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Demokratie und Judenbild. Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland
 
 
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Demokratie und Judenbild. Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland [Taschenbuch]

Lars Rensmann
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 541 Seiten
  • Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften; Auflage: 2004 (16. Februar 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 353114006X
  • ISBN-13: 978-3531140063
  • Größe und/oder Gewicht: 24 x 17 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Die Studie [...] ist hochaktuell und brisant zugleich: Anhand überregionaler Presse- und Medienberichten analysiert er [der Autor] die jüngsten Antisemitismus-Streits [...], die vergangenheitspolitischen Kontroversen [...] und die wachsende Israelfeindschaft. Außerdem bezieht die materialreiche Untersuchung jüngste empirische Umfragen ein, die ein deutliches Anwachsen des manifesten und latenten Antisemitismus feststellen. [...] Die wichtige soziologische Antisemitismus-Forschung besitzt bestimmte Defizite [...] Dem setzt rensmann eine theoretisch fundierte und empirisch-ergebnisoffene politische Kulturfoschung entgegen. Damit entwickelt der Politikwissenschaftler neue Maßstäbe für die aktuelle Antisemitismus-Forschung. Sein Buch verdient eine breite Rezeption in Wissenschaft, Politik, Medien und politischer Bildung." www.hsozkult.geschichte.hu-berlin.de, 21.10.2004 "Mit der theoretisch wie empirisch fundierten politischen Kulturforschung setzt Rensmann neue Maßstäbe für die aktuelle Antisemitismus-Forschung. Sein Buch hat eine breite Beachtung in Wissenschaft, Politik, Medien und politischer Bildung verdient." www.literaturkritik.de, 01.04.2005 "Das Buch stellt [...] einen wichtigen Beitrag zur Antisemitismusforschung und zur politischen Kulturforschung in der Bundesrepublik dar. [...] ein Muß für alle, die auf diesen Forschungsfeldern arbeiten." Jahrbuch Extremismus und Demokratie, 17/2005 "Rensmann gelingt es innerdemokratische, widersprüchliche Prozesse, Gelegenheitsstrukturen und Mobilisierungsversuche, die Akzeptanz und Grenzen des 'Sagbaren' präziser zu fassen [...]." Widerspruch, 44/2006 "[...] Lars Rensmann hat nun in einer detaillierten und materialreichen Studie antijüdische Stereotype und antisemitische Mobilisierungsversuche in der politischen Kultur der Bundesrepublik untersucht. Seine Ergebnisse verdienen Beachtung, [...]." Süddeutsche Zeitung, 30.04.2004 "Rensmann hat die Frage, 'wieviel antisemitismus sich die Demokratie erlaubt', zu

ZfG - Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 09/2005

"Rensmann hat die Frage, 'wieviel antisemitismus sich die Demokratie erlaubt', zum richtigen Zeitpunkt aufgeworfen, differenzierte Antworten zur Diskussion gestellt und zugleich ein sicheres Fundament für weitere, international vergleichende Vorhaben gelegt, die er abschließend zu Recht anregt."

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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Vor dem Hintergrund der Debatten um „Vergangenheitsbewältigung", der Selbstmordanschläge im Kontext des „Nahost-Konflikts" sowie neuer Nationalismen mehren sich in Forschung, Politik und Öffentlichkeit Beiträge und Arbeiten, welche der Frage nach einem „neuen" Antisemitismus in Deutschland und Europa nachgehen.
Die bereits in der 2. Auflage vorliegende Monographie „Demokratie und Judenbild" von Lars Rensmann, Politikwissenschaftler an der Freien Universität Berlin und der Yale University, markiert zur wissenschaftlichen Diskussion um Relevanz, Mobilisierungschancen und Gelegenheitsstrukturen des Antisemitismus in der politischen Kultur hierbei den nüchternen wissenschaftlich-theoretischen Referenzpunkt, an dem sich bisherige und folgende Untersuchungen zum Thema zu messen haben.
In den Blick genommen werden besonders zentrale politische Akteure der extremen Rechten und Linken, aber auch Diskurse über Antisemitismus in der politischen Öffentlichkeit und demokratische und institutionelle Reaktionsbildungen. Auf Basis einer umfangreichen Daten- und Quellenlage zu den jüngsten vergangenheitspolitischen Kontroversen, den Konflikten um öffentlichen Antisemitismus (Walser-Debatte 1998, Möllemann-Eklat 2002) sowie zu neuen judenfeindlichen Mobilisierungen in der extremen Rechten und Teilen der Linken, gelingt dem Autor eine profunde qualitativ-empirische Analyse, die zudem auf quantitative Forschungsergebnisse zurückgreift. Theoretisch orientiert sich der Autor bei seiner Analyse am begrifflichen und theoretischen Repertoire der Antisemitismus-Forschung der Frankfurter Schule und kann deren analytische Bedeutung für die sozial- und politikwissenschaftliche Vorurteils- und Konfliktforschung unterstreichen. Gleichzeitig entwickelt er ein neues theoretisches Framing zur Erforschung der politischen Kultur im Allgemeinen und zu Nationalismus und Antisemitismus im Besonderen, das er unter umfassender Berücksichtigung bisheriger politik- und sozialwissenschaftlicher Ansätze auf ein neues wissenschaftliches Fundament stellt.
Neben dem überzeugenden - weil durchgehend kritisch erörterten - theoretischen Teil leistet der Autor bei der begrifflichen Herleitung seines Gegenstandes, dem Antisemitismus, Beachtliches. Auf über 70 Seiten werden theoretische Modelle zum und Ausprägungen und Typen des Antisemitismus expliziert, sowie Differenzen und Parallelen aufgezeigt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Mobilisierungschancen des Antisemitismus im Zeitalter der Globalisierung leicht erhöht haben.
Das Buch von Lars Rensmann ist somit nicht nur politisch Interessierten mit Vorwissen empfohlen, sondern lässt auch einen exzellenten Einstieg in das Thema zu und kann auch als Grundlage für die politische Bildungsarbeit dienen. Der Band setzt den oft emotionalisierten und ideologisierten politischen Debatten eine sachliche, fundierte und differenzierte wissenschaftliche Analyse entgegen, die am Ende normativ sowohl vor Desensibilisierung als auch vor Alarmismus warnt. Dies wird wohl leider nicht verhindern, dass sich ideologisierte Personen, die beim Thema gleich „Manipulationen" wittern, durch die wissenschaftlichen Befunde und schon die bloße Auseinandersetzung mit Vergangenheitsbewältigung und neuem Antisemitismus belästigt fühlen werden.
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16 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ein außergewöhnlich gutes, wichtiges und aktuelles Buch! Es verdient das höchste Lob, denn: "Demokratie und Judenbild" von Lars Rensmann ist nicht nur eine beeindruckend materialreiche und präzise Studie über antisemitische Tendenzen in den verschiedenen gesellschaftlichen und kulturellen Schichten der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch eine auf hohem Niveau theoretische Durchdringung der beobachteten Phänomene mit einem Erklärungspotential, dass auch in der Zukunft nicht unbedeutend seien wird. Kurz: das Buch ist einer der selten gelungenen Versuche einer fruchtbaren Zusammenführung von redlicher empirischer Wissenschaft und anspruchsvoller Kritischer Theorie.
Anhand einer aufwendigen und gründlichen Recherche von öffentlichen Debatten (u.a.Goldhagen, Walser,Möllemann) Bundestagsreden, Zeitungs-/Zeitschriftenartikeln und Leserbriefen kann der Autor nachweisen, dass judenfeindliche Stereotype nicht nur am rechten Rand der Gesellschaft, sondern leider auch in ihrer Mitte und sogar bei linken und linksradikalen Gruppen virulent bzw. leicht mobilisierbar sind. Dabei wird noch einmal deutlich, dass antisemitische Vorurteile mit den tatsächlichen Juden, den lebendigen Menschen, nichts zu tun haben, sondern vielmehr vom Projektionsbedürfnis und einer lädierten Erfahrungsfähigkeit der Trägers solcher Vorurteile zeugen. Als zentrales Motiv dieser Mechanismen kann in der bundesrepublikanischen Gesellschaft eine auch heute noch, 60 Jahre nach dem Holocaust, uneingestandene Schuld- und Erinnerungsabwehr analysiert werden. Darüber hinaus wird plausibel der Nexus von antidemokratischen und antiaufklärerischen Motiven, Autoritätsgebundenheit und Judenfeindlichkeit aufgezeigt und mit Bezügen zu den Schriften von Sigmund Freud, Theodor W.Adorno, Max Horkheimer u.A. theoretisch fundiert.
Ebenfalls sehr löblich an der Studie ist, dass sie sich dem bisher von der wissenschaftlichen Forschung geradezu sträflich vernachlässigten Gebiet antisemitischer (Unter)Strömungen in der deutschen Linken zuwendet und auch hier viel empirisches Material und eine brillante Analyse aufweisen kann. Denn gerade dort, wo der Kampf für eine repressionsfreie und humane Gesellschaft plakativ auf den Fahnen steht, kann der z.B. in einem Staatsritik-gegen-Israel-Mäntelchen verhüllte Antisemitismus und deren antimodernen und reaktionäre Gewalt fördernden Implikate, da blind und unerkannt, besonders penetrant und gefährlich sein.
Auch können die Erkenntnisse und Überlegungen des Buches durchaus Anstoß geben, eine elaborierte Perspektive bezüglich des brutalen Antisemitismus innerhalb des islamistischen Terrorismus zu entwickeln (ist letzteres auch nicht Gegenstand der Studie). Denn um diesem mörderischen Phänomen tatsächlich zu Leibe rücken zu können, anstatt sich in redundanten Alltagsplattitüden zu verfangen, wird man neben einer noch ausstehenden empirischen Forschung auf gut reflektierte Theorien nicht verzichten könne.

Insgesamt ist das Buch fraglos die wichtigste aktuelle Studie zum Thema Antisemitismus in Deutschland- für den Leser ist die allemal ein Gewinn, denn über das Inhaltliche hinause schult die Lektüre die eigene Sensibilität und Aufmerksamkeit - und für den kritischen und eine humane Gesellschaft herbeisehnenden Zeitgenossen ist sie geradezu ein Muss.

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9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
"Demokratie und Judenbild" ist die mit Abstand beste Studie zum Antisemitismus in der BRD. Lars Rensmann hat nicht nur eine beeindruckende Quantität an Quellen zusammengetragen. Er hat selbige auch einer scharfsinnigen und theoretisch fundierten Untersuchung unterzogen. Vor allem durch die Analyse öffentlicher Diskurse macht er einerseits deutlich, daß Antisemitismus keineswegs ausschließlich ein Phänomen der politischen Ränder ist, sondern vielmehr weit in die sogenannte Mitte der Gesellschaft hineinragt; andererseits legt Rensmann nachvollziehbar dar, daß die Gelegenheitsstrukturen für die politische Mobilisierung antisemitischer Ressentiments entgegen der häufig postulierten These eines linearen Lernprozesses in den letzten Jahren günstiger geworden sind. Trotz anspruchsvoller theoretischer Teile und eines innovativen Forschungsansatzes ist das Buch aufgrund seiner sehr differenzierten und wissenschaftlichen Argumentation vor allem für die politische Bildung zu empfehlen. Hoffentlich erscheint es demnächst bei der Bundeszentrale für Politische Bildung. Dies würde diese beindruckend sachliche und umfassende Studie zugleich erschwinglicher machen.
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