Die meisten Menschen, die an Demenz erkrankt sind, werden hierzulande von ihren Angehörigen betreut. Vor allem in späteren Stadien der Erkrankung ist dazu viel Kraft, Geduld und Einfühlungsvermögen nötig. Um diese anspruchsvolle Aufgabe bewältigen zu können, ist es außerdem wichtig, sich gründlich über die Krankheit zu informieren und die Pflege so zu planen, dass sie nicht überfordert. Der Ratgeber "Demenz - Hilfe für Angehörige und Betroffene" der Stiftung Warentest kann dabei eine wertvolle Hilfe sein. Er behandelt alle wichtigen Themen rund um das Leben mit der Erkrankung.
Die ersten Abschnitte des Buchs informieren umfassend über die Erkrankung. Fachlich fundiert und dabei gut verständlich wird erläutert, welche unterschiedlichen Formen von Demenzerkrankungen es gibt, wie sie entstehen und woran man sie erkennt. Ein großes Kapitel widmet sich der Behandlung - dabei geht es zum einen um die Möglichkeiten der medikamentösen Therapie, zum anderen um die der psycho-, ergo- und bewegungstherapeutischen Angebote.
Mindestens ebenso wichtig ist die tägliche Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz. Ihr ist denn auch der zweite, "pflegepraktische" Teil des Buches gewidmet. Hier erfahren Angehörige, wie sie die Pflege so gut wie möglich organisieren und das Alltagsleben mit dem Betreuten gestalten können. Viele Beispiele machen deutlich, wie die Demenz die Welt der Erkrankten verändert und wie es möglich ist, mit diesen Veränderungen umzugehen. Das Buch geht ausführlich auf die notwendige Unterstützung durch Fachkräfte und ambulante Betreuungsangebote ein. Auch verschiedene Wohnformen für pflegebedürftige Menschen werden vorgestellt. Nicht zuletzt gibt das Buch viele nützliche Informationen zu rechtlichen Fragen und zu finanziellen Hilfen - zum Beispiel, welche Verbesserungen das Pflegeerweiterungsgesetz von 2008 (die "kleine Reform" der Pflegeversicherung) für Menschen mit Demenz gebracht hat.