Mit DEMIGOD rasieren uns BEHEMOTH aber so gründlich den Schädel, dass ich noch Monate nach dem ersten Hören des Silberlings ohne Abstriche zugeben muss: Geile Sache! Hier wird Death-Metal der brutalsten und zugleich virtuosesten Sorte zelebriert, wie mir schon lange kein Album mehr untergekommen ist. Die Verbindung kompromissloser Härte und komplexer Songstrukturen erreicht auf DEMIGOD ein Niveau, das es für alle anderen angeblichen true Death-Metal-Combos sehr, sehr schwer machen dürfte, auch nur annähernd an diese Scheibe heran zu reichen. Getragen von einer ultrafetten Produktion brettern einem nach wenigen Sekunden anfänglicher Verschnaufpause gleich die ersten Blastbeat-Attacken das Kleinhirn aus der Nase. Aber es kommt noch gnadenloser. Denn die Polen verstehen sich nicht nur auf hartes Riffing und alles in Schutt und Asche planierendes Geprügel, sondern überraschen stets durch technisch filigran eingewobene Melodiebögen, die mit einer erstaunlichen Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit ihren Platz inmitten der harten Mucke für sich beanspruchen. Das Erfreuliche daran: Was BEHEMOTH hier vorlegen, hat keinesfalls etwas mit dem Mainstream-Göteborg-Sound zu tun, der sich immer mehr in balladesk melodiösen Keyboard- und Clean-Voice-Passagen erschöpft, bis noch der letzte aufgeschlossene Hörer schnarchend von der Polstergarnitur in die Bierflaschenbatterie auf dem Glastisch gekippt ist. Statt dessen wird hier echter Death-Metal kredenzt, wunderschön getragen von den tiefen Growls des Sängers, dessen Stimme perfekt zur musikalischen 'Begleitung' passt. Alles in allem entsteht dadurch eine atmosphärisch harte und dichte Death-Metal-Mucke der Spitzenklasse!