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Das Buch besteht aus drei Teilen und einem umfangreichen Anhang, die sowohl aufeinander aufbauen, als auch separat voneinander betrachtet werden können. Im Anschluss an Vorwort und Einleitung widmet sich der erste Teil des Buches der Thematik der Grundlagen. Dazu nehmen sich die Autoren zunächst Zielen und Grundsätzen für Pflege und Betreuung an. In diesem Abschnitt wird u.a. das Rahmenmodell der ganzheitlich fördernden Prozesspflege von Monika Krohwinkel vorgestellt, und, im weiteren Verlauf, Faktoren wie Ressourcen- oder Kompetenzorientierung darauf aufgebaut. Es folgt eine Darstellung von Anforderungen und Aufbau eines Konzeptes, bis hin zur Aufgliederung in einzelne Konzeptbausteine im zweiten Abschnitt sowie der Schilderung der Konzeptentwicklung als Projekt. Hier werden bereits wesentliche Komponenten des Projektmanagements vorgestellt und in Bezug zur Konzeptentwicklung in Alten- und Pflegeheime gesetzt.
Mit dem Thema „Leitfaden zur Projektgestaltung" fügt sich der zweite Teil fast nahtlos an den zuvor geschilderten letzten Abschnitt des ersten Teils an. In den fünf Abschnitten dieses Kapitels stellen die Autoren das Projektgeschehen anhand der Bereiche Projektvorbereitung, Projektaufbau, Definitionsphase, Konzeptentwurf erarbeiten und schließlich der letzten Projektphase vor. Die einzelnen Beiträge werden differenziert erörtert und stetig, mit Blick auf das Thema der Demenzkranken in Pflegeheim, reflektiert und implementiert, was dem starken Praxisbezug des Projektes und der Autorenschaft zu verdanken ist. An dieser Stelle soll nicht weiter auf den zweiten Teil eingegangen werden, da einzelne Aspekte lediglich aus dem Gesamtkonzept der Projektgestaltung und -durchführung herausgerissen würden und somit wenig aussagekräftig, respektive inhaltlich geschlossen oder vollständig wären.
Im dritten Teil werden zwei Fachbeiträge vorgestellt, welche sich mit der Qualifizierung von Mitarbeitern sowie Planungs- und Raumkonzepten beschäftigen. Mit Bezug auf das Thema der Qualifizierung stellt der Autor Volker Fenchel neben Qualifizierungsstrategien und -erfordernissen, die Ermittlung, Planung und Durchführung von Weiterbildungsbedarf vor, und unterstreicht dabei, dass Weiterbildungsmaßnahmen zur Demenzthematik sich nicht nur auf die Beschäftigten im Pflegebereich konzentrieren dürfen. Das Gelingen häng in erheblichem Maße von der konsequenten Umsetzung und Schulung aller Mitarbeiter aller einrichtungsinternen Bereiche ab.
Welche planerischen Möglichkeiten Einrichtungsträgern offen stehen, zeigt Lothar Marx im abschließenden Beitrag dieses Buches. Neben den Optionen, die neuen Gebäuden offen stehen, nimmt er sich auch den Möglichkeiten bestehender Pflegeeinrichtungen an, gibt Auskünfte zu einzelnen Aspekten der Gestaltung (Klima, Licht, Farbe u.a.) und zeigt kurz auf, mit welchen Mitteln die Gartengestaltung beeinflusst werden kann.
Die Ausführungen der Autorenschaft wird durch einen fast hundertseitigen Anhang ergänzt, in dem praktische Arbeitshilfen für den Projektalltag des Lesers/Anwenders hinterlegt sind. Es handelt sich dabei um Erhebungsbögen zur Ermittlung der Ist-Situation einer Einrichtung, welche die Themen Mitarbeiter, Langzeitliche Begleitung, Gestaltung des Alltags, Angehörigenarbeit u.v.a. beinhaltet, und somit aufzeigt, dass hier ein umfassend breites Spektrum abgedeckt wird, dass zweifellos repräsentativ ist, für die umfassende „Arbeit" in einem Alten- und Pflegeheim, welches die anvertrauten Demenzkranken besser betreut wissen möchte.
Fazit: Auch wenn das vorliegende Buch einige Grundlagen wiedergibt, sollten Kenntnisse über den Themenbereich der Demenz vorhanden sein. Dies ist nicht zwingend notwendig, erleichtert den Umgang mit dem Buch an einigen Stellen. Von einem Buch dieser Art kann es auch zweifellos nicht erwartet werden, dass die gesamte Thematik der Demenz neu aufgearbeitet wird. Dafür wartet es mit einem umfassenden Konzept, respektive der Erstellung eines Konzeptes auf und gibt Einblicke in das Projektmanagement. Auch bei zuletzt genanntem muss der Leser Abstriche machen, da strukturelle Voraussetzungen zwar benannt und angewandt werden, wie z.B. Projektskizzen, andere Aspekte im Rahmen eines umfassenden Projektes jedoch keine Beachtung geschenkt wird (bspw. Mind-Maps, Brainstorming oder Ishikawa-Diagramm), was hier nicht geschieht.
Der Qualität des Buches und der Ausführungen der Autorenschaft tut dies jedoch keinen Abbruch. Man sollte davon ausgehen, das Leser dieses Buches, mit der Intention der Umsetzung, über Fähigkeiten und Kenntnisse der Demenz und des Projektmanagement verfügen, auf welches sie zurückgreifen können. Darüber hinaus wird mit diesem Buch kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, sondern ausdrücklich darauf verwiesen, dass ein Projekt mit jeder Variablen (Einrichtungsart, Mitarbeiter, Bewohner usw.) eine Änderung unternimmt, sich ändern muss und durch diese Änderungen lebt. Wenn es den Autoren im Rahmen dieses Buches nicht möglich ist, auf ein Thema differenzierter einzugehen, wird auf entsprechende Literatur verwiesen, die durchweg aktuell und als gut zu bezeichnen ist.
Jedem Pflegeheimmitarbeiter, gleich welcher Position, der sich über demenzkranke Menschen im Pflegeheim Gedanken macht, der nach modernen Strategien und Konzepten zur Lebensverbesserung dieser Bewohnergruppe sucht, ist mit diesem Buch am Ziel seiner Suche.
Rezensiert von Andreas Neves da Costa
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