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Das Buch positioniert sich ganz klar gegen die Tendenzen zur "Verbetriebswirtschaftlichung" und "Vergleichgültigung" des Individuellen in der Pflege. Bedenkt man, dass es ursprünglich auf englische Verhältnisse zielte, so überrascht das frenetisch positive Echo dort um so mehr. Ausweglose Situationen bringen eben auch Visionäre hervor. Der von Kitwood vorgeschlagene "personenzentrierte" Umgang mit Demenzpatienten ist so viel versprechend, weil er nicht nur für den Kranken, sondern vor allem für Betreuer Besserung bedeutet: Statt an der Nicht-Erhaltbarkeit der Ursprungspersönlichkeit zu verzweifeln, werden die Patienten nach ihren gegenwärtigen Möglichkeiten beschäftigt und beteiligt. Ein klarer Kontrapunkt zu den gängigen Konzepten der Validation oder Realitätsorientierung, aber so verschwindet das ständige Ankämpfen gegen den Patienten bzw. seinen Geisteszustand, das ohnehin keinen Erfolg verspricht.
Die oft zu vernehmende Ausrede, "in der Theorie ist das alles sehr schön, nur in der Praxis haben wir dafür doch kein Geld und keine Zeit", wird man von Lesern dieses Buches bestimmt nicht hören. Wir dürfen gespannt sein, was sich in den nächsten Jahren im Pflegebereich entwickelt, bekanntlich sorgt ja schon die zunehmende "Vergreisung" der Bevölkerung für die Brisanz des Themas. Kitwoods Demenz gehört ab sofort zur Pflichtlektüre für Entscheider, Pflegekräfte und vielleicht auch Familienangehörige Betroffener. --Philipp-R. Schulz -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Die fünfte Auflage wurde um ein deutschsprachiges Literaturverzeichnis zur person-zentrierten Pflege, ein Glossar, ein Interview mit Christian Müller-Hergl und eine Kurzbiografie von Tom Kitwood erweitert.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Betonung liegt auf Pflege,
Rezension bezieht sich auf: Demenz. Der person-zentrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten Menschen (Broschiert)
Kitwoods Buch richtet sich an all die verschiedenen Menschen, die im Umfeld einer Demenz anzutreffen sind: unmittelbares Pflegepersonal ebenso wie Ärzte, leitendes Pflegeteam ebenso wie Angehörige. Der Leser wird hier recht umfassend informiert, denn sowohl die biomedizinische Sicht mit ihrem Interesse an pathologischen Prozessen wird erläutert als eben auch positive und negative Verhaltensweise von Betreuenden aufgezählt. Ist der Leser vorwiegend an der Pathologie von Demenzen interessiert, wird ihm die hier gebotene Einführung allerdings viel zu kurz sein. Für Laien und Angehörige ist die Einführung ausreichend und das Buch insgesamt als Einladung zu verstehen, sich mit der demenziellen Erkrankung des Familienmitglieds auf ganzheitliche Weise auseinanderzusetzen. Außerdem setzt es der hoffnungslosen, tristen Diagnose Demenz eine etwas hoffnungsvollere, lichtere Zukunft entgegen, indem es dem nicht aufzuhaltenden Fortschreiten eine Umwelt gegenüberstellt, die Fähigkeiten erhalten, Ressourcen nutzen und zu mehr Wohlbefinden führen kann. Kitwoods verständliche und lockere Sprache, die vielen Beispiele und seine Subjektivität, der viel Raum gegeben wird, machen dieses Buch auch für Laien zu einer geeigneten Lektüre. Für Pflegekräfte und Ärzte sollte das Buch Pflicht sein.Heute, 10 Jahre nach dem ersten Erscheinen von Kitwoods Buch, ist das Verständnis der Demenz komplexer: Sie wird nicht nur als biologische Erkrankung gesehen, sondern es wird die Interaktion zwischen Pathologie und Umwelt anerkannt. Trotzdem erhält die medizinische Sichtweise noch immer eine stärkere Gewichtung. So oder so, Tom Kitwoods Buch zum person-zentrierten Ansatz ist noch immer aktuell. Einziger Kritikpunkt könnte sein, dass Kitwood sehr schwerwiegenden Demenzen nicht genügend Raum gibt, Betreuende in diesem Fall nicht genügend unterstützt. Leider verstarb Kitwood im Jahr 1998, sodass sein Ansatz nur von anderen weiterentwickelt und angepasst werden kann. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Demenz.Der personenzentrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten Menschen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Demenz. Der person-zentrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten Menschen (Broschiert)
Zunächst etwas langatmig. Es dauert, bis der Autor "auf den Punkt" kommt. Aber endlich, endlich geht es mal in eine andere Richtung mit der Demenzerkrankung. Neben all den Fakten und Theorien, medizinischen Ausführungen etc. kommt es zur "Person". Denn die ist trotz Erkrankung noch da. Mehr denn je. Denn was meiner Meinung nach, den Demenzerkrankten geblieben ist, ist Gefühle zu zeigen, auszudrücken. Durch Mimik, Gestik, Fabulierungen etc. Bleibt nur zu erwarten, das sich auch im Heimalltag etwas bewegt. Mehr Personal, mehr Persönlichkeit. Ich arbeite in einem Heim mit Tagesgruppen. Innerhalb eines halben Jahres konnte ich die Erfolge sehen. Die Bewohner redeten miteinander, lachten viel. Ich kenne nur eine Einrichtung, die nach Tom Kitwood arbeitet. Und da habe ich mich jetzt beworben (Altenpflegerin gelernt).
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ressourcenorientierter Demenzansatz,
Rezension bezieht sich auf: Demenz. Der person-zentrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten Menschen (Broschiert)
Ein wichtiges Buch in der Demenzarbeit, dem Autor ist es wirklich gelungen, ein individuelles Denken über dement erkrankte Menschen zu erarbeiten und vorzustellen, im Grunde ist es eine Art Basisliteratur für verschiedene psychiatrische Erkrankungsbilder.
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