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Democracy from Scratch: Opposition and Regime in the New Russian Revolution
 
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Democracy from Scratch: Opposition and Regime in the New Russian Revolution [Englisch] [Taschenbuch]

M. Steven Fish
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 316 Seiten
  • Verlag: Princeton Univ Pr; Auflage: New Ed (22. Juli 1996)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0691029148
  • ISBN-13: 978-0691029146
  • Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 15,3 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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M. Steven Fish
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

An intelligent, subtle, first-hand account of the years after Gorbachev opened the door with perestroika. -- "Foreign Affairs An original and provocative study...Drawing on his scrupulous analysis of group-formation in a number of Russian cities,...Fish reevaluates received views about the Soviet system. -- Robert Shannan Peckham, New Statesman & Society A detailed, on-the-spot investigation of the new political parties and movements that sprang up between Gorbachev's initiation of semi-free elections in 1989 and the August 1991 coup... It conveys a fascinating picture, however, of the fumbling and bumbling by would-be democratic leaders when the window of opportunity opened. -- Robert V. Daniels, The New Leader The book is an important contribution to our understanding of the disorganized hyperactivity of political organizations in Russia. -- "Choice A smart book that speaks to the concerns not only of area specialists but to students of democratic transition around the world. -- Philip G. Roeder, Political Science Quarterly

Kurzbeschreibung

This book presents a fresh view of Russian political change in the Gorbachev and early post-Soviet periods not by examining perestroika and glasnost in and of themselves, but by investigating the autonomous political organizations that responded to liberalization. Extensive study of these political groups, in Moscow and several provincial cities, has led M. Steven Fish to conclude that they were shaped to a far greater degree by the nature of the Soviet state than by socioeconomic modernization, political culture, native psychology, or Russian historical tradition. Fish's statist theory of societal change in Russia yields a powerful explanation of why Russia's new political society differs radically not only from the "totalized", subjugated country of the pre-1985 period but also from the "civil societies" found in the West and in many developing countries. In addition, the author shows how the legacy of the Soviet experience continues to influence the development - arguably the underdevelopment - of representative political institutions in post-Soviet Russia, making the establishment of stable democracy unlikely in the near term. Democracy from Scratch proposes a novel and theoretically sophisticated way to study Russian politics. It offers a rigorous approach to understanding social movements, political party formation, regime change, and democratization in general. While focusing primarily on a single country, it is vigorously comparative at the same time.

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Format:Taschenbuch
M. Steven Fish hat Neuland beschritten, indem er erstmals die eigenartige Entwicklung russischer unabhängiger sozialer und politischer Gruppierungen in der Sowjetunion unter Gorbatschow in eine komparatistische Rahmentheorie eingebettet hat. Die Enstehung einer unabhängigen Zivil- und politischen Gesellschaft in Rußland ist zuvor schon zahlreich dokumentiert und beschrieben worden. Explizite und umfassende Erklärungsschemata für die zunächst stürmische Parteiengenese von ca. 1989 bis 1991, allerdings später immer deutlicher werdendere Fragilität dieser neuen politischen Landschaft sind bisher jedoch kaum vorgelegt worden. Zur Begründung der spektakulären organisatorischen Ineffektivität, programmatischen Abgehobenheit und ideologischen Haarspalterei der vielen neuen russischen Parteien der frühen 1990er sind bislang wenig mehr als fragwürdige Spekulationen über den unmündigen Nationalcharakter der Russen oder über die Auslöschung ihrer politischen Kultur durch das bis zuletzt "totalitäre" Regime hervorgebracht worden. Fish liefert hier ein wesentlich differenzierteres Bild und schildert mit viel Empathie und theoretischer Finesse, warum die erste Welle der Parteineugründungen von 1988 bis 1991 zum Scheitern verurteilt war.

Zwei wohldurchdachte Argumente stechen aus Fishs Begründung heraus. Erstens weist er darauf hin, daß die sogenannten "Neformaly" (wörtlich: Informellen) - also die eigentlich verbotenen, aber nichtsdestostrotz geduldeten neuen politisch und sozialen Gruppen - der zweiten Hälfte der 1980er und die neuen Parteien der frühen 1990er im Prozeß ihrer grundsätzlichen Identitätsfindung und politischen Selbstverortung nur beschränkt auf tradierte Handlungs- und Denkmuster, wie etwa auf den Hintergrund einer Dissidentenbewegung, zurückgreifen konnten. Anders als in den Ländern Ostmitteleuropas, spielten Dissidentennetzwerke und andere alternative nichtstaatliche Institutionen nur eine beschränkte Rolle im politischen Leben der UdSSR vor 1985. Die sich selbst oft explizit als "Parteien" bezeichnenden neuen Gruppierungen mußten somit bei der Formulierung ihrer politischen Ziele, Programmatik und Rolle im gesellschaftlichen Leben des Landes tatsächlich bei Null - "from scratch" - anfangen. Damit war ihr Reifungsprozeß in gewisser Hinsicht demjenigen der neuen, ebenfalls traditionslosen und lange organisatorisch ineffektiven Grünen Parteien Westeuropas der 1970er-1980er in mancher Hinsicht ähnlich. Die neuen russischen "Parteien" waren in ihrer Anfangsphase somit oft keine vollentwickelten Parteien im herkömmlichen Sinne, also pragmatische, um politische Macht ringende Organisationen. Sie sollten dies zunächst auch in erster Linie gar nicht sein. Vielmehr dienten die "Parteien" und ihre häufigen und langandauernden Kongresse und Konferenzen zunächst als Foren einer ideel-politischen Selbstvergewisserung der einzelnen Mitglieder, der kollektiven Identitätsbestimmung nach innen sowie der Abgrenzung gegenüber politischen Konkurrenten nach nach außen. Häufige Spaltungen und eine Aversion gegenüber Verschmelzung mit ideologisch nahestehenden anderen Gruppierungen waren die Folge. Prominentestes Beispiel war das vom Westen mit viel Bedauern beobachtete Scheitern der Vereinigung der Republikanischen und Sozial-Demokratischen Partei Rußlands. Obwohl beide Parteien ideologisch nahezu deckungsgleich waren und den offensichtlichen organisatorischen Nutzen des zunächst ernsthaft anvisierten Zusammengehens scheinbar verstanden, spielte die Wahrung der neugewonnenen Identität eine letztendlich größere Rolle als politische Pragmatik. Die aus der Demokratischen Plattform der KPdSU hervorgegangene Republikanische Partei wollte ihre neugewonnene Selbstidentifikation als progressive Avantegarde der intellektuellen Elite des Sowjetstaates nicht aufgeben. Die SDPR ihrerseits wollte ihren Status als alternative linke, explizit oppositionelle Partei ohne KPdSU-Vergangenheit nicht aufs Spiel setzen.

Die zweite Besonderheit der russischen Transformation war, daß eine breit angelegte Demokratisierung auf Landesebene noch vor dem Abschluß einer Reihe elementarer Liberalisierungsmaßnahmen einsetzte. Anders als in den Transitionen in Südeuropa, Lateinamerika oder Ostasien hatten politisch ambitionierte Persönlichkeiten in Rußland die Chance, sich insbesondere in Legislativorgane verschiedener Ebenen wählen zu lassen, noch bevor oder schon kurz nachdem sie die Möglichkeit erhalten hatten, sich politische zu organisieren. Nach der Wahl einiger der bekanntesten russischen Demokraten in die Volksdeputiertenkongresse sowie Regional- und Stadtsowjets beziehungsweise sogar in Exekutivorgane (Jelzin, Popow, Sobtschak) waren diese wichtigen Führer weitgehend für den Aufbau einer unabhängigen Zivilgesellschaft und Parteienlandschaft verloren. Und dies, obwohl die UdSSR und RSFSR Deputiertenkongresse und Sowjets zumindestest bis zum August 1991 in ihren Kompetenzen beschränkt waren und somit eher als Sprechtribüne für verschiedene politische Kräfte, denn als relevante Entscheidungsorgane fungierten.

Fishs fruchtbare Kombination einer Vielzahl von sowjetologischen und komparatistischen theoretischen Erkenntnissen mit gründlichen Vor-Ort-Recherchen und teilnehmenden Beobachtungen stellt zweifellos einen Meilenstein in der Aufarbeitung der neuen russischen Revolution am Ende dieses Jahrhunderts dar.
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Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
"Democracy from Scratch" explains, in theory and anecdote,
why Russian politics were so confused around 1993. It is a
special historical document -- and was quite an influence on
me personally (in the form of a semester's worth of lectures)
because Steven Fish was my senior thesis advisor.
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Amazon.com:  2 Rezensionen
German-language review 28. Dezember 2006
Von Andreas Umland - Veröffentlicht auf Amazon.com
Format:Taschenbuch
M. Steven Fish hat Neuland beschritten, indem er erstmals die eigenartige Entwicklung russischer unabhängiger sozialer und politischer Gruppierungen in der Sowjetunion unter Gorbatschow in eine komparatistische Rahmentheorie eingebettet hat. Die Enstehung einer unabhängigen Zivil- und politischen Gesellschaft in Rußland ist zuvor schon zahlreich dokumentiert und beschrieben worden. Explizite und umfassende Erklärungsschemata für die zunächst stürmische Parteiengenese von ca. 1989 bis 1991, allerdings später immer deutlicher werdendere Fragilität dieser neuen politischen Landschaft sind bisher jedoch kaum vorgelegt worden. Zur Begründung der spektakulären organisatorischen Ineffektivität, programmatischen Abgehobenheit und ideologischen Haarspalterei der vielen neuen russischen Parteien der frühen 1990er sind bislang wenig mehr als fragwürdige Spekulationen über den unmündigen Nationalcharakter der Russen oder über die Auslöschung ihrer politischen Kultur durch das bis zuletzt "totalitäre" Regime hervorgebracht worden. Fish liefert hier ein wesentlich differenzierteres Bild und schildert mit viel Empathie und theoretischer Finesse, warum die erste Welle der Parteineugründungen von 1988 bis 1991 zum Scheitern verurteilt war.

Zwei wohldurchdachte Argumente stechen aus Fishs Begründung heraus. Erstens weist er darauf hin, daß die sogenannten "Neformaly" (wörtlich: Informellen) - also die eigentlich verbotenen, aber nichtsdestostrotz geduldeten neuen politisch und sozialen Gruppen - der zweiten Hälfte der 1980er und die neuen Parteien der frühen 1990er im Prozeß ihrer grundsätzlichen Identitätsfindung und politischen Selbstverortung nur beschränkt auf tradierte Handlungs- und Denkmuster, wie etwa auf den Hintergrund einer Dissidentenbewegung, zurückgreifen konnten. Anders als in den Ländern Ostmitteleuropas, spielten Dissidentennetzwerke und andere alternative nichtstaatliche Institutionen nur eine beschränkte Rolle im politischen Leben der UdSSR vor 1985. Die sich selbst oft explizit als "Parteien" bezeichnenden neuen Gruppierungen mußten somit bei der Formulierung ihrer politischen Ziele, Programmatik und Rolle im gesellschaftlichen Leben des Landes tatsächlich bei Null - "from scratch" - anfangen. Damit war ihr Reifungsprozeß in gewisser Hinsicht demjenigen der neuen, ebenfalls traditionslosen und lange organisatorisch ineffektiven Grünen Parteien Westeuropas der 1970er-1980er in mancher Hinsicht ähnlich. Die neuen russischen "Parteien" waren in ihrer Anfangsphase somit oft keine vollentwickelten Parteien im herkömmlichen Sinne, also pragmatische, um politische Macht ringende Organisationen. Sie sollten dies zunächst auch in erster Linie gar nicht sein. Vielmehr dienten die "Parteien" und ihre häufigen und langandauernden Kongresse und Konferenzen zunächst als Foren einer ideel-politischen Selbstvergewisserung der einzelnen Mitglieder, der kollektiven Identitätsbestimmung nach innen sowie der Abgrenzung gegenüber politischen Konkurrenten nach nach außen. Häufige Spaltungen und eine Aversion gegenüber Verschmelzung mit ideologisch nahestehenden anderen Gruppierungen waren die Folge. Prominentestes Beispiel war das vom Westen mit viel Bedauern beobachtete Scheitern der Vereinigung der Republikanischen und Sozial-Demokratischen Partei Rußlands. Obwohl beide Parteien ideologisch nahezu deckungsgleich waren und den offensichtlichen organisatorischen Nutzen des zunächst ernsthaft anvisierten Zusammengehens scheinbar verstanden, spielte die Wahrung der neugewonnenen Identität eine letztendlich größere Rolle als politische Pragmatik. Die aus der Demokratischen Plattform der KPdSU hervorgegangene Republikanische Partei wollte ihre neugewonnene Selbstidentifikation als progressive Avantegarde der intellektuellen Elite des Sowjetstaates nicht aufgeben. Die SDPR ihrerseits wollte ihren Status als alternative linke, explizit oppositionelle Partei ohne KPdSU-Vergangenheit nicht aufs Spiel setzen.

Die zweite Besonderheit der russischen Transformation war, daß eine breit angelegte Demokratisierung auf Landesebene noch vor dem Abschluß einer Reihe elementarer Liberalisierungsmaßnahmen einsetzte. Anders als in den Transitionen in Südeuropa, Lateinamerika oder Ostasien hatten politisch ambitionierte Persönlichkeiten in Rußland die Chance, sich insbesondere in Legislativorgane verschiedener Ebenen wählen zu lassen, noch bevor oder schon kurz nachdem sie die Möglichkeit erhalten hatten, sich politische zu organisieren. Nach der Wahl einiger der bekanntesten russischen Demokraten in die Volksdeputiertenkongresse sowie Regional- und Stadtsowjets beziehungsweise sogar in Exekutivorgane (Jelzin, Popow, Sobtschak) waren diese wichtigen Führer weitgehend für den Aufbau einer unabhängigen Zivilgesellschaft und Parteienlandschaft verloren. Und dies, obwohl die UdSSR und RSFSR Deputiertenkongresse und Sowjets zumindestest bis zum August 1991 in ihren Kompetenzen beschränkt waren und somit eher als Sprechtribüne für verschiedene politische Kräfte, denn als relevante Entscheidungsorgane fungierten.

Fishs fruchtbare Kombination einer Vielzahl von sowjetologischen und komparatistischen theoretischen Erkenntnissen mit gründlichen Vor-Ort-Recherchen und teilnehmenden Beobachtungen stellt zweifellos einen Meilenstein in der Aufarbeitung der neuen russischen Revolution am Ende dieses Jahrhunderts dar.
0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
A perceptive book by my cool thesis advisor at Penn! 9. April 1997
Von Ein Kunde - Veröffentlicht auf Amazon.com
Format:Gebundene Ausgabe
"Democracy from Scratch" explains, in theory and anecdote,
why Russian politics were so confused around 1993. It is a
special historical document -- and was quite an influence on
me personally (in the form of a semester's worth of lectures)
because Steven Fish was my senior thesis advisor.
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