zu schreiben und erscheinen zu lassen, das eben gerade diese Demokratie und die Verfassung der USA als eine Fehlentwicklung deutet, ist das nun ein Ausdruck von Narrenfreiheit oder Meinungsfreiheit? Hoppes Argumente gegen den Umverteilungsstaat und die Begründung, warum die Demokratie kein Endzustand der Gesellschaft ist, sondern nur ein Verfallsstadium, sind in glänzender Weise ausgeführt. Das ist der Grund, warum man dieses Buch unbedingt gelesen haben sollte. Doch was kommt nach der Demokratie? Der kritische Leser wird im Zukunftsentwurf von Hoppes „Libertarianismus" utopische Elemente entdecken, die zweifeln lassen, daß eine solche Gesellschaft jemals funktionieren kann. Z.B. waren die von Hoppe gelobte Monarchie und der sie tragende Adel keinesfalls die „Natürliche Elite" einer Leistungsgesellschaft, die nach Hoppe zur Herrschaft berufen ist und bisher nur als eine bürgerliche vorstellbar ist. Und solange nur ein einziger Staat groß und mächtig ist und andere bedroht, kann die ideale Welt der vielen kleinen Luxemburgs nicht entstehen, in der die Versicherungsgesellschaften viele Funktionen des Staates ersetzen sollten. Ähnliche Anmerkungen ließen sich noch zahlreiche machen, würden aber davon ablenken, daß das Buch viele uns als Selbstverständlichkeiten gelehrte Dinge aus einem Blickwinkel sieht, der für das Denken und politische Handeln Freiräume eröffnet, nach denen bei der Verschärfung der krisenhaften Entwicklung der alten Industriestaaten dringend gesucht werden dürfte, d.h. Freiräume, aus denen sich der Staat zurückziehen könnte und sollte
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45 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Herausfordernd, 16. August 2005
Hoppes Analyse ist glänzend: Etatismus, so sein Urteil, führt immer zur Sozialdemokratie und letztendlich zum Kommunismus. Zwingend erscheint die Spirale, in der sich der Staat immer mehr selbst bereichert und Geschenke an Dumme, Faule, und an seine eigenen Bediensteten auf Kosten der Leistungsträger der Gesellschaft verteilt. Dabei suggeriert der Staat, daß er dies tue, um Sicherheit und Recht für seine Bürger zu gewährleisten. Das Recht selbst jedoch verrottet dadurch: je mehr der Staat selbst ohne Grenzen Steuern erhebt (Hoppe vergleicht Steuererhebung mit Schutzgelderpressung), desto weniger kommt der Staat seinen eigentlichen Aufgaben nach: "Im Namen sozialer, öffentlicher oder nationaler Sicherheit "beschützen" unsere Verwalter uns vor globaler Erwärmung und Abkühlung und dem Aussterben von Tieren und Pflanzen, vor Ehemännern und -frauen, vor Eltern und Arbeitgebern, vor Armut, Krankheit, Katastrophen, Unwissenheit, Vorurteilen, Rassismus, Sexismus, Homophobie und zahllosen anderen öffentlichen Gefahren. Und mit riesigen Vorräten an Aggressions- und Massenvernichtungswaffen "schützen" sie uns, sogar außerhalb der USA, vor immer neuen Hitlern und möglichen Hitler-Sympathisanten. Die einzige Aufgabe jedoch, die eine Regierung jemals wahrnehmen sollte - unser Leben und unser Eigentum zu schützen - wird von unseren Verwaltern nicht erfüllt" (191f.)Nach der starken Analyse hätte ich, und das ist der Wermutstropfen des Buches, eine stärkere Perspektive auf die Privateigentumsanarchie, die Hoppe dem Etatismus entgegensetzen will, gewünscht. Zu knapp fällt das 12. Kapitel aus - vieles bleibt nur schwer vorstellbar. Eine weitere Schwäche: das Buch ist sehr stark auf die Verhältnisse in den USA hin geschrieben - so manches Detailproblem scheint für den europäischen Leser nur von geringer Relevanz, so z.B. Hoppes lange Auseinandersetzung mit Buchanan. Dennoch: das Buch liest sich flüssig und ist sicher auch dann, wenn man Hoppe nicht in allem zustimmt, einer der herausforderndsten Beiträge zur politischen Theorie seit langem. Unbedingt empfehlenswert ist es für diejenigen, die kritisches Denken nicht nur als Lippenbekenntnis vertreten wollen, sondern bereit sind, sich auf einen wirklich unbequemen Denken einzulassen.
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