Hoppe, der in der Denktradition von Ludwig von Mises und Murray N. Rothbard steht, beginnt mit einem Vergleich der heutigen westlichen Demokratie, repräsentiert vor allem durch die USA, aber auch Westeuropa, mit der Monarchie des 19. Jahrhunderts, repräsentiert durch das Deutsche Reich vor 1914 und insbesondere Österreich-Ungarn, wobei er einen unvoreingenommenen, d.h. "politisch unkorrekten" Standpunkt einnimmt. Obwohl bei diesem Vergleich die Monarchie der Demokratie praktisch und theoretisch überlegen ist, teilen beide Systeme gravierende Mängel, denen er die libertäre Idee gegenüberstellt, wobei sein Konzept dem von Rothbard weitgehend entspricht.
Die ersten Kapitel sind m.E. die interessantesten, da in ihnen der Vergleich von Demokratie und Monarchie am ausführlichsten stattfindet und anhand des überzeugenden Konzepts der unterschiedlichen Zeitpräferenzen untermauert wird. In den späteren Kapiteln konzentrieren sich die Betrachtungen sehr auf das libertäre "natural order"-Prinzip als vollständig auf Privateigentum basierendem Gegenentwurf, und wenn man sich bereits ausführlicher mit Rothbard beschäftigt hat, kommt einem vieles bekannt vor.
Nichtdestoweniger ist dieses Buch ein sehr gelungener Denkanstoß, in dem die "politisch korrekten" Stereotype der Demokratie mit gnadenloser Logik ad absurdum geführt werden. Mit beeindruckender Konsequenz wird die grundlegende Unmoral und Freiheitsfeindlichkeit des demokratischen Prinzips entlarvt und zugleich eine widerspruchsfreie (!) Alternative konstruiert. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre für alle, die sich für die Grundlagen menschlichen Zusammenlebens interessieren, und insbesondere auch für Verfechter des aktuell vorherrschenden politischen Systems.