Es gibt mittlerweile zahlreiche Bücher zum Thema Demenz, was ich aber bisher nicht finden konnte, war ein Ratgeber, der gerade auch für Betroffene selber und ihre Angehörigen geschrieben ist. Fachlich auf dem neuesten Stand, aber nicht in fach-chinesisch". Das Buch Demenz - mit dem Vergessen leben" schließt endlich diese Lücke.
Zielgruppengerecht sprechen die Autorinnen die Leser an und vermitteln komplexe Informationen in leicht verständlicher Sprache. Größere Schrift und größeres Format, auch damit wird der Lesbarkeit gerade für ältere Menschen geholfen. Zitate von Betroffenen tragen dazu bei, dass der Ratgeber sehr lebensnah ist. Positive Aspekte werden oft herausgehoben, immer wieder praktischer Rat für den Alltag gegeben.
Betroffenen wird Mut gemacht, sich mit ihrer Krankheit auseinanderzusetzen. Auch dann, wenn sie noch keine Diagnose haben, sondern nur einen persönlichen Verdacht.
Der Inhalt unterteilt sich in drei wesentliche Teile:
1. Demenz aus medizinischer Sicht - Formen der Demenz, Symptome, Diagnostik und Therapie
2. Demenz aus Sicht von Betroffenen - Selbstwahrnehmung und Auseinandersetzung mit der Umwelt
3. Demenz aus Sicht von Angehörigen - Warum reagieren Angehörige angespannt, verärgert, irritiert, bevormundend oder anders.
Des Weiteren werden Angebote an Therapien und von Pflegeversicherung und Krankenkassen genannt. Am Ende des Buches vervollständigt eine knapp 20-seitige Liste mit Adressen bzw. Anlaufstellen für Betroffene aus jeder Region den Ratgeber.
Insgesamt ist das Buch einfühlsam geschrieben, zeugt von großem Sachverstand, ist ansprechend gestaltet und sehr gut zu lesen.
Wer sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzt, wer Rat für den Alltag mit seiner eigenen (frühen) Demenz/Vergesslichkeit oder der Demenz von ihm betreuten Betroffenen sucht, lese dieses Buch!